KONSUMENT.AT - Smart Meter - Missverständliche Auskünfte durch Monteure

Smart Meter

Intelligente Stromzähler?

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KONSUMENT 2/2019 veröffentlicht: 25.01.2019, aktualisiert: 25.04.2019

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Wie kann man Smart Meter positiver besetzen? Sie vielleicht sogar hip machen?

Florack: Das kann man schon versuchen, z.B. mit entsprechenden, einfach nutzbaren Apps. Aber man wird nie alle erreichen, nie alle mitreißen können.

Strempfl: Was man schon auch erwähnen muss: Es gibt nicht wenige Kunden, die anrufen, und explizit fordern: Wann bekomme ich endlich meinen Smart Meter! Bezüglich der Apps: Es wird jetzt auch die Möglichkeit geschaffen, dass Player auf den Markt kommen, Energiedienstleister, die genau solche Dinge anbieten werden. Jeder Zähler in Österreich wird ja mit einer Kundenschnittstelle ausgestattet, wo man die entsprechenden Daten als Konsument online auslesen kann (etwa über ein Webportal oder externe Displays, Anm.). Im Übrigen auch von einem Opt-out-Zähler. So können dementsprechende Smart-Home-Systeme gesteuert werden. Es wird auch seitens der Energielieferanten neue Produkte mit flexiblen Tarifmodellen geben, wo Sie dann die Möglichkeit haben, bei Energie-Überschuss, der dann da ist, wenn der Wind geht oder die Sonne scheint, billigeren Strom zu beziehen. 

Beim Austausch der Geräte wird bisweilen von ruppigen Monteuren berichtet, die missverständliche Auskünfte geben. Wird da mit Überrumpelungstaktik Druck auf die Konsumenten ausgeübt?

Strempfl: Also zumindest von meinen Monteuren kann ich sagen, da wird kein Druck ausgeübt. Das wäre ein Widerspruch in sich, weil für unser Image fatal. Mir ist von keinen Netzbetreiber ein Fall bekannt, dass ein Kunde, weil er ein Totalverweigerer ist, vom Netz genommen worden wäre. Wir haben nicht vor, die Kunden zu vergraulen! Aber wir haben vom Gesetzgeber einen klaren Auftrag bekommen.

Eigenbauer: Auch bei uns in der Behörde kann man überhaupt nicht davon sprechen, dass da eine Lawine von Widerständen und Sorgen an uns herangetragen wird. Und wir haben ja die Schlichtungsstelle, wo solche Probleme auffallen würden.

Florack: Ich möchte auf einen Punkt hinweisen: Diese Widerstände, und seien sie noch so klein, können ansteckend wirken. Über das Internet, über soziale Netzwerke können heutzutage Einzelpersonen sehr hohe Reichweiten erreichen. Und dann kann sehr schnell der Eindruck entstehen, dass das sehr viele sind. Den Druck herauszunehmen, wenn Menschen den Eindruck haben, dass sie keine Wahlfreiheit mehr haben, wäre wahrscheinlich an der einen oder anderen Stelle hilfreich.

Loindl: Wenn es so wenige Leute sind: Warum gibt man denen nicht die Wahlfreiheit?

Strempfl: Jeder einzelne Kunde ist ein Teil des Gesamtsystems. Wir alle müssen uns auch an die Straßenverkehrsordnung halten. Ich kann mich ja nicht dazu entschließen, dass ich jetzt ganz einfach auf der linken Fahrspur fahre. Das ginge nur, wenn wir uns alle dazu entscheiden würden. Wenn, jetzt zurückzukommen auf die eigentliche Diskussion, plötzlich nicht nur ein paar, sondern 30 Prozent nicht mehr mitmachen würden, dann würde der Nutzen des Systems verloren gehen. Dann konterkariere ich nicht nur die Einführung von Smart Meter, die ja nur notwendige Voraussetzung sind, sondern dann konterkariere ich die gesamte Systemumstellung.

Florack: Wir haben viele andere Bereiche, wo Konsumenten viel weniger sensitiv sind, als sie sein sollten – zum Beispiel beim Thema Datenschutz. Da ist es vergleichsweise relativ harmlos, dass man womöglich mit Smart Metern abschätzen kann, ob jemand gerade zuhause ist. Das heißt, wir gewöhnen uns an sehr viele Dinge. Und ich glaube, dass es hier wohl auch so sein wird.

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Kommentare

  • Sauna
    von kellnka am 15.04.2019 um 11:01
    Ich habe seit Jahrzehnten eine Sauna, mit der ich mit der vereinbarten Netzbereitstellung mit Netz NÖ von 4 kW vollkommen das Auslangen finde. Nun soll ich aufgrund des Smart Meters dafür 50 €/ J mehr zahlen, obwohl sich NICHTS an meiner Abnahme ändert und ich keinerlei Netzausbau verursache..Sollte das so sein, werde ich den Smart Meter ablehnen.
  • Datenübertragung Smartmeter
    von poetzi am 01.04.2019 um 08:20
    Wir haben so ein gerät schon seit Jänner: Die Daten werden nicht im 1/4-Stunden Takt übertragen sondern nur im 1/4-Stunden Takt erfasst, d.h die Messwerte werden meist erst in der Nacht oder am nächsten Tag gesendet, manchmal dauert es sogar mehrere Tage. Wenn man seine Zustimmung zu den 1/4-Stunden Werten nicht gibt, dann gibt es nur Tageswerte (was die Standardeinstellung ist!). Eine Datenübertragung alle 15 Minuten wäre für die Netzanbieter wohl ein unnötiger Aufwand, das Interesse an einem einzelnen Haushalt ist zu gering, außerdem können sie an jedem Verteiler sowieso mitmessen, wenn sie wollen. Ich sehe für mich den Vorteil, dass ich jetzt mit dem geeigneten Anbieter meinen Strompreis jede Stunde angepasst bekomme und somit den Strom zu günstigen Zeiten beziehen kann.
  • Smart Meter
    von hergey am 27.03.2019 um 12:09
    Am 11.01.2019 erschien der Rechnungshofbericht zum Smart Meter.
    Ihr Tischgespräch ist mit 25.01.2019 datiert. Warum wird der RH-Bericht dabei mit keinem Wort erwähnt? Auch seither keine Silbe darüber im VKI-Magazin. Staatlich verordnete Obsoleszenz für Millionen Ferraris-Zähler!
  • Eigenen Datensatz auslesen?
    von Gloxer am 02.02.2019 um 14:56
    Ich nehme an es funktioniert, aber wie???

    ich möchte aus der Ferne meinen Energieverbrauch (inkl. Historie) auslesen können, graphische Darstellung (App?)

    Wäre auch schön, wenn ich einen Alarmschwellwert setzen könnte, z.B.:

    Ein frei wählbarer Leistungsschwellwert wird über eine frei wählbare Dauer hinweg überschritten (z.B. Dachrinnenheizung oder Frostschutzheizung schaltet sich nicht ab, etc.)

    Nur unter solchen oder ähnlichen Voraussetzungen kann ich mir vorstellen, damit auch Energie einsparen zu können, bitte gerne andere Beispiele nennen!
  • Geringer Stromverbrauch vs Wohnungsbedürfnis
    von ling am 01.02.2019 um 11:22
    @Fogerty:
    "Bekanntlich kann man seine Wohnung verlieren, wenn kein dringendes Wohnungsbedürfnis besteht. Hat jemand einen sehr geringen Stromverbrauch, kann das in diese Richtung interpretiert werden."

    So einfach ist das nicht. Dann müssen Sie (bzw der Wohnungseigentümer) mir zuerst erklären, worin die Diskrepanz zwischen einem (sehr) geringen Stromverbrauch und einem dringenden Wohnungsbedürfnis bestehen soll. Nur beispielhaft:

    Heizung (nicht unbedingt Strom)
    Körperpflege (berufsbedingt nicht unbedingt zu Hause) - viele Dienstnehmer haben die Möglichkeit dies am Arbeitsplatz zu erledigen und tun es auch
    Mahlzeiten einnehmen (ich muss in der eigenen Wohnung weder frühstücken, zu Mittag/Abend essen und verbrauche daher zur Zubereitung keinen Strom)
    Auch die Beleuchtung kann ich auf das Notwendigste beschränken, bei den heutigen Leuchtmitteln fallen überdies nur geringe Kosten an
    TV/Radio/PC/Notebook - auch wenn Sie es nicht für möglich halten, es gibt immer noch Menschen ohne diese Geräte in der Wohnung. Auch Bücher kann man noch kaufen...