KONSUMENT.AT - Schwarzarbeit: "Pfusch erhöht unseren Wohlstand" - Zur Person: Prof. Friedrich Schneider

Schwarzarbeit: "Pfusch erhöht unseren Wohlstand"

Interview mit Prof. Schneider

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KONSUMENT 3/2020 veröffentlicht: 21.02.2020, aktualisiert: 30.03.2020

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Zur Person: Prof. Friedrich Schneider

Der emeritierte Professor Friedrich Schneider (70) ist der wohl bekannteste und anerkannteste Schwarzarbeits-Forscher im deutschsprachigen Raum.

Seit Ende der 1970er-Jahre beschäftigt Schneider sich mit dem Phänomen Schattenwirtschaft, auch im Auftrag des Internationalen Währungsfonds: Für den IWF schätzt er das Pfuschvolumen von 160 Ländern. Im jährlich von der Tageszeitung FAZ durchgeführten Ranking der einflussreichsten Ökonomen des deutschsprachigen Raumes schafft Schneider es regelmäßig unter die Top 50 – meist als einziger an einer österreichischen Universität (Linz) forschender Wissenschaftler.

2014 belegte er sogar den 7. Rang. Seine Arbeit sei in Deutschland wohl anerkannter als in Österreich, sagte er einmal in einem Interview, "wahrscheinlich, weil ich zu kritisch und zu goschert bin“. Der passionierte Hobbykoch ist übrigens langjähriger KONSUMENT-Abonnent, wie er uns bei unserem Treffen verriet.

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Kommentare

  • Das Problem ist die Bürokratie
    von kurmy31 am 01.05.2020 um 09:12
    Wir hatten vor einer Weile ein Au Pair (EU-Bürger, geringfügig beschäftigte Hausangestellte), d.h. nur Unfallversicherung und Pensionskasse abzuführen.
    Der administrative Aufwand war unglaublich hoch. Das Abrechnungssystem ELDA ist für Personen ohne Ausbildung zum Lohnverrechner kaum zu verwenden. Selbst in diesem einfachen Fall (und mit viel Recherche) habe ich praktisch jeden Monat Fehler bei der Abrechnung gemacht. Man hat Listen mit 50+ Einträgen vor sich, die Hälfte davon Abkürzungen, die nirgens erklärt werden. Die Mitarbeiter sind am Telefon meist freundlich, können sich aber nur zu ihrem Spezialgebiet äußern. Eine Benachrichtigung über fehlerhafte Eingaben läuft über ein separates System, für das man als Nicht-Unternehmer kaum Zugangsdaten bekommt.

    Insgesamt habe ich für 4 Monate geringfügige Beschäftigung (mit einem mittlere zweistelligen Euro-Betrag an Abgaben) sicher 16 Stunden mit Anträgen, Abrechnungen und Kommunikation mit der GKK verbracht.

    Ich bin gerne bereit, alle vorgeschriebenen Steuern und Abgaben zu zahlen. Aber bitte nicht so.
  • Der Herr
    von Grouper am 29.02.2020 um 16:00
    hat einen sehr situationselastischen Zugang zum Thema Pfusch. Überspitzt formuliert: Alles, was ihm nutzt, ist moralisch einwandfrei.

    Er sollte mal bei der Finanzpolizei und bei der Sozialversicherung nachfragen, was die so über die Hinterziehung von Sozialversicherungsbeitägen denken. Und die Frauen, die später jammern, dass sie so wenig Rente erhalten und dann eine - von anderen finazierte - Ausgleichszulage erhalten.

    Bravo, Herr Professor.
  • Pfusch
    von freundorfer1 am 22.02.2020 um 09:27
    Gute Darstellung dieses Phänomens. Der Titel des Beitrags "Pfusch erhöht unseren Wohlstand" bringt es auf den Punkt.