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Physiotherapie: Reaktionen auf den Test

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veröffentlicht: 28.03.2012, aktualisiert: 05.07.2012

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Stellungnahme der Österreichischen Gesellschaft für angewandte Tiefenpsychologie und allgemeine Psychotherapie

Ich möchte auf einen von Ihnen, nebenbei erwähnten, falschen Aspekt eines Satzes Ihrer Kolumne in der Zeitschrift "Konsument" zum Thema "Physiotherapie" hinweisen. Entweder haben Sie gar nicht recherchiert, oder Ihr Wissen über Hypnose stammt aus unterhaltsamen Arztwartezimmer-Zeitschriften.

Die psychotherapeutische Methode "Hypnose" wurde von uns (der ÖGATAP, Österreichische Gesellschaft für angewandte Tiefenpsychologie und allgemeine Psychotherapie) vor einigen Jahren in "Hypnosepsychotherapie" umbenannt, um die psychotherapeutische Basis auch im Namen zu betonen. Genau aus dem Grund, weil die Methode Hypnose manchmal durch Filme, Werbung, und Zeitschriften in ein falsches, klischeehaftes Licht von magischer Beeinflussung, Zauberei und Bühnenshows gerückt wird. Hypnosepsychotherapie ist eine die älteste therapeutische Methode, in Österreich eine tiefenpsychologische Ausbildungsmethode, in welcher die Konzepte der Tiefenpsychologie, der ressourcenorientierten Hypnotherapie und der Ich-stärkenden, lösungsorientierten Hypnose zum Tragen kommen. Dabei wird mit dem tiefenpsychologischen Terminus "Unbewußtes" ebenso gearbeitet, wie mit vielen anderen bekannten Begriffen der Tiefenpsychologie.

Es ist falsch, dass Hypnose unter Komplementärmedizin fällt. Sie hat nichts mit Medizin zu tun, genauso wenig wie Psychoanalyse, systemische Familientherapie, Verhaltenstherapie, Gesprächstherapie oder alle anderen psychotherapeutischen Methoden. Richtig ist hingegen, dass Hypnose seit fast 20 Jahren eine staatlich anerkannte Psychotherapiemethode ist, die sowohl auf Krankenschein, als auch auf Rückverrechnung bei einem Wahl-Psychotherapeuten in Anspruch genommen werden kann. Man muss, um sich Hypnosetherapeut, Hypnosepsychotherapeut, Hypnotiseur oder wie auch immer, zu nennen, entweder in die Psychotherapeutenliste des Bundesministeriums für Gesundheit eingetragen sein (dies meist nach einer etwa 7 jährigen intensiven Ausbildungsdauer), oder als Klinischer/Gesundheitspsychoologe oder Arzt für Psychiatrie eine nachweisbare ausreichende Weiterbildung in Hypnotherapie, Hypnose oder Ähnlichem nachweisen. Alle anderen Personen machen sich strafbar, wenn sie versuchen, Symptome mit der Methode Hypnose oder ählichen verwechselbaren Bezeichnungen zu behandeln.

In Österreich ist die Methode weithin anerkannt und sehr erfolgreich und eine Berufsbezeichnung "Hypnotiseur", Hypnotherapeut", "Hypnosetherapeut" oder "Hypnosepsychotherapeut" ist ebenso strafbar wie die Ausübung der Tätigkeit (Berufs- und Tätigkeitsschutz laut österreichischem Psychotherapiegesetz).

Falsch ist auch, dass Hypnose nur bei bestimmten Indikationen eine Wirkung hätte. Woher nehmen Sie diese Behauptungen? Im Gegenteil, es gibt kaum eine  besser untersuchte und anerkannte Psychotherapiemethode (deren es in Österreich zur Zeit insgesamt 22 gibt), wie Hypnose. Die Vielzahl wissenschaftlicher Untersuchungen zu verschiedenen Anwendungsbereichen wird kaum von einer anderen psychotherapeutischen Methode überboten, vor allem in den USA und Deutschland wird sehr viel geforscht, in Wien an der Universitätsklinik und anderen Universitäten.

Zur Zeit beginnt eine Wirksamkeitsforschung der psychotherapeutischen Ausbildungsgesellschaft ÖGATAP zu den drei von ihr angeboten Psychotherapieausbildungen Hypnosepsychotherapie, Autogene Psychotherapie und Katatyhm Imaginative Psychotherapie.

