KONSUMENT.AT - Reisproduktion - Überdüngung und Methan

Reisproduktion

Hoher Preis

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KONSUMENT 10/2018 veröffentlicht: 27.09.2018

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Nitrat und Krebs

In der indischen Provinz Punjab wird Basmati-Reis angebaut, der in die ganze Welt exportiert wird. Eine vor einigen Jahren von Greenpeace durchgeführte Untersuchung in der Region ergab, dass 20 Prozent der gezogenen Grundwasserproben höhere ­Nitratwerte aufwiesen als von der Welt­gesundheitsorganisation WHO vorgegeben. Schuld daran sind stickstoffhaltige Düngemittel. Verschiedene Studien zeigen: Zu hohe Nitratwerte im Trinkwasser können Krebs verursachen.

Methan und Klimawandel

Der Nassanbau hat zudem negative Auswirkungen aufs Weltklima. Er begünstigt die Vermehrung von methanerzeugenden Bakterien im Boden und trägt auf diese Weise bis zu 25 Prozent zur weltweiten ­Methanemission und in der Folge zum Klimawandel bei.

Dumpingpreise aus dem Westen

In Europa wird Reis u.a. in Italien, Spanien, Portugal und Frankreich angebaut. Etwa zwei Drittel des in Europa produzierten ­Reises sind Rundkornreis, für den die Nachfrage in Europa allerdings gering ist. Er wird daher exportiert und überschwemmt mit Unterstützung der Europäischen Kommission zu niedrigen Preisen den Weltmarkt. Auch billiger Reis aus den USA oder Japan gelangt in asiatischen und afri­kanischen Ländern auf den Markt. Die dort ansässigen Reisbauern haben das Nach­sehen, da sie mit den Dumpingpreisen der importierten Produkte nicht mithalten ­können.

Zölle, Abhängigkeit von Zwischenhändlern

Gleichzeitig heben viele westliche Länder beim Import von verarbeitetem Reis unterschiedlich hohe Zölle ein. Der Import von Rohreis (unbehandelter Reis) wird dagegen gefördert, um heimische Verarbeitungs­betriebe zu unterstützen.

Diese Konkurrenz sowie die Abhängigkeit der Bauern von Zwischenhändlern führen laut der entwicklungspolitischen Organisation Südwind ­dazu, dass viele Betroffene sich für Saatgut oder Düngemittel verschulden müssen; immer mehr Reisbauern nehmen sich aufgrund der aussichtslosen Lage das Leben. Absurder könnte die Situation kaum sein: Ein großer Teil der Menschen, die an Unterernährung leiden, lebt in Gebieten, die vom Reisanbau abhängig sind.

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