KONSUMENT.AT - Wasserverbrauch - Immer mehr Grundwasser angezapft

Wasserverbrauch

Unstillbarer Durst

Seite 3 von 5

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 6/2017 veröffentlicht: 24.05.2017

Inhalt

Mehr Grundwasser für die Landwirtschaft

Weltweit werden 70 Prozent des vom Menschen genutzten Wassers in der Landwirtschaft verbraucht. Doch der Wasserverbrauch der Landwirtschaft variiert global stark. In Europa insgesamt fließen 24 Prozent, in Österreich nur rund 5 Prozent des genutzten Wassers in die Landwirtschaft. Doch viele in Österreich konsumierte landwirtschaftliche Produkte werden mit hohem Wassereinsatz in anderen Ländern gezogen.

Weltweit werden heute bereits fast 40 Prozent der Nahrungsmittel auf künstlich bewässerten Flächen erzeugt. Aufgrund des zunehmenden Mangels an Oberflächenwasser aus Flüssen und Seen wird immer mehr Grundwasser zur Bewässerung herangezogen. Es macht bereits 43 Prozent des Wassers aus, das zur Bewässerung verwendet wird. Die verbrauchte Menge an Grundwasser hat in den Jahren 2000 bis 2010 um ein Viertel ­zugenommen, in China hat sie sich sogar ­verdoppelt.

Nicht erneuerbare Quellen angezapft

Und zunehmend wird nicht erneuerbares Grundwasser angezapft. Nicht erneuerbar, weil seine Erneuerungsrate geringer ist als jene Wassermenge, die entnommen wird. Reis (29 Prozent), Weizen (12 Prozent) und Baumwolle (11 Prozent) sind jene Nutzpflanzen, die am meisten mit nicht erneuerbarem Grundwasser bewässert werden. ­Pakistan, die USA und Indien sind jene Staaten, die am meisten Nutzpflanzen exportieren, die mit nicht erneuerbarem Grundwasser produziert werden.

Wasserkrise als globale Bedrohung

Im Jahr 2013 hatten rund 780 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser; mehr als 2,5 Milliarden verfügten weder über sanitäre Einrichtungen noch über eine Abwasserentsorgung. Das für Export-Lebensmittel und die Industrieproduktion aufgewendete Wasser steht oft in direkter Konkurrenz zum Menschenrecht auf einwandfreies und sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung, das die UN-Generalversammlung im Jahr 2010 als unverzichtbar für den vollen Genuss des Lebens und aller Menschen­rechte festgeschrieben hat.

Laut UNO könnten fast 10 Prozent der weltweiten Erkrankungen verhindern werden, hätten alle ­Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu Sanitäreinrichtungen. Weltweit leiden derzeit etwa 30 Länder unter Wassermangel. In den nächsten drei Jahrzehnten werden weitere 40 dazukommen.

Bewertung

Wertung: 5 von 5 Sternen
5 Stimmen
Weiterlesen