KONSUMENT.AT - Todesfall: Abfertigung, Gehalt, Urlaub - Lohnfortzahlung nach dem Tod?

Todesfall: Abfertigung, Gehalt, Urlaub

Was passiert mit finanziellen Ansprüchen?

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KONSUMENT 11/2020 veröffentlicht: 22.10.2020

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Ich habe gehört, dass das Gehalt auch nach dem Tod noch einige Monate weitergezahlt wird. Kann das sein?
Das gilt nicht generell. In einigen Kollektivverträgen ist aber vereinbart, dass für langjährige Mitarbeiter bei deren Tod das ­Gehalt noch einen Monat oder mehrere Monate fortgezahlt wird. Fragen Sie die Personal­abteilung bzw. den Betriebsrat des Arbeitgebers des Verstorbenen, ob der Kollektivvertrag eine solche Regelung vorsieht. Die Zahlungen gehen nicht in die Verlassenschaft ein. Für den Fall, dass damit die Begräbniskosten beglichen werden, vermindern sie jedoch die Forderung von Kostenersatz für das Begräbnis gegenüber der Verlassenschaft.

Meine Mutter hat Pflegegeld beantragt, ist jedoch vor der Bewilligung verstorben. Ist damit jeder Anspruch verloren?
Nein. Verstirbt ein pflegebedürftiger Mensch, bevor das staatliche Pflegegeld angewiesen wurde, so können folgende Personen die Auszahlung des Pflegegeldes beantragen:

  • Personen, die den Verstorbenen überwiegend und ohne angemessene ­Bezahlung gepflegt haben
  • Personen, die überwiegend für die ­Kosten der Pflege aufgekommen sind

Diese Personen sich auch berechtigt, die Fortsetzung eines bis zum Tod des Antragstellers noch nicht abgeschlossenen Verfahrens zu beantragen. Wichtig: Dies ist nur innerhalb von sechs Monaten nach dem Todesfall möglich! Danach gehören die Zahlungen bzw. Zahlungsansprüche in das Verlassenschaftsvermögen. Aber: Pflegegelder, die für einen nach dem Zeitpunkt des Todes liegenden Zeitraum ausgezahlt wurden, sind zu ersetzen. Diese Beträge mindern die Verlassenschaft und müssen dem Gerichtskommissär mitgeteilt werden.

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