KONSUMENT.AT - Streaming: Tipps für mehr Sicherheit - Tipps, Tricks & legale Alternativen

Streaming: Tipps für mehr Sicherheit

Legale und illegale Angebote

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KONSUMENT 8/2020 veröffentlicht: 09.06.2020

Inhalt

Hinweise auf Fake-Seiten

  • Aufdringliche Werbung in Pop-up-Fenstern
  • Reißerische Texte und Gratis-Versprechen
  • Viele Klicks bis zum gesuchten Film
  • Dubiose Mehrfachregistrierung
  • Kundendienst existiert nicht
  • Umleitung auf andere Seite
  • Riskanter Softwaredownload erforderlich
  • Schlechte Qualität der Filme
  • Fragwürdige private "Sicherheitsabfragen"
  • Kein Jugendschutz
  • Impressum oder Adresse fehlen, sind unvollständig oder gefälscht

Angriff aus dem Netz

Schadsoftware oder Malware sind Computerprogramme, die unerwünschte, schädliche oder erpresserische Funktionen ausführen. Hier die Einteilung der Bedrohungen:

  • Adware – im Hintergrund laufende heimliche Software, die unaufgefordert lästige Werbung anzeigt, dabei das System verlangsamt und kaum zu deinstallieren ist.
  • Malware – schädliche Software, die Ihre Daten verrät oder die Ressourcen Ihres Geräts missbraucht.
  • PUP – potenziell unerwünschte Programme; diese lästige und nutzlose Software verlangsamt Ihr Gerät.
  • Ransomware – verschlüsselt die Daten in Ihrem System; um wieder Zugriff zu erhalten, werden Sie mit Geldforderungen erpresst
  • Scareware – zeigt gefälschte Fehlermeldungen oder gefälschte Mitteilungen von Behörden. Sie werden in den Pop-up-Fenstern beschuldigt, etwas Illegales getan zu haben. In der Folge werden Strafzahlungen oder Gebühren für technische Unterstützung verlangt.
  • Viren und Trojaner – zerstören Ihr Betriebssystem oder stehlen persönliche Daten wie Kontakte; durch heimlichen Zugriff werden der Computer und alle Dateien ausspioniert.

Legale Alternativen nutzen

  • Unbedenklich und kostenlos sind die Mediatheken vieler Fernsehsender. Gute Serien oder Fernsehfilme finden sich beispielsweise auf tvthek.orf.at, ardmediathek.de, zdf.de/ZDFmediathek, www.sat1.at/video, www.arte.tv/de oder tvnow.de (eingeschränkt gratis).
  • Für Cineasten und Serienfreaks sind Online-Video-Portale wie viewster.com oder netzkino.de interessant: Hier gibt es weniger bekannte Serien und herausragende Filme legal und kostenlos.
  • Gegen eine geringe Gebühr lassen sich Filme und Serien zum Beispiel bei großen Anbietern wie Maxdome, Sky, Netflix, Amazon Prime oder Apple TV+ streamen.
  • Arthouse-Filme findet man bei Mubi, Festival Scope, LaCinetek und dem Indie-Filmportal Realeyz.
  • Freunde des österreichischen Films werden im Filmarchiv Austria fündig, ein Teil des Archivs ist gratis. Neuere Produktionen aus Österreich und ORF-Klassiker gibt es auf www.filmmit.com (Abo oder Einzelkauf). Ebenfalls österreichisches Kino gibt es im Verleih des Kino VOD Club (www.vodclub.online).
  • Weiters können Sie unter diesen Links nach weiteren Plattformen suchen, die Urheberrechte respektieren: agorateka.eu (die Gesamteuropäische Webpräsenz, die legale Plattformen teilnehmender Länder listet), sroc.info (für Sportevents) und pro-music.org (für Musik).

Video-Portale im Transparenz-Check

  • Zuerst abchecken, dann registrieren: Wenn Sie nach Streaming-Seiten suchen und etwas Interessantes finden, melden Sie sich nicht sofort an. Investieren Sie eine weitere Minute, um Bewertungen und Warnungen über diesen Anbieter zu prüfen, z.B. auf www.watchlist-internet.at.
  • Informiert die Website über die Kosten? Nach europäischem Recht müssen Websites Kosten für Abos oder Leihe/Kauf transparent darstellen; und falls der Kaufvorgang mit einem Extra-Button beendet wird, muss dieser klar auf die Zahlungspflicht hinweisen (z.B. mit „Produkt kaufen“ oder „Buy now“).
  • Gibt es einen Kundensupport? Kommt Ihnen die Seite oder die Preisgestaltung komisch vor, kontaktieren Sie den Support und fragen Sie nach den genauen Bedingungen. Wenn niemand Ihre Anfrage beantwortet, abonnieren Sie nicht!
  • Mit Kreditkarte oder Online-Zahlungsdiensten bezahlen: Im Betrugsfall können Sie den Kundendienst des Zahlungsabwicklers für Ausgleichsbuchungen in Anspruch nehmen. Außerdem erhalten die Betreiber weniger persönliche Informationen (etwa die Kontonummer). In Österreich ist diese Art von Chargeback allerdings nicht verpflichtend und vom Einverständnis der Kreditkartenfirma abhängig.
  • Sie können sich nicht für einen Anbieter entscheiden? Auf www.europakonsument.at/streaming stellen wir die Broschüre "Safer Streaming" mit weiteren Tipps zum Download bereit, sowie relevante Links zum Thema. Auf Webseiten wie www.justwatch.com und www.werstreamt.es kann nach Filmen und Serien gesucht und ermittelt werden, welche Anbieter sie gerade im Programm haben.

Dieser Artikel entstand im Rahmen der „Action 670702 – ECC-NET AT FPA“, für welche das Europäische Verbraucherzentrum Österreich Förderungen aus den Mitteln des Verbraucherprogramms der Europäischen Union (2014–2020) erhält.

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