Eine angedeutete Gleichstellung mit Qigong, Akupunktur oder "andere obskure Methoden..." ist nicht nur falsch sondern stellt eine sehr erfolgreiche Therapiemethode in eine Reihe mit nicht stattlich anerkannten psychischen Behandlungsmethoden.

Falls Sie sich einmal ein Bild machen möchten, können Sie gerne die Stellungnahme des Gesundheitsministeriums im beigefügten attachement lesen oder unter www.oegatap.at, www.bmg.gv.at oder unter http://www.hypno-mega.at weitere Infomationen zum Thema Hypnose, Hypnotherapie oder Hypnosepsychotherapie beziehen. Unter http://ijceh.com/content/view/293/182/ oder http://www.hypnose-kikh.de können Sie direkt in den neuesten klinischen Forschungsergebnissen zum Thema Hypnose schmökern.

im Namen der ÖGATAP
 
Dr. Susanne Frei
Psychotherapeutin für HY (Hypnosepsychotherapie), ATP ( Autogene Psychotherapie) und KIP (Katathym Imaginative Psychotherapie)
Lehrtherapeutin mit voller Lehrbefugnis für HY und ATP
Lehrtherapeutin mit partieller Lehrbefugnis für KIP der ÖGATAP

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Kommentare

  • Staub, der wirbelt
    von ockham's razor am 18.04.2012 um 12:42
    Ich befürchte, hier wurde in der Folgeausgabe des VKI eine Gelegenheit verpasst, sich für einen durch tendenziöse "Testberichterstattung" entstehenden Imageschaden an einer insgesamt engagiert und nach fundierten Grundsätzen arbeitenden Berufsgruppe zu entschuldigen. Der VKI könnte sich überlegen, ob es stattdessen nicht angebracht wäre, die Öffentlichkeit besser über Nutzen und Chancen wissenschaftlich fundierter Methoden und Praktiken der Physiotherapie zu informieren. Bei seinen Recherchen würde er zB. entdecken, dass die Physiotherapie über ihre allgemein anerkannte Rolle in der Reha nach Eingriffen, Verletzungen oder Schlaganfällen weit hinausgeht und nicht unwesentlich dazu beiträgt, unnötiges Leid bzw. konkret auch unnötige Kosten(lawinen) im Gesundheitssystem zu verhindern. Statt sich in diesem Bereich lediglich als verlängerter Arm bzw. Kontrollorgan von Funktionären zu verstehen, wäre der VKI gut beraten, die Verbreitung seines Mediums für die bessere Aufklärung der Bevölkerung bzw. Konsumenten zum Beispiel darüber zu nutzen, wie Österreich im internationalen Vergleich bzgl. der Statistik operativer Eingriffe im Bewegungsapparat da steht, und was das im Klartext für Patienten mit Schmerzen und Beschwerden im Bewegungsapparat bedeuten kann. Ohne Übertreibung kann gesagt werden, dass ein Gegengewicht zur Arbeit der Lobby von Prothetik-, Schmerzmittel- und Psychopharmakaindustrie hierzulande fehlt, da nur unzureichend bzw. in manchen Bundesländern teilweise überhaupt nicht über die Möglichkeiten konservativer, nicht medikamentöser und vor allem kausal ausgerichteter Therapien aufgeklärt wird. Die Kritik des European Health Forums spricht hier klare Worte: http://salzburg.orf.at/news/stories/2504363/ Solange der VKI sich zu Befangenheit und einseitiger Berichterstattung verleiten lässt im Rahmen eines Fachgebiets, in dem er keine weitergehenden Kompetenzen in Form zB. eines Sachkundigen aus der Berufsgruppe der Physiotherapeuten nachweisen kann, wird er sich mit dem Vorwurf auseinandersetzen müssen, parteiisch zu agieren, und die Konsumenten von schwerwiegenden Problematiken (siehe Statistik im Link) abzulenken bzw. darüber im Dunkeln zu lassen. Gerade hier aber könnte die Arbeit derjenigen, die behaupten, sich die Interessen der Konsumenten auf die Fahne geschrieben zu haben, helfen, Positives zur Aufklärung der Öffentlichkeit beizutragen, unnötiges Leiden zu sparen und Licht ins Dunkel von industriellen Machenschaften zu bringen. Dazu ist aber vor allem eine Unabhängigkeit seitens des Konsumentenschutzes notwendig - das schliesst politische Beeinflussung, welche in der Struktur des VKI jedoch nicht von der Hand zu weisen ist, mit ein.