KONSUMENT.AT - Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung - Erwachsenenvertretung

Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

Ich will mein Leben selbst bestimmen

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KONSUMENT 10/2020 veröffentlicht: 24.09.2020

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Erwachsenenvertretung

Gerichtliche Erwachsenenvertretung: Sofern man erwachsen (älter als 18 Jahre) ist und aufgrund einer geistigen Behinderung oder psychischen Erkrankung (auch: Demenz) nicht mehr in der Lage ist, Geschäfte ohne Nachteil für sich selbst ab­zuschließen, wird vom Gericht ein gericht­licher Erwachsenenvertreter bestellt.

Dieser übernimmt alle Entscheidungen, zu denen man selbst nicht mehr fähig ist. Die gerichtliche Erwachsenenvertretung hat die Sachwalterschaft abgelöst. Im Gegensatz zur Sachwalterschaft soll sie möglichst nur für jene Teilbereiche gelten, in denen die betroffene Person nicht mehr entscheidungsfähig ist. Die gerichtliche Erwachsenen­vertretung durch eine fremde Person oder einen Erwachsenenschutzverein kommt erst dann zum Tragen, wenn eine Vorsorgevollmacht und die anderen Möglichkeiten der Erwachsenenvertretung nicht (mehr) greifen.

Gewählte Erwachsenenvertretung: Von einer gewählten Erwachsenenvertretung spricht man, wenn eine Person nicht mehr voll handlungsfähig ist und sich einen Vertreter selbst wählt. Voraussetzung für die Vollmacht ist, dass die Tragweite der Bevollmächtigung vom Betroffenen zumindest in Grundzügen verstanden wird. Die Vertretungsbefugnis ist zeitlich unbefristet.

Erwachsenenvertreter-Verfügung: Die Erwachsenenvertreter-Verfügung löst sprachlich die Sachwalterverfügung ab. Mit dieser Erklärung vor einem Rechts­anwalt, Notar oder Erwachsenenschutzverein kann man im Vorhinein Einfluss darauf nehmen, wer vom Gericht zum gerichtlichen Erwachsenenvertreter bestellt wird. Es ist aber auch möglich, bestimmte Personen davon auszuschließen.

Gesetzliche Erwachsenenvertretung: Nahe Angehörige können beim Notar, Rechtsanwalt oder Erwachsenenschutz­verein um die gesetzliche Erwachsenen­vertretung, d.h. die Vertretung durch nahe Angehörige, ansuchen – auch bei vor­handener Vorsorgevollmacht. Sie müssen dazu mit einem ärztlichen Attest die ein­geschränkte Handlungsfähigkeit des Patienten nachweisen können. Wichtig: Die betroffene Person kann der Vertretung durch einzelne oder alle Angehörigen widersprechen – dies ist auch im Vorhinein möglich.

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