Online-Shopping Extra

Was tun, wenn es Ärger gibt?

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veröffentlicht: 10.08.2006, aktualisiert: 11.04.2011

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Lange Lieferzeit und Rücktritt

 

Online-Shops funktionieren anders

Viele Online-Shops funktionieren anders als der Händler um die Ecke. Sie haben keine oder nur wenig Ware auf Lager. In den meisten Fällen dienen sie als Bestellplattform und leiten die Bestellung an den Hersteller oder Großhändler weiter. Wenn der liefert, dann kommt die Ware – wenn er nicht liefert, müssen Sie warten.

Gelegentlich wird in Online-Shops auch gelogen. So fanden wir im September 2010 in einigen Online-Shops eine neue Digitalkamera. Status: "sofort lieferbar" oder "auf Lager". In Wirklichkeit kam das Produkt erst Ende Oktober in die Geschäfte.

Lange Lieferzeiten

Kommt die Ware aus einem anderen Staat, kann die Zustellung länger dauern. Klären Sie vor der Bestellung, wie lange die Lieferung dauern wird. Am besten ist, Sie vereinbaren einen fixen Liefertermin - soweit das möglich ist; denn die meisten Bestellsysteme machen es dem Kunden unmöglich eigene Wünsche zu artikulieren. Lesen Sie vor dem Kauf die AGB und das Kleingedruckte; dort finden sich bisweilen aufschlussreiche Hinweise.

Ein Beispiel aus unserer Praxis: "Lieferungen durch XXX.at erfolgen stets unter dem Vorbehalt, dass XXX.at seinerseits vollständig und rechtzeitig beliefert wird und die fehlende Verfügbarkeit des Artikels nicht zu vertreten hat." Das bedeutet: Der Kunde bekommt erst dann die Ware, wenn der Großhändler an den Online-Shop liefert. Liefert der Großhändler nicht, muss der Kunde warten - eventuell sehr lange.

Angemessene Lieferfrist

Was ist eine angemessene Lieferfrist, z.B. für eine Lieferung von Deutschland nach Österreich? Generell lässt sich das nicht beantworten, da sich die Angemessenheit nach den konkreten Umständen richtet (z.B. Art der Ware, Lieferweg, ursprüngliche Lieferfrist etc.).

Rücktritt wegen zu langer Lieferzeiten

Wenn keine besondere Lieferfrist vereinbart wurde, ist der Unternehmer verpflichtet, innerhalb von 30 Tagen zu liefern. Ist dem Händler die Ausführung der Bestellung nicht möglich, muss er Ihnen dies unverzüglich mitteilen.

Die Gerichte haben bis jetzt nicht geklärt, ob sie auch dann eine Nachfrist setzen und nach Verstreichen vom Vertrag zurücktreten müssen, wenn keine Lieferzeit vereinbart ist und damit die 30-Tage-Frist (§ 5i KSchG) gilt. Manche Juristen meinen, dass der Kaufvertrag nach Ablauf von 30 Tagen automatisch zerfällt und Sie Ihr Geld sofort zurückfordern können. Wenn Sie weiter auf eine Lieferung hoffen, dann sollten Sie dem Unternehmen eine Nachfrist setzen.

Ist der Vertrag aufgelöst, muss der Unternehmer bereits erhaltene Zahlungen zurückzahlen.

Ist der Händler an dem Lieferverzug schuld, steht Ihnen - wenn ein Schaden entstanden ist - auch Schadenersatz zu.

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