Pelzhandel

Ein blutiges Geschäft

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KONSUMENT 11/2015 veröffentlicht: 29.10.2015

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Österreich: Keine Pelzfarmen, aber Handel

In Österreich sind Pelzfarmen gemäß Bundestierschutzgesetz seit 2005 verboten, nicht jedoch der Handel mit Pelzen von Pelzfarmen oder Fallenfang. Die heimischen Kürschner halten sich bei der Herstellung von Pelzen an gewisse Mindeststandards: "Wir verwenden Tierfelle von Tieren, die ohnehin getötet werden", versichert Philipp Sladky, Innungsmeister der niederösterreichischen Kürschner.

Das heißt, es handelt sich einerseits um Tiere, deren Fleisch verwertet wird (betrifft etwa Lamm- oder Kalbfelle aus europäischen Ländern oder Swakara-Schafe aus Namibia); aber es geht auch um Tiere, die zur gewerblichen Jagd bestimmt sind (darunter Füchse und Marder aus heimischer Jagd).

Tiergerechte Haltung in Pelzfarmen?

Sladky selbst importiert auch Nerze, beispielsweise aus dänischen Pelzfarmen: "Es gibt bei der Haltung große Unterschiede, in Dänemark wird Wert auf tiergerechte Haltung gelegt." Die Nerze würden zwar in Käfigen gehalten, aber die Qualität des Felles sage viel über die Haltung aus.

"Die in einer Pelzfarm herrschenden Haltungsstandards können den Ansprüchen der Tiere nicht gerecht werden und daher niemals tierschutzkonform sein", kontert Veronika Weissenböck von Vier Pfoten. In Ländern, die höhere Standards für die Haltung von Pelztieren einführten, habe dies letztlich zur Aufgabe der Pelzfarmen geführt, da das Geschäft durch die Vorgabe höherer Standards unrentabel wurde.

Kennzeichnungspflicht für Herkunft und Material

Kürschnermeister Sladky wiederum verweist auf weitere positive Seiten: Die österreichischen Kürschner haben sich eine Kennzeichnungspflicht für Herkunft und Material der Pelze auferlegt, zudem haben die Wiener Meisterkürschner in einer Charta festgeschrieben, auf importierte Katzen- und Hundefelle zu verzichten.

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