Online-Shopping Extra

Was tun, wenn es Ärger gibt?

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veröffentlicht: 10.08.2006, aktualisiert: 11.04.2011

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Fallbeispiele

Versand-/Bezahl-Spesen im Onlineshop

Frage: Sehr oft haben Anbieter bei Geizhals.at einen billigen Warenpreis. Bei den Versandkosten heißt es dann aber: Vorauskasse 5,90 Euro, Nachnahme 9,60 Euro oder Kreditkarte 7,90 Euro plus 3,75% vom Warenwert. - Ist die Behauptung, Billigstbieter zu sein ungesetzlich? Ich finde: Die Art der Bezahlung hat nichts mit der Art des Versandes zu tun. Die 3,75%-Kreditkartengebühr lassen den angeblichen Billistpreis auf den 4., 5. od. 6. Platz rutschen.

Antwort: Aus juristischer Sicht ist die Frage nicht ganz klar bzw. leicht verständlich beantwortbar. Es gibt kaum Urteile zum neuen Zahlungsdienstegesetz (ZaDiG) und was es an Veröffentlichungen gibt, stammt hauptsächlich von uns selbst. - Unsere Sicht ist die: Wenn dieser Betrag (wie es scheint) als Versandkosten betitelt ist, der nun je nach Zahlungsart differiert, liegt kein Verstoß gegen § 27 Abs 6 ZaDiG vor. Zusätzliche Entgelte für die Bezahlung mit einem bestimmten Zahlungsinstrument sind unzulässig; allerdings sind Ermäßigungen erlaubt.

Es kommt darauf an, wie man die Preisgestaltung in diesem Fall interpretiert. Wir würden meinen, dass man - da die Versandkosten bei jeder Zahlungsart verrechnet werden (sonst wäre es anders zu sehen) - von Ermäßigungen bei Vorauskasse und Kreditkarte sprechen kann (im Gegensatz zur Bezahlung per Nachnahme). Es ist juristisch ja kein Unterschied, welcher der Beträge als erster genannt wird.

Die Verschleierung der zusätzlichen Kosten in Prozent des Kaufpreises könnte man eventuell als Verstoß gegen das Transparenzgebot ansehen. Einen Verstoß gegen das Zahlungsdienstegesetz (ZaDiG) würden wir hier nicht annehmen.

Erst Fehler gemacht, dann mit Gutschein abgespeist

Frage: Der Händler hat mir nach einer Online-Bestellung die falsche Ware geliefert. Ich bin dann vom Kauf zurückgetreten, hatte keine Lust mehr. Statt der 150 Euro, die ich bezahlt habe, hat mir der Händler einen Gutschein über 90 Euro ausgestellt. Erst macht er einen Fehler und lässt mich dann auch noch seine Spesen bezahlen! Muss ich mir das gefallen lassen?

Antwort: Nein. Sie können, wenn Sie wollen, einen Gutschein akzeptieren; sie müssen aber nicht. Sie haben Anrecht auf die volle Summe ohne Abzüge.

Lieferverzug

Frage: Ich habe bei einem Onlineshop ein TV-Gerät gekauft und per Vorauskasse bezahlt. Auf der Website war angegeben, dass binnen zehn Tagen geliefert wird. Nun warte ich schon mehr als einen Monat und habe noch immer keinen Fernsehapparat.
a) Kann ich mein Geld zurückverlangen?
b) Muss ich dem Verkäufer zuvor eine Nachfrist für die Lieferung setzen?
c) Was mache ich, wenn ich den Kaufpreis nicht zurückbekomme?

Antwort: Zu a) Sie treten vom Kauf zurück und fordern die Rückzahlung des vollen Kaufpreises - also ohne Abzüge. Zu b) Nein. Zu c) Wenden Sie sich an eine Verbraucherschutzeinrichtung wie den VKI oder bei grenzüberschreitenden Beschwerden an das Europäische Verbraucherzentrum (www.europakonsument.at). Sie können den Unternehmer auf Zahlung des Kaufpreises klagen. 

Vielleicht Betrug

Frage: Ich habe bei einem Online-Shop ein günstiges TV-Gerät gekauft und bezahlt. Die Ware ist aber nach sieben Wochen noch immer nicht da. Die Firma ist nicht telefonisch erreichbar und die Vertröster-Mails gehen nicht auf meinen Fall ein. Was soll ich tun?

Antwort: Es könnte sich auch um Betrug handeln. Schauen Sie einmal in der Liste jener Websites nach, vor denen wir warnen: Onlineshopping - Nepp im Web (Konsument 12/2010) - vor allem die Seiten 4 und 5.

Falsch-Lieferung

Frage: Ich habe in einem deutschen Onlineshop ein Paar Tennisschuhe gekauft. Leider wurden diese in der falschen Größe geliefert. Der Händler verlangt nun, dass ich auf meine Kosten die Schuhe zurück zu ihm schicken soll. Ein Paar in der richtigen Größe schickt er mir erst dann zu und ich soll überdies erneut Versandspesen für die Lieferung zu mir bezahlen.

Frage: Ich habe über Teleshopping im Fernsehen zwei Paar Schuhe der Größe 38 bestellt, eines in weiß, eines in schwarz. Bekommen habe ich Größe 41 und beide in schwarz. Wie soll ich vorgehen?

Antwort: Der Unternehmer hat Ihnen in beiden Fällen die von Ihnen bestellten Schuhe in der richtigen Größe zu senden. Auch die erneuten Lieferkosten sowie die Kosten der Rücksendung der Falschlieferung hat der Unternehmer zu tragen.

Kontaktieren Sie den Händler, schicken Sie die falschen Schuhe auf Kosten des Händlers zurück und verlangen Sie a) die richtigen Produkte oder b) Rücktritt (Ware zurück, Geld zurück).

Hohe Gesprächs- und Rücktrittsspesen

Frage: Ich habe in einem Online-Shop eine Tasche gekauft. Das Produkt ist aber ganz anders als beschrieben. Ich möchte zurücktreten. Wenn ich dort anrufe hänge ich ewig in einer kostenpflichtigen Warteschleife und werde dann hin und hergeschickt. Wie soll ich vorgehen?

Antwort: Das sind Geschäftsmethoden unseriöser Unternehmen. Ein Anruf hat in diesem Fall wenig Sinn. Vermeiden Sie bei Unternehmern, die lediglich kostenpflichtige Hotlines anbieten, anzurufen. Erklären Sie den Rücktritt gemäß Fernabsatz schriftlich.

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