KONSUMENT-Reifentest: Ganzjahresreifen – nur wenig ratsam 22.09.2011

Ganzjahresreifen schaffen es nicht, gute Leistungen sowohl auf trockener als auch auf nasser Fahrbahn zu erbringen
veröffentlicht: 2009-09-18, aktualisiert: 2009-09-18

Ganzjahresreifen bieten den Vorteil, dass sich Autofahrer das Umstecken und Einlagern der Reifen ersparen. Darüber hinaus können sie aber wenig punkten.

Dies zeigt ein internationaler Test von Konsumentenorganisationen, der die Eigenschaften von Ganzjahresreifen im Vergleich zu Winter- und Sommerreifen unter die Lupe nimmt. Die Anforderungen, die sowohl trockener Untergrund als auch Schneefahrbahnen an sie stellen, sind zu groß. Die besten Ergebnisse erzielen mit einer nur „durchschnittlichen“ Bewertung Goodyear Vector 4Seasons und Barum Quartaris. Der Vredestein Quatrac 3, der als einziger Ganzjahresreifen auf trockener Fahrbahn Sommerreifen-Niveau erreichte, schneidet auf Schneefahrbahn hingegen am schlechtesten ab. Auch auf Eis können die sieben getesteten Ganzjahresreifen der Dimension 175/65 R 14 mit ebenfalls getesteten Winterreifen der Dimensionen 175/65 R 14 und 195/65 R 15 nicht mithalten. Bei den Winterreifen der kleineren Dimension schaffen nur drei Marken die Note „gut“ (Continental, Dunlop, Michelin). Bei der größeren Dimension sind dies immerhin sechs Reifen (Continental, Dunlop, Goodyear, Michelin, Pirelli und Semperit). Details zum Test der insgesamt 37 getesteten Winter- und Ganzjahresreifen gibt es in der Oktoberausgabe des Testmagazins KONSUMENT sowie unter Test: Winter- und Ganzjahresreifen 10/2011.

Bei der breiteren Winterreifen-Dimension 195/65 R 15 schoss sich der serbische Trayal Arctica mit schlechten Leistungen in nahezu allen Disziplinen, darunter das Fahrverhalten auf trockener und nasser Fahrbahn, aus dem Feld und erhielt damit als einziges Produkt im Test eine „nicht zufriedenstellende“ Bewertung. Einzig seine hohe Verschleißfestigkeit fällt positiv auf. Ein weiterer Reifen, der vielmehr durch Mängel als durch Talente hervorsticht, ist der Falken Eurowinter HS439. Dieser absolvierte sowohl in der großen als auch in der kleinen Dimension den Testlauf und erhielt jeweils nur ein „weniger zufriedenstellend“. Hauptgrund dafür war das schlechte Fahrverhalten auf Schnee.

Preislich bewegen sich die getesteten Reifen zwischen 52 Euro (Trayal Arctica) und 82 Euro (Nokian WR D3) in der großen sowie zwischen 50 Euro (Ceat Formula Winter) und 64 Euro (Michelin Alpin A4) in der kleinen Dimension. Die Ganzjahresreifen sind wiederum zwischen 48 Euro (Sava Adapto) und 63 Euro (Goodyear Vector 4Seasons) angesiedelt. „Der wahre Preis eines Reifens lässt sich aber nicht am Preisschild ablesen“, erläutert Rudi Heintzl vom Verein für Konsumenteninformation (VKI). „Die Abrechnung erfolgt erst am Ende der Laufbahn eines Reifens. Denn manche Pneus halten doppelt so lang wie andere und relativieren damit einen unter Umständen höheren Kaufpreis.“ Dies gilt etwa für den mit „gut“ bewerteten Michelin Alpin A4, der sowohl in der kleinen als auch in der großen Dimension getestet wurde.

Details zum Test gibt es unter Test: Winter- und Ganzjahresreifen 10/2011 und im Oktober-KONSUMENT.