Physiotherapie: Reaktionen auf den Test

Verbände, Therapeuten, Patienten

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veröffentlicht: 28.03.2012, aktualisiert: 05.07.2012

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Reaktion: Monika Terlinden

Qualitätskontrolle ist notwendig, keine Frage. Im Vertrag mit den Krankenkassen vereinbarte Mindestbehandlungszeiten einzuhalten, sollte selbstverständlich sein. Fairerweise sollte mit dem Arzt Rücksprache gehalten werden, wenn man als Therapeut zu dem Schluss kommt, dass z. B. Elektrotherapie nicht zielführend oder sogar kontraindiziert ist.

Osteopathie in einen Topf mit Klangschalenentspannung

Wenn allerdings Osteopathie ( zu der auch die Craniosacraltherapie zählt ) in einen Topf mit Klangschalenentspannung geworfen wird, nur weil die österreichischen Krankenkassen diese Therapieform bisher noch nicht anerkennen, sei es aus Unwissenheit oder auch aus dem Wunsch heraus, nicht noch zusätzliche Ausgaben zu tätigen, dann zeigt dies v. a. auf eine schlechte Recherche des Verfassers hin. In den USA sind Osteopathen nach meinem Wissensstand gleichberechtigt mit den Medizinern. Sowohl in Österreich als auch in Deutschland werden  zunehmend osteopathische Techniken bei den ärztlichen Ausbildungsstätten für Manuelle Medizin gelehrt und es gibt Überlegungen, diese Therapie auch in den Leistungskatalog aufzunehmen.

Arzt gibt Ziel vor, Therapeut entscheidet über Technik

Der Arzt gibt über die Diagnose die Ziele vor, der Therapeut entscheidet über die Techniken. Die Rechnungsstellung sollte angeben, wie viel Zeit was kostet, z. B. 30 min. Therapie kosten 30 €, wobei die Verteilung von aktiven und passiven Maßnahmen von Termin zu Termin variieren kann, denn die Zeiteinteilung sollte sich v. a. nach der Reaktionslage des Patienten richten. Manchmal braucht die Entspannung bei der klassischen Muskelmassage etwas länger, dann werden die Dehnungs- und Kräftigungsübungen kürzer ausfallen. Im anderen Fall bewirkt die Massage nur noch mehr Schmerzen, weil die Muskelverspannung reflektorisch durch andere Strukturen erhalten wird und der Therapeut wählt andere Techniken (z. B. Osteopathie, Gelenktechniken aus der Manuellen Medizin, Bindegewebsmassage, Fußreflexzonentherapie, etc....), um ans Ziel zu kommen. Ein Glück, dass die meisten Therapeuten bereit sind, für Fortbildungen viel Zeit und Geld zu investieren, um verschiedene Techniken anbieten und noch effektiver behandeln zu können.

Position Heilgymnastik in Physiotherapie geändert

Nicht ohne Grund  wurde die Position Heilgymnastik in Physiotherapie geändert, was viel mehr beinhaltet als nur Anleitung zur Dehnung und Kräftigung. Sonst könnte der Patient auch in der Gymnastikgruppe schmerzfrei werden.

Noch ein Wort zum Erstgespräch. Selbstverständlich ist das Erstgespräch, die Anamnese (Befragung über Medikamente, Operationen, Erkrankungsverläufe, etc…..) und die Befundaufnahme innerhalb der Behandlungszeit angesiedelt; wann denn sonst?"

Mit freundlichen Grüßen
Monika Terlinden
Diplomphysiotherapeutin
6067 Absam

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Kommentare

  • Staub, der wirbelt
    von ockham's razor am 18.04.2012 um 12:42
    Ich befürchte, hier wurde in der Folgeausgabe des VKI eine Gelegenheit verpasst, sich für einen durch tendenziöse "Testberichterstattung" entstehenden Imageschaden an einer insgesamt engagiert und nach fundierten Grundsätzen arbeitenden Berufsgruppe zu entschuldigen. Der VKI könnte sich überlegen, ob es stattdessen nicht angebracht wäre, die Öffentlichkeit besser über Nutzen und Chancen wissenschaftlich fundierter Methoden und Praktiken der Physiotherapie zu informieren. Bei seinen Recherchen würde er zB. entdecken, dass die Physiotherapie über ihre allgemein anerkannte Rolle in der Reha nach Eingriffen, Verletzungen oder Schlaganfällen weit hinausgeht und nicht unwesentlich dazu beiträgt, unnötiges Leid bzw. konkret auch unnötige Kosten(lawinen) im Gesundheitssystem zu verhindern. Statt sich in diesem Bereich lediglich als verlängerter Arm bzw. Kontrollorgan von Funktionären zu verstehen, wäre der VKI gut beraten, die Verbreitung seines Mediums für die bessere Aufklärung der Bevölkerung bzw. Konsumenten zum Beispiel darüber zu nutzen, wie Österreich im internationalen Vergleich bzgl. der Statistik operativer Eingriffe im Bewegungsapparat da steht, und was das im Klartext für Patienten mit Schmerzen und Beschwerden im Bewegungsapparat bedeuten kann. Ohne Übertreibung kann gesagt werden, dass ein Gegengewicht zur Arbeit der Lobby von Prothetik-, Schmerzmittel- und Psychopharmakaindustrie hierzulande fehlt, da nur unzureichend bzw. in manchen Bundesländern teilweise überhaupt nicht über die Möglichkeiten konservativer, nicht medikamentöser und vor allem kausal ausgerichteter Therapien aufgeklärt wird. Die Kritik des European Health Forums spricht hier klare Worte: http://salzburg.orf.at/news/stories/2504363/ Solange der VKI sich zu Befangenheit und einseitiger Berichterstattung verleiten lässt im Rahmen eines Fachgebiets, in dem er keine weitergehenden Kompetenzen in Form zB. eines Sachkundigen aus der Berufsgruppe der Physiotherapeuten nachweisen kann, wird er sich mit dem Vorwurf auseinandersetzen müssen, parteiisch zu agieren, und die Konsumenten von schwerwiegenden Problematiken (siehe Statistik im Link) abzulenken bzw. darüber im Dunkeln zu lassen. Gerade hier aber könnte die Arbeit derjenigen, die behaupten, sich die Interessen der Konsumenten auf die Fahne geschrieben zu haben, helfen, Positives zur Aufklärung der Öffentlichkeit beizutragen, unnötiges Leiden zu sparen und Licht ins Dunkel von industriellen Machenschaften zu bringen. Dazu ist aber vor allem eine Unabhängigkeit seitens des Konsumentenschutzes notwendig - das schliesst politische Beeinflussung, welche in der Struktur des VKI jedoch nicht von der Hand zu weisen ist, mit ein.
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo