KONSUMENT.AT - Steuervermeidung - Welchen Einfluss Ihre Kaufentscheidung hat

Steuervermeidung

Die Tricks der Multis

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KONSUMENT 5/2018 veröffentlicht: 26.04.2018

Inhalt

Welchen Einfluss Ihre Kaufentscheidung hat

Der streitbare Ökonom Joseph Stiglitz hat eine klare Meinung zum Thema Steuervermeidung und dazu, wie man sie verhindern kann. "It´s only outrage that will stop the system", sagte er heuer beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

Laut dem Wirtschaftsnobelpreisträger kann also nur eine empörte und aktiv werdende Zivilgesellschaft Abhilfe schaffen.

Lokale Firmen: Einen kleinen Betrag zu dieser "Empörung" kann jeder von uns leisten, indem er als mündiger Konsument bewusste Kaufentscheidungen trifft. Wie das funktioniert? Mit dem Griff im Geschäft (oder dem Bestell-Klick im Internet) zu Produkten oder Dienstleistungen von lokalen Unternehmen, die nur in Österreich tätig sind, kann man zum einen diesen Firmen den Rücken stärken. Da sie kaum Möglichkeiten zur Steuervermeidung haben, fließen zum anderen auch entsprechend hohe Steuereinnahmen ins Budget – was im Sozialstaat letztlich der Allgemeinheit zugutekommt.

Großkonzerne: Natürlich, Produkte von multinationalen Konzernen sind bisweilen die günstigsten im Sortiment. Aber warum ist das so? Schon allein wegen ihrer schieren Größe können sie günstiger produzieren (Skaleneffekte). Mit welchen Auswirkungen auf die Umwelt und unter welchen Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter, das steht auf einem anderen Blatt. Und was noch hinzukommt: Diese Multis zahlen bisweilen wenig bis praktisch gar keine Steuern auf ihre Gewinne in Österreich. Klar, dass sie ihre Produkte und Dienstleistungen dann billiger feilbieten können.

Preisdurchsetzung: Wenn man als Konsument nun sagt: "Mir egal, ob die Steuern zahlen oder nicht. Hauptsache, ich bekomme günstige Produkte", dann sei darauf hingewiesen, dass es nicht sicher ist, dass diese Produkte auf Dauer so günstig bleiben. Denn aufgrund des Verdrängungswettbewerbs bleiben lokale Anbieter womöglich auf der Strecke. Übrig bleibt dann der multinationale Konzern, der nicht nur relativ wenig ins Staatssäckel zahlt, sondern dann auch noch, aufgrund mangelnder Konkurrenz, die Preise bestimmen kann. In welche Richtung, das sollte jedem klar sein.

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