Online-Shopping Extra

Was tun, wenn es Ärger gibt?

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veröffentlicht: 10.08.2006, aktualisiert: 11.04.2011

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Transportprobleme

Die Bestellung wurde beim Transport völlig zerstört. Was soll ich tun?

Kauft man etwas im Versandhandel oder in einem Onlineshop, so reist die Sache in der Regel auf Gefahr des Käufers. Wird die Ware während des Transportes mit Post, Bahn, Flugzeug oder Schiff zerstört oder geht sie verloren, müssen theoretisch Sie als Käufer den Kaufpreis bezahlen ohne eine brauchbare Ware dafür zu bekommen. Anders ist es, wenn die Ware nicht auf diesem Weg transportiert wird, aber das ist selten.

Die Lieferung wurde beim Transport nur beschädigt

Wurde die Ware am Transportweg beschädigt und kommt sie in diesem Zustand beim Käufer an, steht dem Käufer ebenfalls das Rücktrittsrecht zu. Es muss sich natürlich um ein Fernabsatzgeschäft handeln. Auch hier wird der Vertrag aufgelöst. An sich sind die Folgen die gleichen wie oben beschrieben. Allerdings muss der Verbraucher in diesem Fall die – beschädigte – Ware an den Unternehmer zurückschicken. Gibt es eine entsprechende Vereinbarung, muss der Verbraucher in diesem Fall die Kosten für die Rücksendung selbst tragen (§ 5g Abs 2 KSchG).

Mangelt es an den Voraussetzungen für das Rücktrittsrecht gem § 5e KSchG, hat der Käufer aber unter Umständen noch die Möglichkeit der Gewährleistung. Hier wiederum in erster Linie Austausch oder Verbesserung der beschädigten Sache. Macht der Käufer von der Gewährleistung Gebrauch, muss er – anders als beim Rücktrittsrecht nach § 5e KSchG – auf keinen Fall die Kosten der Rücksendung tragen (§ 8 Abs 3 KSchG); eine Vereinbarung, die ihm die Versandkosten auferlegt, ist unwirksam. Hier finden Sie mehr zur Gewährleistung.

Eventuell Gewährleistungsanspruch

- Hat der Käufer die Versandart weder selbst bestimmt noch genehmigt und wurde auch nicht auf verkehrsübliche Art versendet, hat der Käufer ein Gewährleistungsrecht.

- Hat aber der Käufer die Versandart selbst bestimmt oder genehmigt oder wurde eine verkehrsübliche Versendungsart gewählt, hat der Käufer keine Gewährleistungsmöglichkeit. Die Ware gilt bereits mit Übergabe an den Transporteur als an den Käufer übergeben; in diesem Zeitpunkt war sie noch unbeschädigt.

Bloße Beschädigung am Transportweg - bereits vor Übergabe an den Transporteur

Liegen die Voraussetzungen für den Rücktritt (§ 5e KSchG) vor, kann der Verbraucher den Vertrag auflösen.

Liegen die Voraussetzungen für das Rücktrittsrecht gem § 5e KSchG nicht vor oder möchte der Verbraucher keinen Gebrauch davon machen, so steht ihm ein Gewährleistungsrecht zu (primär: Austausch oder Verbesserung der beschädigten Sache), und zwar unabhängig davon, ob die Versendungsart vom Käufer gewählt bzw genehmigt wurde oder nicht.

In der Praxis ist es schwer zu beweisen, wann die Sache beschädigt wurde. Nach § 924 ABGB muss der Verkäufer beweisen, dass die Sache bei Übergabe mangelfrei war (sofern der Mangel in den ersten 6 Monaten nach Übergabe erkennbar wird), d.h. der Verkäufer muss beweisen, dass er die Sache unbeschädigt an den Transporteur übergeben hat.

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