Messenger im Vergleich 8/2021 WhatsApp, Facebook, Signal, Skype, Telegram, Threema, Viber, Google

Messenger-Apps im Vergleich

Bye, bye, WhatsApp?

Seite 1 von 4

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 8/2021 veröffentlicht: 19.07.2021

Inhalt

Dem unvergleichlichen Höhenflug von WhatsApp folgten die Ernüchterung und Abwanderung vieler Nutzer. Argumente für und gegen die Alternativen.

Messenger-Apps im Vergleich

Folgende 23 Messenger finden Sie in unserer Tabelle:

ANDROID

  • Discord - Talk, Video Chat & Hang Out with Friends
  • Google Chat
  • LINE: Free Calls & Messages
  • Messenger – Text and Video Chat for Free
  • Messenger Lite: Free Calls & Messages
  • Signal Private Messenger
  • Skype - free IM & video calls
  • Telegram
  • Threema. Secure and private Messenger
  • Viber Messenger - Free Video Calls & Group Chats
  • WeChat
  • WhatsApp Messenger

IOS

  • Discord - Talk, Chat, Hang Ou‪t
  • Google Cha‪t
  • LIN‪E
  • Messenger
  • Signal - Private Messenge‪r‬
  • Skype for iPhon‪e‬
  • Telegram Messenge‪r
  • Threema. The Secure Messenge‪r
  • Viber Messenger: Chats & Call‪s
  • WeChat
  • WhatsApp Messenger

Die Tabelle informiert über:

  • Kostenlos/kostenpflichtig
  • Belegter Speicher in MB
  • Telefonieren via WiFi möglich
  • Kostenloses Telefonieren via Festnetz
  • Audio-Nachrichten versenden
  • Video-Nachrichten versenden
  • Telefonieren möglich
  • Videotelefonieren möglich
  • Telefonieren für Gruppenchats verfügbar
  • Videoanruf für Gruppenchats verfügbar
  • Unterstützt Webbrowser
  • für PC, Mac, Linux
  • Daten herunterladen über 4G deaktivieren
  • Standort teilen
  • Back-up von Kontaktliste
  • Back-up von Chatunterhaltungen
  • Werbeanzeigen
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung
  • Löschen von Chats möglich
  • Blockieren von Kontakten
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Lesen Sie auch:

Hier unser Bericht:


SMS oder Messenger?

Eigentlich könnte man diese Geschichte mit der Feststellung beginnen, dass niemand ­gezwungen ist, einen Instant Messenger (auch: Messenger-App, Messenger-Dienst oder schlicht Messenger) zu verwenden. Die ­"gute alte“ SMS erfüllt seit Mitte der 1990er-Jahre brav ihren Dienst als Medium für den Austausch von Textnachrichten über das Mobilfunknetz. In dieser Beschränktheit der Funktionen liegt freilich auch der Grund für das Absinken der SMS in die weitgehende Bedeutungslosigkeit. Sie hat nichts zu bieten, das als zeitgemäß anzusehen wäre. Und sie ist keinesfalls so sicher, wie manche meinen, denn erstens sind die Nachrichten ­unve­rschlüsselt und zweitens ist der Aufwand ­gering, um SMS, die an eine bestimmte Rufnummer geschickt werden, gezielt abzufangen. Die technische Ausrüstung dafür kostet laut dem amerikanischen Technikmagazin Motherboard rund 15 Euro. Deshalb ist der Einsatz von SMS im Zuge der Zwei-Faktor-­Authentifizierung durchaus umstritten.

Der richtige Moment

Aber zurück zur Zeitgemäßheit. Der Entwickler von WhatsApp hatte zweifellos im richtigen Moment die passende Idee. Der unkomplizierte Fotoversand hat den Messenger groß gemacht. Gruppenchats, die Videotelefonie und die bei der Jugend beliebten Sprachnachrichten sind nette Draufgaben, die wir zum Teil erst während der Pandemie richtig zu schätzen gelernt haben. Das alles läuft nicht über das Mobilfunknetz, sondern über das mobile Internet bzw. jedes ver­fügbare WLAN, was nicht nur bei Auslandsaufenthalten entscheidende (Kosten-)Vorteile bietet.

Nun ist der Moment für eine weitere Feststellung gekommen. Streng genommen konnte sich zu einem bestimmten Zeitpunkt kaum jemand dagegen wehren, WhatsApp auf ­seinem Smartphone zu installieren; zu groß war der gesellschaftliche und oft auch fami­liäre Druck, zu reizvoll waren die gebotenen Möglichkeiten. WhatsApp hatte man einfach, weil es alle hatten.

An Facebook verkauft

Dann wurde der Messenger an den Facebook-Konzern verkauft, ­dessen Gründer und Vorstandsvorsitzender Mark Zuckerberg seither unaufhörlich darüber nachdenkt, wie er mit der kostenlos nutzbaren App Geld verdienen könnte. Die jüngste Aufregung um die neuen Nutzungs- bzw. Datenschutzbedingungen stand damit in unmittelbarem Zusammenhang, ging es doch um den Weiterverkauf der gesammelten Nutzerdaten. Auch wenn dieser Art der Datenverwertung im EU-Raum die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) im Wege steht und sich für die hiesigen Nutzer somit nichts geändert hat, war allein durch die Ankün­digung der Schaden bereits angerichtet. ­

Abwanderung zu anderen

Erstmals in der Geschichte von WhatsApp gab es eine deutlich spürbare Abwan­derungswelle zu alternativen Messengern. 23 davon (12 für Android, 11 für iOS) haben wir online in einem Produktfinder, also einer interaktiven Tabelle, zusammengefasst. Eine Handvoll der auf­gelisteten Apps kann man tatsächlich als empfehlenswert betrachten.

