KONSUMENT.AT - Milch in Glasflaschen - Wegwerfprodukt: Einweg-Glas

Milch in Glasflaschen

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KONSUMENT 9/2018 veröffentlicht: 30.08.2018

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Im Faltkarton kostet dasselbe Produkt 1,25 bis 1,29 Euro pro Liter. Dass Milch in der Glasflasche teurer ist als im Packerl, überrascht vermutlich niemanden. Für den höheren Preis und das Schleppen der deutlich schwereren Milchflaschen bekommt man schließlich ein ökologisch tadelloses Produkt, oder? Ja, natürlich – vorausgesetzt, es handelt sich dabei um eine Pfandflasche, die in die Molkerei zurückgeht und dort immer wieder neu befüllt wird.

Keine Pfandflasche

Doch genau das ist hier nicht der Fall. Ob biologisch oder konventionell erzeugt: Der weiße Saft landet immer in Einweg-Glasflaschen, also reinen Wegwerfprodukten. Die dürfen die Kunden dann nach Gebrauch selbst in die Glascontainer werfen. „Pfandfrei“ nennen die Hersteller gönnerhaft dieses fragwürdige System, ganz so, als bekämen die Kunden etwas geschenkt.

Die Sache mit dem Einweg-Glas ist übrigens das, was viele unserer Leser am meisten aufregt: „Warum kann die Tiroler Milch Molkerei Wörgl nicht auch Pfandflaschen verwenden? Wir sehen uns als umweltbewusste Konsumenten getäuscht!“, schrieb uns Familie Geschwentner aus Tirol. Dieses Gefühl können wir sehr gut nachvollziehen.


Mehr zum Thema:

In einer der nächsten Ausgaben von KONSUMENT berichten wir umfassend über Milch und Milchprodukte im Glas: Wer bietet was an? Warum wird weißes und nicht braunes Glas eingesetzt? Wer verlangt für die Glasverpackung ein Pfand, wer nicht? Vor allem aber: Wie argumentieren Molkerei und Handel ihre Entscheidung für die Einweg-Flasche?

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Kommentare

  • Ein weiteres Milchflaschenintermezzo
    von 47134713 am 25.09.2018 um 02:03
    Schärdinger und die Waldviertler Molkerei haben schon einmal die Abfüllung in Milchflaschen in den 1980ern aufleben lassen. Die großen Kunststoffverschlüsse für die Schärdinger Milchflaschen hatten damals schätzungsweise schon fünfmal mehr Masse an Kunsstoff als ein Tetrapak enthielt (Tetra war damals einfach aufzureissen, ohne Kunstoffverschluß). Meiner Meinung nach ist Glas nur als Mehrweggebinde sinnvoll oder wenn produktionstechnisch im Glas erhitzt wird, wie zB beim Bier, bei dem in der Flasche noch die Heißpasteurisation vor dem Verschließen erfolgt oder wenn im Glas sterilisiert wird für jahrelange Haltbarkeiten. Wenn ich gekühlte Milch in eine Einwegflasche einfülle, sehe ich keinen Sinn darin, außer einem Retrogefühl, das das Gebinde beim Kunden auslöst.
  • Milch in Glasflaschen
    von fiedler.a@a1.net am 14.09.2018 um 13:16
    Auch ich, als Anhänger der Glasflasche, war hoch erfreut, als ich Anfang Juli bei Hofer Milch in der Glasflasche im Regal entdeckte. Die Freude wandelte sich sehr schnell in Ernüchterung um.
    1. der lange Transportweg von Tirol zu den Auslieferungslagern von Hofer und weiter die Verteilung auf ganz Österreich.
    2. Keine Pfandflasche
    3. länger frisch - heißt berreits erhitzt.
    4. der Preis

    Ich kaufe meine Frischmilch seit vielen Jahren bei einem regionalen Landwirt in der Glasflasche um € 1,- pro Liter und bekomme sie noch bis an die Haustür geliefert.
    Die Milch ist täglich frisch, nur gekühlt und ebenfalls, im Kühlschrank gelagert bis zu 15 Tagen haltbar. Bei Temperaturen
    um die 25 Grad hält die Milch UNGEKÜHLT und bereits geöffnet bis zu drei Tage. Das schafft keine im Handel erhältliche Frischmilch. Auf das Geschmackserlebnis bei jedem Schluck, will ich gar nicht weiter eingehen.
    Auch im Urlaub als Selbstversorger habe ich in allen Teilen Österreichs regionale Angebote, in unmittelbarer Nähe des Urlaubsortes, von Frischmilch gefunden.
    Es ist zum Großteil eine Sache des Willens ob man man sich die Mühe macht nach Alternativen zu suchen, oder lieber bequem im Handel darauf zurückgreift, was einem untergejubelt wird.
  • Die neue Form der Umweltfreundlichkeit ???
    von gerhard56 am 04.09.2018 um 13:44
    Ich war anfans auch hocherfreut, dass es wieder Milch in Glasflaschen gibt, bis ich festgestellt habe, dass man die Flaschen dann entsorgen muss. So gabe es bis vor kurzem auch noch Joghurt in Glasbehältern MIT PFAND. Gibt es jetzt nicht mehr, nur mehr in Einwegbehältnissen. Eine enorme Verschwendung von Energie und Resourcen, da hört man aber von der EU kein Wort, hauptsache Glühlampen wurden verboten. Letztendlich kaufe ich jetzt wieder nur mehr Milch im Karton oder direkt beim Bauern und Joghurt im Plastikbecher. Schöne neue Welt ???
  • Flaschen wiederverwenden
    von karl_ am 04.09.2018 um 11:18
    Anfangs war ich auch sehr enttäuscht darüber das es keine Pfand flaschen sind. Und das es ESL Milch ist ist sowieso fragwürdig.. :(
    Ich verwende die Flaschen als Saftflaschen weiter. Wie "ablingeroliver" richtig festgestellt hat, gehen die Etiketten sehr schwer ab. Mit Scheuermittel und Drahtschwamm gehts dann aber doch.
    Obwohl ich sagen muss, sie dürften die Kleberrezeptur umgestellt haben, da die Etiketten anfangs sehr einfach zum ablösen waren..

    Zum Kommentar von "jroesel": Bio ≠ Frischmilch. Wenn Bio draufsteht ist nicht zwingent Frischmilch drinnen.
    Es gibt sowohl konventionell hergestellte ESL und Frischmilch als auch von biologischen Bauern..
    Die Milch nach der Frischhaltemethode ESL ist ja trotzdem noch von einer biologisch gehaltenen Kuh.
  • Glas oder Faltkarton, was ist ökologischer.
    von klaus3000 am 01.09.2018 um 18:33
    Hallo! Mich würde bei Ihrem Vergleich auch interessieren welche Verpackung umweltfreundlicher ist: Einwegglas oder Faltkarton (von der Produktion über Transport bis zur Entsorgung/Recycling)