KONSUMENT.AT - Physiotherapie: Reaktionen auf den Test - Leserreaktion: Olga Trebos

Physiotherapie: Reaktionen auf den Test

Verbände, Therapeuten, Patienten

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veröffentlicht: 28.03.2012, aktualisiert: 05.07.2012

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Leserreaktion: Olga Trebos

Testurteil Daniela REITER: Ihre Testperson 1 scheint wohl zu den typischen passiven Patienten zu zählen, die sich einfach nur vom Therapeuten mehr oder weniger nutzbringend "bearbeiten" lassen und dann nach 7 (in Worten: sieben!) von der Kasse sehr teilweise bezahlten Therapieeinheiten Wunder erwarten. Wenn diese nicht eintreten sind alle anderen schuld und es wird neuerlich um Therapien angesucht – und so fort.. Nach einem Hüftgelenkserguss, ausgelöst durch eine Coxarthrose mit der Bildung von Geröllzysten bin ich mit großen Schmerzen und kaum bewegungsfähig erstmals bei Frau Reiter "gelandet". Noch heute (fast 3 Jahre später) bin ich dankbar für die wertvollen Instruktionen, wie ich mit diesem Leiden Zuhause sinnvoll und richtig Gymnastik betreiben, wie ich den Körper belasten/entlasten kann um die Schmerzen so gering wie möglich zu halten. Für diese Erkrankung habe ich seitdem keine Therapien mehr beantragt, an die "Vorträge" und Unterweisungen durch Frau Reiter denke ich, besonders beim nun einfacheren Stiegen steigen, fast täglich voll Dankbarkeit.

Durch einen Sturz vor etwa 8 Jahren habe ich mir eine Ruptur der Supraspinatussehne zugezogen, sodass am 5.5.2011 eine Operation nötig war. Laut dem Rehab-Bericht wurde frühestens ab 3 Monaten die Möglichkeit von Schwimmen, Laufen etc. in Aussicht gestellt, erst nach 4 – 5 Monaten die volle Belastbarkeit des Armes. Nach den professionellen Therapien bei Frau Reiter, die ich mit den erhaltenen Unterweisungen Zuhause fortgesetzt habe, konnte ich in wenigen Wochen den Arm wieder nach oben bringen usw. Nach 6 Wochen konnte ich an  der Adria bereits Schwimmen, nach 8 Wochen habe ich täglich im Strassganger Bad ausführliche, kraftvolle Schwimmrunden gedreht.

Die Therapien entsprachen den Anweisungen des Chirurgen, die Kostenabrechnung war korrekt.  Sollte es nötig sein, werde ich – wie übrigens auch meine ganze Familie – nur zu Frau Reiter gehen, denn bei ihr habe ich gelernt, dass Mitwirken für mich (den Patienten) das Wichtigste bei Rehabilitation ist. Den Krankenkassen werden durch solche Therapeuten unnötige Therapiekosten sicherer erspart bleiben als bei passiven Aktionen. Auf "Streicheleinheiten" wie sie oft andernorts brav absolviert werden kann ich gerne verzichten.

Testurteil für Ihren Test DANEBENGEGRIFFEN: leider nicht genügend.

Olga Trebos

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Kommentare

  • Staub, der wirbelt
    von ockham's razor am 18.04.2012 um 12:42
    Ich befürchte, hier wurde in der Folgeausgabe des VKI eine Gelegenheit verpasst, sich für einen durch tendenziöse "Testberichterstattung" entstehenden Imageschaden an einer insgesamt engagiert und nach fundierten Grundsätzen arbeitenden Berufsgruppe zu entschuldigen. Der VKI könnte sich überlegen, ob es stattdessen nicht angebracht wäre, die Öffentlichkeit besser über Nutzen und Chancen wissenschaftlich fundierter Methoden und Praktiken der Physiotherapie zu informieren. Bei seinen Recherchen würde er zB. entdecken, dass die Physiotherapie über ihre allgemein anerkannte Rolle in der Reha nach Eingriffen, Verletzungen oder Schlaganfällen weit hinausgeht und nicht unwesentlich dazu beiträgt, unnötiges Leid bzw. konkret auch unnötige Kosten(lawinen) im Gesundheitssystem zu verhindern. Statt sich in diesem Bereich lediglich als verlängerter Arm bzw. Kontrollorgan von Funktionären zu verstehen, wäre der VKI gut beraten, die Verbreitung seines Mediums für die bessere Aufklärung der Bevölkerung bzw. Konsumenten zum Beispiel darüber zu nutzen, wie Österreich im internationalen Vergleich bzgl. der Statistik operativer Eingriffe im Bewegungsapparat da steht, und was das im Klartext für Patienten mit Schmerzen und Beschwerden im Bewegungsapparat bedeuten kann. Ohne Übertreibung kann gesagt werden, dass ein Gegengewicht zur Arbeit der Lobby von Prothetik-, Schmerzmittel- und Psychopharmakaindustrie hierzulande fehlt, da nur unzureichend bzw. in manchen Bundesländern teilweise überhaupt nicht über die Möglichkeiten konservativer, nicht medikamentöser und vor allem kausal ausgerichteter Therapien aufgeklärt wird. Die Kritik des European Health Forums spricht hier klare Worte: http://salzburg.orf.at/news/stories/2504363/ Solange der VKI sich zu Befangenheit und einseitiger Berichterstattung verleiten lässt im Rahmen eines Fachgebiets, in dem er keine weitergehenden Kompetenzen in Form zB. eines Sachkundigen aus der Berufsgruppe der Physiotherapeuten nachweisen kann, wird er sich mit dem Vorwurf auseinandersetzen müssen, parteiisch zu agieren, und die Konsumenten von schwerwiegenden Problematiken (siehe Statistik im Link) abzulenken bzw. darüber im Dunkeln zu lassen. Gerade hier aber könnte die Arbeit derjenigen, die behaupten, sich die Interessen der Konsumenten auf die Fahne geschrieben zu haben, helfen, Positives zur Aufklärung der Öffentlichkeit beizutragen, unnötiges Leiden zu sparen und Licht ins Dunkel von industriellen Machenschaften zu bringen. Dazu ist aber vor allem eine Unabhängigkeit seitens des Konsumentenschutzes notwendig - das schliesst politische Beeinflussung, welche in der Struktur des VKI jedoch nicht von der Hand zu weisen ist, mit ein.