KONSUMENT.AT - Pyramidenspiel, Schneeballsystem, Ponzi: Haftstrafe - European Kings Club: schlechte Erinnerungen

Pyramidenspiel, Schneeballsystem, Ponzi: Haftstrafe

Blaues vom Himmel

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KONSUMENT 2/2019 veröffentlicht: 22.01.2019, aktualisiert: 25.04.2019

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European Kings Club

Das mussten etwa die 80.000 Anleger des European Kings Club (EKC) erfahren. Bei der in den 1990er-Jahren in großem Stil aufgezogenen Betrugsmasche nach dem Ponzi-System wurde ein Einmalbetrag investiert, der sich in Form von monatlichen Rückzahlungen um mehr als 50 Prozent erhöhen sollte. Der fast sektenartige Kreuzzug gegen die „Ausbeutung des kleinen Mannes durch Banken und EU“ veranlasste rund 20.000 Österreicher und ebenso viele Schweizer dazu, große Mengen an Geld in den EKC zu stecken – und im Endeffekt alles zu verlieren.

Bernie Madoff: 50 Milliarden Schaden

Ähnlich dramatisch die betrügerischen Machenschaften des Bernie Madoff, die im Zuge der Weltwirtschaftskrise 2008 aufflogen: Ein Schaden von mehr als 50 Milliarden Euro entstand, nachdem Madoff sein Ansehen als Wertpapierhändler und Vorsitzender der US-Technologie­börse NASDAQ genutzt hatte, um jahrelang Geld zu veruntreuen, Kursentwicklungen seiner „Investmentfonds“ zu fälschen sowie Auszahlungen (und auch Privates) mit den Einzahlungen ahnungsloser Anleger zu finanzieren. Auch österreichische Banken vertrieben seine Fonds.

Kryptogeld als Deckmantel

Die Verantwortlichen dieser Großbetrügereien landeten für Jahre hinter Gittern. Aber das hält die Betrüger moderner Zeiten nicht ab, es immer wieder zu versuchen. Vor allem das Internet und die sozialen Medien eröffnen für die alten Betrugsmaschen völlig neue Möglichkeiten. Besonders beliebt in neuerer Zeit sind Betrügereien rund um Kryptowährungen wie dem Bitcoin, wie etwa Ermittlungen im Fall „Optioment“ mit mutmaßlich österreichischen Hintermännern nahelegen.

Bis zu 4% Zinsen pro Woche

Bis zu 4 Prozent Zinsen pro Woche (!) wurden Anlegern bei aufwendig inszenierten Roadshows und Bitcoin-Konferenzen versprochen, dazu Provisionen für das Anwerben neuer Mitglieder, die sich über sieben Trader-Stufen im System „hocharbeiten“ konnten. Im November 2017  ging die Seite der Betreiber plötzlich offline. Zwischen 70 und 100 Millionen Euro an Anlegergeldern sollen europaweit in diesem dunklen Loch verschwunden sein.

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Kommentare

  • Pyramidenspiel, etc
    von ling am 14.02.2019 um 07:04
    Herzlichen Dank für diesen Artikel. Hier wird kurz, kompetent und verständlich erklärt, worum es bei diesen Systemen überhaupt geht. Gier, Hoffnung, Verzweiflung, vielleicht auch nur Naivität, um nur einige Gründe zu nennen, sind offenbar der Antrieb, um sich an solchen Konstruktionen zu beteiligen. Leider wird es immer noch genug ..... (hier schreibe ich lieber nichts, sondern überlasse es der Phantasie des Lesers) geben, die noch immer an das schnelle Geld, sei es durch reales als auch Kryptowährung, glauben. Was muss noch alles passieren, damit die Leute endlich vernünftig werden und einsehen, dass man hier nur verlieren kann?!