KONSUMENT.AT - Streaming: Tipps für mehr Sicherheit - Unsichere Upgrades

Streaming: Tipps für mehr Sicherheit

Legale und illegale Angebote

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KONSUMENT 8/2020 veröffentlicht: 09.06.2020

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Unsichere Upgrades für TV-Geräte

Auch bei Hardwarezusätzen zum smarten TV-Gerät gibt es Probleme mit Piraterie. Sogenannte Kodi Boxen oder Amazon Firesticks und ähnliche Geräte werten moderne Fernseher zu Medienzentren auf. Zwielichtige Händler versprechen unzählige zusätzliche Streaming-Quellen „gratis“ dazu, wenn man eine sogenannte „fully loaded“ oder „jailbroken“ Version oder ein „verbessertes“ Billigimitat aus Fernost davon kauft, welche in den Geräten sonst eingebaute Schutzmechanismen aushebeln.

Der Spaß kann recht teuer werden, wenn durch den Jailbreak-Versuch der Eigentümer aus seinem System für immer ausgeschlossen wird, der Zoll das illegale Gerät am Postweg abfängt, es Feuer fängt, weil es elektronisch unsicher ist, oder wenn Europol einen kriminellen Server beschlagnahmt, auf dem vom Nutzer hochgeladene und unter Copyright stehende Inhalte zu finden sind. Am wahrscheinlichsten ist aber die Gefahr, sich auf diesem Weg Schadsoftware ins Heimsystem zu holen und es von außen angreifbar zu machen.

Markenwerbung und Originaltrailer

Illegale Websites zu erkennen, ist gar nicht so einfach. Der Webauftritt kann auf den ersten Blick recht professionell wirken. Manchmal wird die Benutzeroberfläche legaler Plattformen kopiert und mit (bezahlter) Markenwerbung und Originaltrailern aufgewertet. Viele Unternehmen wissen oft gar nicht darüber Bescheid, an wen sie die Trailer verkaufen. Einer Untersuchung der Europol (Crime Threat Assessment Report 2019) zufolge haben 46 der 100 weltweit führenden Unternehmen mindestens eine Markenwerbung auf einer das Urheberrecht verletzenden Website geschaltet.

Gaunerei im Doppelpack

Besonders trickreich ist die Kombination von Raubkopien und gefälschten Websites. Solche Websites geben vor, eine große Bibliothek zu haben. Sie locken Kunden in ein Abonnement, indem sie einige kostenlose Streams zeigen. Der vielversprechende "Gesamtkatalog" ist in diesen Fällen allerdings gefälscht und dient nur zum Kundenfang. Beeindruckt durch die angebotenen Titel in der Testversion können die Opfer den Betrug eventuell nicht rechtzeitig erkennen und tappen auch hier in eine Abo-Falle.

Kein Jugendschutz

Kriminelle kümmern sich nicht darum, Kinder vor schädlichen Inhalten zu schützen. Teenager und Kinder sind besonders anfällig, weil sie ihre mobilen Geräte übermäßig stark nutzen und zu wenig über legale und illegale Inhalte Bescheid wissen. Dazu kommt noch, dass viele Portale nur auf Englisch verfügbar sind. Illegale Websites enthalten häufig pornografische oder andere nicht jugendfreie Inhalte oder werben mit Glücksspiel- oder Wettangeboten, die allesamt für ein jüngeres Publikum nicht geeignet oder verboten sind.

Mit einem Klick geteilt

Für Kriminelle sind Social-Media-Kanäle ein riesiger Markt, den sie günstig abzocken können. Besonders interessant ist die Möglichkeit, Inhalte über einen einfachen Link mit vielen zu teilen. Die Links werden dorthin gesetzt, wo illegale Inhalte gehostet oder illegale Streams gepostet werden. Vor allem illegale Live-Sportübertragungen erreichen ein riesiges Publikum.

Auch auf YouTube und anderen etablierten Videokanälen ist illegal bereitgestelltes Material nicht auszuschließen. Der Rechteinhaber muss immer sein Einverständnis gegeben haben, dass „sein Werk“ auf diesem Kanal gezeigt werden darf. Vorsicht ist immer dann geboten, wenn der beworbene Film noch in den Kinos läuft und auch noch nicht auf den etablierten Streaming-Portalen verfügbar ist.

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