KONSUMENT.AT - Tropenholz - FSC in der Kritik

Tropenholz

Abgeholzt

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KONSUMENT 10/2018 veröffentlicht: 27.09.2018

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Indonesien als Vorbild?

Durch Einrichtung eines Kontrollsystems im Rahmen sogenannter freiwilliger Partnerschaftsabkommen mit wichtigen Exportländern versucht die EU, den Handel mit ­illegalem Holz zu erschweren. Ist ein solches im Partnerland implementiert und stellt das Land eine Bestätigung aus, dass die ausgeführten Holzprodukte legalen ­Ursprungs sind, entfallen für den Importeur die lästigen Kontrollen – was eine wesent­liche Entlastung für die heimische Wirtschaft darstellt.

Indonesien ist das bisher einzige Land, das nach Ansicht der EU-Kommission diese ­Bedingungen erfüllt. Nach Auffassung von NGOs trifft das nicht zu. Robin Wood nennt es einen Kuhhandel, um mit dem wichtigen Handelspartner Indonesien reibungslose Geschäfte betreiben zu können. Auch Johannes Zahnen, Waldexperte von WWF Deutschland, hat da seine Zweifel: Grundsätzlich sei die Idee nicht schlecht, aber das Abkommen könnte zu früh ab­geschlossen worden sein – schließlich war „Tropenholz aus Indonesien noch vor ­wenigen Jahren zu 80 Prozent illegal“.

FSC in der Kritik

Worauf können Konsumenten nun ver­trauen? Ein wirklich glaubwürdiges Gütesiegel gibt es nicht. Manche Experten empfehlen das Label des Forest Stewardship Council (FSC), weil es weltweit für verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung stehe. Doch die kritischen Stimmen werden immer lauter. So hat Greenpeace International, selbst Gründungsmitglied des FSC, kürzlich beschlossen, seine Mitgliedschaft zu sistieren, denn die ­Organisation lege ihren Fokus zu sehr auf kommerzielle Maßnahmen.

Besonders in Regionen ohne demokratische Traditionen und wo Korruption an der Tagesordnung sei, seien keine Erfolge erzielt worden. Außerdem sei FSC eher für Wälder außerhalb der Tropen relevant; nur 13 Prozent der zertifizierten Fläche liegen in den Tropen. Nicht zuletzt würden auch sogenannte „Mixed Labels“ vergeben; dabei stamme ein Teil des Holzes aus problema­tischen Quellen, so Greenpeace-Sprecher Meus. Dennoch gilt: Besser FSC-zertifiziertes Holz als gar kein Siegel – und auch besser als das alternative PEFC-Siegel.

So reagieren die Anbieter

Wir haben die potenziellen heimischen Anbieter von Tropenholzprodukten befragt, wie sorgfältig sie bei der Beschaffung vorgehen: die großen Möbelhäuser, Baumärkte und Supermärkte sowie mittlere und kleine Holzhändler und -verarbeiter.

Nicht einmal die Hälfte fand es der Mühe wert, eine Stellungnahme abzugeben. Keine Reaktion bzw. nur ein Vertrösten kam von den Möbelhäusern XXXLutz, Leiner, Ludwig und ­Interio sowie von den Baumärkten OBI und Bauhaus. Die ausführlichsten Stellung­nahmen lieferten – neben zwei kleineren Holzhändlern – Möbelriese IKEA und Lebensmittel-Diskonter Hofer.

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