KONSUMENT.AT - Online-Kriminalität - Betrügereien beim Online-Shopping

Online-Kriminalität

Gestohlene Identität

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KONSUMENT 3/2019 veröffentlicht: 28.02.2019

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Einkauf auf fremde Rechnung

Einen riesigen Brocken davon machen Bestellbetrügereien beim Online-Shopping aus. Dann flattern beispielsweise Mahnungen ins Haus, in denen es heißt, man möge gefälligst die Rechnung für ein sündhaft teures Designerkleid begleichen. Nur dass man selbiges nie gekauft hat. Auch bei ­diesem Beispiel hat sich jemand eine Iden­tität aus dem Internet angeeignet und hat unter diesem Namen eingekauft. Das hierzulande sehr beliebte Bezahlen auf Rechnung macht‘s möglich. Manch ein Versandhändler bietet diese Option auch bei Neukunden an. Folglich ist es kein Problem, Ware unter Angabe des Namens einer fremden Person zu ordern, wobei sich Liefer- und Rechnungsadresse unterscheiden. Für die Online-Händler selbst gibt es bis dato noch kein angemessenes elektronisches Ver­fahren, mit dem sie eine hundert­prozentig sichere Identitätsprüfung durchführen könnten.

Phishing und Fake-Shops

Sind Name und Wohnadresse bekannt, droht aber auch von anderer Seite Gefahr: Phishing (gebildet aus den englischen Wörtern „password“ und „fishing“ = angeln) werden Versuche, Daten zu ergaunern, auf Neudeutsch genannt. Die Verbrecher probieren es über diverse Wege: über Mails oder Kurznachrichten oder über offen zur Schau gestellte Informationen auf Facebook und Co. Nicht zu vergessen die vielen gefälschten Webseiten, die nur dem Zweck dienen, den Besuchern persönliche Daten zu entlocken. Nachrichten, die einen dazu verleiten sollen, möglichst viel von sich preiszugeben, wirken jedenfalls umso ­authentischer, je mehr korrekte Daten sie bereits enthalten. Die Falle muss also nicht zwingend gleich beim ersten Mal ­zuschnappen. Im Darknet werden derlei Daten als Ware angeboten. Der Handel mit gestohlenen Identitäten hat sich zu einem lukrativen Geschäftsmodell entwickelt.

Fake-Angebote: woran sie sich erkennen lassen

Fake-Seiten anderer Art gibt es im E-Commerce-Bereich leider zuhauf. In gefälschten Online-Shops werden begehrte Waren zu äußerst günstigen Preisen angeboten. ­ Wer bezahlt, bekommt bestenfalls minderwertige gefälschte Produkte zugesandt. In der Regel sieht er aber weder die Ware, noch erhält er sein Geld wieder. Meist verschwinden diese Shops rasch wieder, ­tauchen aber in vergleichbarer Gestalt unter neuem Namen und mit einer anderen Internetadresse wieder auf. Ein überprüfbares Impressum haben sie nicht und die All­gemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) bestehen aus einer Sammlung nichts­sagender Texte. Auch fehlt in der Regel die https-Verschlüsselung. Dafür locken sie mit Angeboten, bei denen sich selbst die gewieftesten Schnäppchenjäger die Augen reiben. Besonders raffiniert sind „Shops“ mit Kurzzeit-Sonderangeboten, denn die erzeugen Druck und verleiten zu unüberlegten Käufen. Grundsätzlich gilt: Ein Preis, der zu schön klingt, um wahr zu sein, ist in der Regel auch nicht reell.

Was tun, wenn‘s passiert ist?

Wenn Sie Opfer eines Betrugs geworden sind, bei dem Ihre Identität missbräuchlich verwendet wurde und/oder Sie einen wirtschaftlichen Schaden erlitten haben, sollten Sie den Fall bei der Polizei anzeigen. Falls es sich um Zahlungen mit Bankomat- oder Kreditkarte handelt, ist dringend zu empfehlen, den Vorfall der Bank bzw. dem Kartenausgeber zu melden. Dort können Sie auch die Rückbuchung der missbräuchlichen Umsätze veranlassen. Ebenfalls wichtig: Stellen Sie am Wochenende bzw. außerhalb der Öffnungszeiten einen Kartenmissbrauch fest, rufen Sie umgehend die Sperrhotline an!

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Kommentare

  • Kreditkarte
    von ling am 26.04.2019 um 16:31
    @Retro: Nein, altmodisch sind Sie (bezogen auf Punkt 2) sicher nicht, denn die Vermeidung der asozialen Medien stellt ganz bestimmt keine Bildungslücke dar. Hinsichtlich des Online-Bankings würde mich allerdings schon interessieren wie Sie das bewerkstelligen. Haben Sie so wenig Aufkommen? Gehen Sie tatsächlich in eine Bankfiliale und geben Zahlungsaufträge ab oder werfen sie ein? Oder lassen Sie so gut wie alles abbuchen/einziehen? Wie hoch sind dann Ihre Gebühren?
    Letzter Punkt war für mich entscheidend den gewohnten Weg zu verlassen und dem Internet zu "vertrauen". Meine Bankgebühren sind exakt Null, dafür muss ich einen Mindestdurchschnittsquartalssaldo am Konto haben, was jedoch kein Problem darstellt.
    Ich gehöre ganz bestimmt zu den besonders skeptischen (vorsichtigen) Menschen, doch Internet-Banking betreibe ich nunmehr bereits seit fast 20 Jahren. Ob es Zeit spart (wie einem immer wieder vorgekaut wird) sei einmal dahingestellt. Ich schätze allerdings den Wegfall des Papiers (zB Kontoauszüge) und den raschen Zugriff sowie alle Möglichkeiten der Digitalisierung (man muss keinen Ordner mehr öffnen und suchen, die Belege lassen sich blitzschnell finden). Das liegt vor allem auch daran, dass ich im analogen Zeitalter (Papier) schon immer ein schlampiger Mensch war und auch noch bin, während seit der Leistbarkeit von vernünftig/kostengünstig zu nutzenden Computern/Scannern/Speichermedien sich die Ordnungsliebe erstaunlich rasch gebessert hat. Doch es gibt auch Schattenseiten - über Datensicherheit, Verschlüsselung, Backup, etc reden wir ein anderes Mal...
    PS: Damit die Antwort nicht in eine Themenverfehlung ausartet - eine Kreditkarte nutzte ich bis heute nicht und habe auch nicht vor dies jemals zu tun. Die vielfach als Vorteil angepriesene verspätete Zahlungsverpflichtung ist ja auch nur Augenauswischerei, irgendwann gleicht sich das wieder aus. Vor etlichen Jahren konnte man vielleicht noch über einen gewissen Zinsgewinn sprechen, das fällt mittlerweile auch weg. Die meisten (Online-)Anbieter lassen auch alternative Zahlungsmöglichkeiten zu, sodass eine Kreditkarte vielfach entbehrlich ist. Mir reicht meine normale Bankomatkarte schon, denn der größte Nachteil dieses Plastikgeldes ist, dass man das auszugebende Geld nicht sieht. Wenn ich tausend Euro bar bezahle, schmerzt es viel mehr als wenn ich die Karte zücke...
  • Prepaid Kreditkarte
    von Retro am 28.02.2019 um 22:01
    Kann sein, dass ich eine altmodische Person bin: Bis heute verweigere ich Online Banking und Social Media. Das mag nicht jedermanns Sache sein, aber einen Tipp habe ich vielleicht doch: fürs online shoppen verwende ich eine Prepaid Kreditkarte. So ist der Schaden,sollte er passieren zumindest begrenzt.