Physiotherapie: Reaktionen auf den Test

Verbände, Therapeuten, Patienten

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veröffentlicht: 28.03.2012, aktualisiert: 05.07.2012

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Leserreaktion: Friederike Reichhold

Ihren jüngsten "Untersuchungsergebnissen" zufolge deklarieren Sie ungestraft  mit 2, 3 Sätzen eine ganze Berufsgruppe in aller Öffentlichkeit über den ORF (Nachrichten) als Betrüger, die Patienten und Krankenkassen prellen, weil sie Methoden, die in anderen europäischen Ländern und Ländern in Übersee evaluiert sind, im Sinne einer effizienten Behandlung anwenden. Physiotherapie ist nun mal mehr als "Schulterkreisen, Ohrenwackeln und Zehen massieren". Ihre unseriöse Berichterstattung hat  einer komplette Berufsgruppe, die ohnehin schon von neidischer medizinischer Konkurrenz unterdrückt wird, außerordentlich geschadet. Bevor Sie, die Sie lt. Ihrer Hompage AK-Beiträge, bescheidene Mieteinnahmen und Finanzspritzen von Sozialpartner für eine derartige Tätigkeit vergeuden, sollten Sie zuerst seriös recherchieren. Die PT-Ausbildung ist auf FH-Niveau und endet mit Mastersausbildung bis hin zum Doktorat!

Sollte dieses Bild, das Sie schändlicher Weise erzeugt haben, nicht sofort in aller Öffentlichkeit zurecht gerückt werden, erhebe ich Klage – und dies können Sie ernst nehmen. Rufschädigung, Geschäftsschädigung, Verleumdung, etc.

Zur Vorweginformation: Meine Vertretung ist Herr Mag. Dorner, RA-Kanzlei Bahnhofstraße 21, 6900 Bregenz.
Ein Leichtes zu erraten, wer Ihre Auftraggeber waren.

Für einen seriösen Gedankenaustausch stehe ich gerne zur Verfügung.
 
Mit freundlichen Grüßen,
Mag. Friederike Reichhold

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Kommentare

  • Staub, der wirbelt
    von ockham's razor am 18.04.2012 um 12:42
    Ich befürchte, hier wurde in der Folgeausgabe des VKI eine Gelegenheit verpasst, sich für einen durch tendenziöse "Testberichterstattung" entstehenden Imageschaden an einer insgesamt engagiert und nach fundierten Grundsätzen arbeitenden Berufsgruppe zu entschuldigen. Der VKI könnte sich überlegen, ob es stattdessen nicht angebracht wäre, die Öffentlichkeit besser über Nutzen und Chancen wissenschaftlich fundierter Methoden und Praktiken der Physiotherapie zu informieren. Bei seinen Recherchen würde er zB. entdecken, dass die Physiotherapie über ihre allgemein anerkannte Rolle in der Reha nach Eingriffen, Verletzungen oder Schlaganfällen weit hinausgeht und nicht unwesentlich dazu beiträgt, unnötiges Leid bzw. konkret auch unnötige Kosten(lawinen) im Gesundheitssystem zu verhindern. Statt sich in diesem Bereich lediglich als verlängerter Arm bzw. Kontrollorgan von Funktionären zu verstehen, wäre der VKI gut beraten, die Verbreitung seines Mediums für die bessere Aufklärung der Bevölkerung bzw. Konsumenten zum Beispiel darüber zu nutzen, wie Österreich im internationalen Vergleich bzgl. der Statistik operativer Eingriffe im Bewegungsapparat da steht, und was das im Klartext für Patienten mit Schmerzen und Beschwerden im Bewegungsapparat bedeuten kann. Ohne Übertreibung kann gesagt werden, dass ein Gegengewicht zur Arbeit der Lobby von Prothetik-, Schmerzmittel- und Psychopharmakaindustrie hierzulande fehlt, da nur unzureichend bzw. in manchen Bundesländern teilweise überhaupt nicht über die Möglichkeiten konservativer, nicht medikamentöser und vor allem kausal ausgerichteter Therapien aufgeklärt wird. Die Kritik des European Health Forums spricht hier klare Worte: http://salzburg.orf.at/news/stories/2504363/ Solange der VKI sich zu Befangenheit und einseitiger Berichterstattung verleiten lässt im Rahmen eines Fachgebiets, in dem er keine weitergehenden Kompetenzen in Form zB. eines Sachkundigen aus der Berufsgruppe der Physiotherapeuten nachweisen kann, wird er sich mit dem Vorwurf auseinandersetzen müssen, parteiisch zu agieren, und die Konsumenten von schwerwiegenden Problematiken (siehe Statistik im Link) abzulenken bzw. darüber im Dunkeln zu lassen. Gerade hier aber könnte die Arbeit derjenigen, die behaupten, sich die Interessen der Konsumenten auf die Fahne geschrieben zu haben, helfen, Positives zur Aufklärung der Öffentlichkeit beizutragen, unnötiges Leiden zu sparen und Licht ins Dunkel von industriellen Machenschaften zu bringen. Dazu ist aber vor allem eine Unabhängigkeit seitens des Konsumentenschutzes notwendig - das schliesst politische Beeinflussung, welche in der Struktur des VKI jedoch nicht von der Hand zu weisen ist, mit ein.
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