KONSUMENT.AT - Reisproduktion - Faire Alternative

Reisproduktion

Hoher Preis

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KONSUMENT 10/2018 veröffentlicht: 27.09.2018

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Faire Alternative

Fairtrade bietet Reisbauernfamilien Perspektiven, etwa in Form der Fairtrade-Prämie oder der Gewährleistung eines fixen Mindestpreises. Ökologischer Anbau wird mit einem Bio-Zuschlag belohnt, die Biodiver­sität wird gefördert. Fairtrade-Kleinbauern haben die Möglichkeit, die Ernte vorfinanziert zu bekommen (bis zu 60 % des Verkaufspreises). Fairtrade-Reis ist direkt rückverfolgbar, der Waren- und Geldfluss der gesamten Lieferkette unterliegt einer unabhängigen Kontrolle.

Bei biologisch angebautem Reis kommen natürliche Dünger zum Einsatz; chemisch- synthetische Pflanzenschutzmittel sind ­verboten. Bio-Reis ist gentechnikfrei, die Anbaumethoden sind umweltschonender als konventionelle.

Kritik an Reisplattform

2011 wurde die Sustainable Rice Platform (SRP) gegründet, mit dem Ziel, klima- und umweltfreundliche Anbaumethoden zu ­fördern. 2015 gab Mars Food (Uncle Ben‘s) bekannt, ab dem Jahr 2020 ausschließlich Reis unter dem SRP-Standard zu beziehen. Der nachhaltig angebaute Reis soll helfen, die Lebensumstände der Bauern zu verbessern und die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Dörfer zu fördern.

Pestizide und Düngemittel sind allerdings auch unter dem Nachhaltigkeitsstandard der SRP weiter erlaubt; sie sollen lediglich sparsamer und möglichst gezielt eingesetzt werden. Und: Die Kleinbauern haben bei der SRP wenig zu sagen. In der Liste der Mitglieder finden sich vor allem Agrarkonzerne wie BASF oder Bayer, Nahrungsmittelproduzenten wie Mars und internationale Düngemittelhersteller.

"Konzerne kontrollieren sich selbst"

"Die Reisplattform ist eine weitere Initiative, bei der sich die Konzerne selbst kontrollieren und versuchen, sich an ihren ­eigenen Standards auszurichten", kritisiert Roman Herre, Agrarexperte bei der Menschenrechtsorganisation FIAN. "Viel besser und demokratischer wäre es, wenn der Staat die Regeln festlegen würde, nach denen Landwirtschaft betrieben werden darf."

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