Transfette in Lebensmitteln – erhöhter Gehalt bei Importprodukten möglich 26.02.2014

In Österreich gelten gesetzliche Höchstwerte, keine Regelung in anderen Ländern
veröffentlicht: 2014-02-26, aktualisiert: 2014-02-26

Transfettsäuren entstehen hauptsächlich bei der industriellen Härtung von pflanzlichen Ölen. Sie können unter anderem in Backwaren und Frittiertem enthalten sein und gelten als gesundheitsschädlich.

„Während in Österreich seit 2009 gesetzliche Höchstwerte gelten, gibt es in anderen Ländern derzeit keine entsprechenden Regelungen“, erklärt Ernährungsexpertin Katrin Mittl. „So können zum Beispiel Produkte, die aus Süd- oder Osteuropa eingeführt werden, nach wie vor einen hohen Transfettsäuregehalt aufweisen.“ Das zeigt auch ein aktueller Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI): Drei von neun stichprobenartig überprüften Importprodukten wiesen einen stark erhöhten Transfettwert auf und wurden von Experten als „für den Verzehr ungeeignet“ eingestuft wurden. '

„Transfettsäuren fördern Herz-Kreislauf-Erkrankungen und werden mit Diabetes sowie gewissen Formen von Krebs in Zusammenhang gebracht“, informiert VKI-Expertin Mittl. „Mit der Trans-Fettsäuren-Verordnung des Bundesministeriums für Gesundheit 2009 wurden österreichweit verbindliche Höchstwerte eingeführt. Demnach ist es verboten, Lebensmittel mit einem Gehalt von mehr als zwei Prozent Transfett im Gesamtfett herzustellen oder in Verkehr zu bringen. Nur bei einem Fettgehalt unter 20 Prozent ist ein Wert von vier Prozent erlaubt.“

Für importierte Lebensmittel gelten diese Grenzen ebenfalls, dennoch gelangen Produkte mit hohen Transfettwerten auch hierzulande in den Handel. Der VKI prüfte insgesamt neun verschiedene Produkte, die stichprobenartig in türkischen Lebensmittelgeschäften sowie einer großen Supermarktkette eingekauft wurden. In drei Fällen lag der Transfettwert deutlich über der Zwei-Prozent-Grenze, bei den mit Schokoladecreme gefüllten Keksen von Isleri+Eurocrem sogar bei 13,4 Prozent. „Wer die Hälfte der 280g-Packung konsumiert, nimmt demnach 5,67g Transfette zu sich“, so Katrin Mittl. „Das sind 164 Prozent mehr als die empfohlene maximale Tagesmenge von 2,15g.“

Hohe Werte ergaben die Analysen auch für den süßen Brotaufstrich Takovo Eurocrem (9,6 Prozent Transfettsäuren) sowie für Waffeln mit Kakaofüllung des russischen Herstellers Artek (7,9 Prozent Transfettsäuren). „Backwaren und Fast Food sollten natürlich generell nur selten am Speiseplan stehen, da sie unter anderem für ihre hohen Transfettwerte bekannt sind“, erklärt die Ernährungsexpertin. Wie der VKI-Test zeige, sei insbesondere bei Importen aus Ländern ohne gesetzliche Regelung Vorsicht angebracht. „Stehen ‚gehärtetes Pflanzenfett’ oder ‚pflanzliches Fett/Öl teilweise gehärtet’ auf der Zutatenliste, enthalten diese Produkte möglicherweise auch einen erhöhten Gehalt an Transfettsäuren“, warnt Katrin Mittl.

Den Test zu Transfettsäuren sowie weitere Informationen zum Thema gibt es online unter Test: Transfettsäuren 3/2014 sowie ab dem 27.02. im März-KONSUMENT.

Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo