Teebaumöl

Hilfe bei Pickel?

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KONSUMENT 7/2017 veröffentlicht: 29.06.2016

Inhalt

Kann eine Behandlung mit Teebaumöl Pickel (Akne) lindern?

Eine kleine Studie liefert zwar vorsichtige Hinweise, dass Teebaumöl gegen Pickel helfen könnte, wissenschaftliche Gewissheit können jedoch nur weitere, gutgemachte Studien bringen.

KONSUMENT Faktencheck-Medizin: Beweislage niedrig

 

Wirkung nicht eindeutig bewiesen

Jugendlichen in der Pubertät ist das Problem vertraut. Fast alle werden sie von leichter Akne geplagt, mehr als jeder Sechste hat mit einem mittelschweren oder schweren Ausbruch zu kämpfen. Manche müssen sich auch mit 30 noch mit Akne herumschlagen. Das bedeutet: Viele Pickel, schmerzende Knoten und spätere Narben. Als Geheimtipp gegen Akne wird Teebaumöl gehandelt: Es soll entzündungshemmend wirken und sie wirksam bekämpfen. Das Öl wird direkt aus Blättern und Zweigen des in Australien heimischen Teebaums gewonnen. Dass Teebaumöl gegen Pickel hilft, ist nicht eindeutig bewiesen, es gibt allerdings Hinweise auf eine Wirkung.

Ergebnis nicht aussagekräftig

Sie stammen aus der einzigen Studie, die ein Wissenschaftsteam in einer umfangreichen Recherche finden konnte. In der Untersuchung haben die Teilnehmer per Losentscheid entweder ein Gel mit Teebaumöl oder aber ein vergleichbares Gel ohne Wirkstoff zugeteilt bekommen. Damit sollten sie sich zweimal täglich die betroffenen Stellen im Gesicht einschmieren. Nach sechs Wochen schien sich die Anzahl der Pickel und Mitesser bei den Anwendern des Gels mit Teebaumöl stärker verringert zu haben als bei jenen, die das Gel ohne Wirkstoff angewendet hatten. Die Studie ist allerdings nicht frei von Mängeln. Unter anderem war die Anzahl der Teilnehmer zu gering für ein wirklich aussagekräftiges Ergebnis, dazu sind weitere Studien notwendig.

Auch unerwünschte Wirkungen möglich

Aus ihren Ergebnissen schlussfolgern die Studienautoren auch, dass ihr Präparat mit Teebaumöl kaum mehr Nebenwirkungen hat als das Gel ohne Wirkstoff. Doch Teebaumöl ist nicht harmlos. Es kann genauso unerwünschte Wirkungen verursachen wie andere Arzneimittel. So kann Teebaumöl bei empfindlichen Personen Hautreizungen und allergische Hautausschläge verursachen. Das Scientific Commitee on Consumer Safety (SCCS), das auf EU-Ebene berät, warnt daher vor Produkten, die über fünf Prozent Teebaumöl enthalten. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung rät bei Kosmetika überhaupt zu einer Begrenzung auf eine Konzentration von einem Prozent.

Andere Mittel gegen Akne

Es gibt etliche Behandlungen, für die im Gegensatz zu Teebaumöl gut belegt ist, dass sie gegen Akne wirken. Eines davon ist Benzoylperoxid, das als Gel oder Creme bei leichter bis mittelschwerer Akne Abhilfe verschaffen soll. Antibiotika und mit Vitamin A verwandte Stoffe (Retinoide) können sowohl als Salben wie auch Tabletten verwendet werden. Diese Mittel haben jedoch auch deutliche Nachteile und Nebenwirkungen. Nicht ausreichend sind die Belege, was die Behandlung mit Laser- oder UV-Licht angeht. Unklar ist, ob Salicylsäure helfen kann, auch wenn sie in vielen frei verkäuflichen Produkten enthalten ist. Für die Wirksamkeit von Behandlungen durch gereinigtes Bienengift, Schröpfen, Akupunktur oder Massagen gibt es keine Hinweise.

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Stimmt das, was die berichten?

Beinahe täglich berichten Medien von Behandlungsmethoden, diagnostischen Tests und Studien. Wie aber steht es mit den Fakten hinter diesen Meldungen? Können wir glauben, was wir lesen? In unserer Rubrik "Fakten-Check Medizin" finden Sie Informationen, ob es für Medienberichte zu medizinischen Themen echte wissenschaftliche Beweise gibt. "Faktencheck Medizin" ist eine Kooperation von KONSUMENT mit Cochrane-Österreich. Cochrane-Österreich ist werbefrei, unabhängig und wird durch die Bundesgesundheitsagentur gefördert.

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