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Was tun, wenn es Ärger gibt?

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veröffentlicht: 10.08.2006, aktualisiert: 11.04.2011

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Zoll und Zusatzspesen

Shoppen in den USA

Wenn Sie online in den USA kaufen, müssen Sie sich klar sein, dass dies Risiken in sich birgt. Erstens gelten in den USA andere Gesetze (Case Law System). Zweitens müssen Sie mit Forderungen des Zolls rechnen (z.B Einfuhrumsatzsteuer). Letzteres gilt auch für alle Nicht-EU-Länder. Es könnte Ihnen eine saftige Nachbesteuerung blühen.

Waren mit einem Wert von über 22 Euro, die per Internet-Bestellung in den USA gekauft und importiert wurden, unterliegen der Einfuhrumsatzsteuer. Ab einem Warenwert von 150 Euro muss zusätzlich Zoll entrichtet werden. Die Höhe der Zollsätze richtet sich nach der Ware, dem Wert und dem Ursprungsland.

Shoppen in Asien

Hier gilt, was auch für die USA gilt. Besonders oft fallen Konsumenten auf die Nase, wenn Sie scheinbar hochwertige Produkte zu extrem niedrigen Preisen in Billiglohnländern kaufen. Der Zoll prüft diese Sendungen ganz besonders genau auf gefälschte Markenprodukte (z.B. billige Rolex aus China, Stichwort Markenpiraterie).

Wenn Sie Pech haben ist das Geld weg und der Zoll vernichtet die Ware. Im schlimmsten Fall klagt Sie der Markenhersteller, der die Rechte an der Originalware hat. Dann werden vermutlich Anwaltskosten auf Sie zukommen.

Ferner kann die Finanzstrafbehörde bei Fahrlässigkeit des Konsumenten eine Strafe von bis zu 4000 Euro verhängen. Fahrlässigkeit besteht dann, wenn dem Konsumenten aufgrund des geringen Preises im Vergleich zur Originalware bewußt sein musste, dass das gekaufte Produkt eine Fälschung ist.

In den meisten Fällen wird es daher sinnvoller sein, wenn Sie sich nicht in behördliche Verfahren verwickeln, der Vernichtung der Ware zuzustimmen und im Falle einer Kreditkartenzahlung versuchen, die Abbuchung mit Hilfe des Kreditkartenunternehmens rückbuchen zu lassen (sog. Charge Back).

Angenommen, Sie führen gefälschte Markenware ein, um sie in Österreich weiter zu verkaufen. In dem Fall hat der Rechteinhaber Anspruch auf Unterlassung, Beseitigung und angemessenes Entgelt. Das kann für Sie sehr teuer werden.

Zigaretten

Zigaretten dürfen nicht per Internet angeboten und nach Österreich verschickt werden – auch wenn z.B. spanische Websites das Gegenteil behaupten.

Preis und Zusatzspesen prüfen

Der Preis muss deutlich angegeben sein. Er muss alle Gebühren, Abgaben und Steuern beinhalten (Preisauszeichnungsgesetz sowie Fernabsatzgesetz). Alles andere ist "unlauterer Wettbewerb". Da an den niedrigen Produktpreisen in manchen Fällen nur mehr wenig zu verdienen ist, versuchen manche Händler mittels Zusatzspesen (z.B. hohe Versandkosten) die Spanne zu erhöhen. Die Zusatzspesen können in Summe happig sein:

  • Wechselkursgebühren (bei Nicht-Euro-Ländern)
  • Steuern
  • Transportversicherung
  • Versandkosten
  • Verpackung
  • Zoll

Erkundigen Sie sich nach den Zahlungsmöglichkeiten

Prüfen Sie stets, welche Zahlungsmöglichkeiten es gibt. Kreditkarten sind häufig ein günstiges Zahlungsmittel. Geben Sie in E-Mails Ihre Kreditkartennummer nicht an.

Kaufen Sie nur über eine gesicherte Verbindung

Achten Sie auf das geschlossene Vorhängeschloss im Browser-Fenster. Eine gesicherte Verbindung erkennen Sie auch an der Bezeichnung https:// in der Adresszeile des Browsers - das "s" steht für "secure", also "sicher". Der Browser Firefox färbt bei einer gesicherten Verbindung die Adresszeile gelb ein. Der Internet Explorer weist durch ein Pop-up-Fenster darauf hin. Bei manchen Anbietern ändert sich auch die URL (die Adresszeile). Aus www.xyz.com  wird www1, www2 oder dergleichen, sobald der Kaufprozess beginnt.

Vermeiden Sie Vorauskasse

Viele Unternehmen versuchen, vom Kunden erst das Geld zu erhalten und dann die Ware zu liefern. Verständlich: Das Geld zu haben ist allemal besser, als ihm hinterher zu laufen – daher Vorauskasse. Ihnen als Konsument raten wir: Vermeiden Sie Vorauskasse. Wenn es Probleme gibt, sind Sie in der schwächeren Position.

Uns erreichten vor einigen Jahren zahlreiche Beschwerden über einen Online-Shop, bei dem der Kunde zuerst zahlen musste. Betroffene Kunden beanstandeten: Der Verkäufer liefere nichts, liefere erst sehr spät oder eine andere Ware und reagierte auf Rückforderungen spät oder gar nicht ... Die Eigentümer wurden dann wegen Betrugs angeklagt.

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