 

Dieser Artikel ist kostenpflichtig. WARUM ZAHLEN?

Abonnenten melden sich hier an:
 
Falls Sie kein Abonnent sind, wählen Sie bitte eine der folgenden Optionen:

KONSUMENT-Abo

58 Euro: 12 Hefte + Online-Zugang  Mehr dazu

KONSUMENT-Online-Abo

36 Euro: 12 Monate Online-Zugang  Mehr dazu

Online-Tageskarte

5,80 Euro: 24 Stunden Online-Zugang  Mehr dazu

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
4 Stimmen

Kommentare

  • Ergänzung
    von Mnemosyne am 21.07.2021 um 13:15
    Zum vorigen Beitrag: Riot.im, inzwischen bekannt als element, ist nicht zu empfehlen, da bei der Anmeldung ein reCAPTCHA geladen wird.

    reCAPTCHA von Google erhebt zahlreiche Daten des Users schon bevor es verwendet wird (mit Laden der Seite). Dazu gehören IP Adresse, Betriebsystem, Fenstergröße usw.

    Weiters erstellt reCAPTCHA einen Screenshot des Browserfenster, was bei ungeschützten Formularfeldern sensible Daten beinhalten kann.

    element ist nicht zu empfehlen.
  • Es geht noch mehr
    von Mnemosyne am 21.07.2021 um 13:07
    Ich vermisse hier im Artikel leider die Messenger, die noch besseren und tiefergehenden Schutz bieten.

    Der zentrale Punkt zum Verständnis, warum man datensparsame Software verwenden sollte, ist es den Überwachungskapitalismus einzuschränken. Man hat, trotz tröpfenweise nachgebesserten Gesetzesbestimmungen, de facto absolut keine Kontrolle darüber, wie mit den gesammelten Daten umgegangen wird. Zwar wird von den führenden digitalen Größen das Gegenteil behauptet, jede Beschwichtigung in der Hinsicht ist allerdings irreführend.

    Google beispielsweise beteuert seit der letzten I/O, man könne u.a. manche persönlichen Trackingdaten direkt am Gerät in den Einstellungen "regelmäßig selbst löschen". In der Zwischenzeit sind sie aber bereits zu den Vertragspartner abgewandert, wo sie längst in ihre WerbeID und zahlreichen Profile eingespeist wurden. Sie selbst haben keinen Zugang zu diesen Profilen, die anhand zahlreicher Datenpunkte über sie angelegt werden. Man erfährt nie, wer sie erhalten hat, wie der Umfang der generierten Daten ist und wie das Profil aussieht, das über die eigene Person erstellt wurde.

    Hier finden Sie in verkürzter Form (immer noch ellenlang), was Whatsapp über sie speichert:

    https://tosdr.org/en/service/198

    Leider werden diese Punkte gar nicht angesprochen. Viele Österreicher nutzen Whatsapp. Es ist sogar eher die Ausnahme, wenn jemand den Messenger nicht installiert hat. Will man diese Leserschaft nicht vergrämen und schreibt deshalb so defensiv über die datenhungrigen Messenger?
    Ich wünsche mir in Zukunft eine tiefergehende Behandlung der Thematik Datenschutz & Messenger, wenn man schon behauptet, das Thema ausführlich zu behandeln.

    Es gibt einige erwähnenswerte Alternativen.

    BRIAR. Dieser Messenger benötigt zum Unterschied mit Signal und Telegram noch nicht einmal eine Telefonnummer. Man teilt einen QR Code mit einem anderen User und verlinkt sich damit.
    BRIAR läuft über WLAN, Bluetooth und mobiles Internet (über Tor) und ist somit bei einem Ausfall der von einem der Methoden fähig eine andere zurückzufallen. Die Kommunikation ist end2end verschlüsselt und bietet maximale Sicherheit. Seit kurzem kann man in BRIAR zudem auch Fotos versenden.

    MATRIX. ist ein dezentrales Messaging-Protokoll. Es ist per se also kein Messenger, also gibt es zahlreiche MATRIX-clients wie zB Syphon. Je nach dem gewünschten Funktionsumfang, kann man seinen MATRIX-messenger aussuchen. Man kann einem Server beitreten, oder seinen eigenen Server betreiben. Beides ist sehr nutzerfreundlich und unkompliziert möglich. Auch dieser Messenger verschlüsselt E2E und ist beispielsweise weitaus sicherer wie Telegram, wo eine Telefonnummer verwendet werden muss und die Nachrichten auf deren Server liegen und potenziell jederzeit entschlüsselt werden können.

    Weiters zu erwähnen: JAMI, qTox, Wire, Riot.im, Ricochet

    https://proprivacy.com/privacy-service/comparison/5-secure-private-messengers