KONSUMENT.AT - VKI: Klagen mit Erfolg - Flixbus und KLM

VKI: Klagen mit Erfolg

EVN, Flixbus, Sky, VW, BAWAG

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KONSUMENT 1/2020 veröffentlicht: 19.12.2019

Inhalt

Flixbus

Endstation für unfaire Klauseln. Die Geschäfts-, Buchungs- und Beförderungsbedingungen strotzen vor unzulässigen Klauseln, meinen wir. Für gleich 30 (!) Klauseln gab uns das Handels­gericht Wien in erster Instanz recht. Das Unternehmen gestaltet seine Vertragsbedingungen in weiten Teilen zum Nachteil seiner Kunden. Flixbus will u.a. die Haftung für Verlust oder Diebstahl von im Gepäckraum befördertem Gepäck unzulässigerweise auf die Reisenden abschieben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

KLM

Nicht fliegen kostet extra. Nehmen wir an, Sie haben ein 5-gängiges Menü bestellt und bezahlt, lassen die letzten beiden Gänge aber nicht mehr servieren. Und dann bringt Ihnen der Kellner statt des Desserts genau deshalb noch eine Extra-Rechnung. Kurios, nicht wahr? Das Recht auf eine ganz ähnliche Vorgangsweise räumte sich die niederländische KLM in ihren Geschäftsbedingungen ein. Wer etwa den Hinflug absolvierte und den Rückflug verfallen ließ, den wollte KLM in der Economy-Klasse innerhalb Europas gleich um 250 Euro erleichtern. Nicht nur das: Wer sein Gepäck auf den Flughäfen Paris oder Amsterdam aufgrund eines Abbruchs der Reise ausgehändigt bekommen wollte, wurde mit einer Gebühr von 275 Euro bestraft. Solche Gebühren mögen im internationalen Luftverkehr üblich sein, das heißt aber noch lange nicht, dass sie korrekt sind. Unsere Rechtsabteilung hat beide Klauseln eingeklagt und rechtskräftig gewonnen. Ein ähnliches Verfahren gewannen wir gegen Brussels Airlines, die bei Nichtantreten des Hinfluges den Rückflug automatisch storniert. Auch diese Entscheidung ist bereits rechtskräftig.

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Kommentare

  • Umkehrschluss
    von TT am 18.05.2021 um 05:46
    Viel hat sich in den letzten Jahrzehnten geändert. Heute muss man bei der Post darum bitten, dass die Versendung eines Poststücks weniger kostet. Darauf hin wird das Versandstück mit der Schneckenpost transportiert. Bei Auswahl der Cookies auf Internetseiten, hat man die leichte bzw. schnelle Auswahl alle an zu wählen. Wenn man jedoch nur das Minimum will, braucht man mind. dreimal so lange. Bei Google hat man "die Auswahl" den gesuchten Link aus zu wählen, jedoch muss man wissen, dass die kleine Info "Anzeige" im Gegensatz zum unteren zweiten selben Link, die Kassa der Suchmaschine zum Klingeln bringt. In Zeitschriften wird die Werbung in gleicher Form, wie die eigentlichen Artikeln verfasst. Nur an einem kleinen unaufälligen Vermerk "Anzeige" erkennt man, das es sich um Werbung handelt. An der Aufmachen des Werbeartikel kaum. Und so könnte man laufend Bespiele bringen, durch welche Tricks Kosument legal, Stück für Stück, um seine Rechte gebracht wird. Am Ende dieser Salami Taktik hat der Konsument wahrschlich nicht mal mehr die Möglichkeit, duch mühsame !Arbeit! zu erkennen, ob er durch einen Klick Geld in die Kassen anderer bringt, manipuliert wird und die billigere Wahl hätte. So löst sich die (Wahl)Freiheit mit der Zeit auf.