KONSUMENT.AT - Wasser: sauber, sicher, Menschenrecht - Hygiene sichert Einkommen

Wasser: sauber, sicher, Menschenrecht

Für ein besseres Leben

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KONSUMENT 4/2019 veröffentlicht: 28.03.2019

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Hygienemängel mindern Bildungschancen

Ein Mangel an sicherem Wasser und Sanitärversorgung ist nicht nur ein Hygiene- und Gesundheitsproblem. Jedes Jahr fallen in Entwicklungsländern fünf Milliarden Arbeitstage und mehr als 440 Millionen Schultage aufgrund von Erkrankungen aus, die durch mangelhafte Wasser- und Sanitärversorgung ausgelöst werden. Das vermindert Bildungschancen. Auch wenn Kinder täglich lange Wege gehen müssen, um Wasser für die Familie zu holen – betroffen sind überwiegend Mädchen –, fehlt ihnen die Zeit für den Schulbesuch.

66% aller Schulen haben sanitäre Anlagen

Sanitäre Einrichtungen sichern den Schulbesuch. Weltweit haben nur etwa 69 Prozent der Schulen einfachen Zugang zu Trinkwasser und nur 66 Prozent verfügen über sanitäre Anlagen. Rund 900 Millionen Kinder haben an ihrer Schule keinen Zugang zu Sanitäreinrichtungen. Besonders betroffen sind die afrikanischen Länder südlich der Sahara.

Vor allem für Frauen und Mädchen sind sauberes Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene von zentraler Bedeutung. Ungenügende Sanitärver­sorgung und fehlende Toiletten führen zu hohen Schulabbruchraten, besonders bei Mädchen im Menstruationsalter. Wenn es keine sanitären Einrichtungen in Schulen gibt, in denen die Privatsphäre geschützt ist, bleiben die Mädchen während ihrer Menstruation dem Unterricht fern oder brechen ihren Schulbesuch ganz ab.

Hoher Wirtschaftsmultiplikator

"Sanitation is dignity – Toiletten bedeuten Würde" ist der Slogan, der das Thema auf den Punkt bringt. Es ist wichtig, bei der Planung und Gestaltung von sanitären Einrichtungen in Schulen Systeme zu entwickeln, die zum einen kulturell angemessen sind und zum anderen die speziellen Bedürfnisse von Mädchen und Jungen berücksichtigen.

Studien der Weltgesundheitsorganisation WHO zeigen, dass jeder in sauberes Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene investierte Euro für eine Gesellschaft je nach Region einen drei- bis vierfachen Nutzen erbringt.

Entlastung des Gesundheitssystems

Laut UNO könnten fast 10 Prozent der weltweiten Erkrankungen verhindert werden, hätten alle Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu Sanitäreinrichtungen. Hygiene ist einer der einfachsten und kostengünstigsten Wege, um lebensgefährliche Krankheiten zu verhindern. Um das zu erreichen, braucht es unter anderem auch Aufklärung. Die UNICEF kümmert sich beispielsweise in ländlichen Dorfgemeinschaften nicht nur um Ausbau und Wartung der Wassersysteme oder den Bau von Latrinen, sondern sie schult auch sogenannte "Wasserkomitees".

Hygiene sichert Einkommen

Gelingt es, vermeidbare Krankheiten, ausgelöst durch Hygienemängel aufgrund ­unzureichender Wasser- und Sanitärver­sorgung, zu verringern, entlastet das auch das Gesundheitssystem in diesen Staaten. Durch schlechte Wasserqualität bedingte Durchfallerkrankungen und Wurmbefall schwächen den Körper und verhindern eine optimale Nahrungsverwertung – das macht sich in Regionen mit Nahrungsmittelknappheit zusätzlich kritisch bemerkbar. Gesündere Menschen können die Schule besuchen, arbeiten und produktiver sein. Nicht zuletzt: Wer gesund ist, kann arbeiten und sichert das Einkommen der Familien.

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