KONSUMENT.AT - Windows 10: Spionageabwehr - Diagnose und Feedback

Windows 10: Spionageabwehr

Einstellungen für mehr Datenschutz

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KONSUMENT 1/2020 veröffentlicht: 19.12.2019

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Diagnose und Feedback 

Das vollständige Abdrehen des Datenflusses zu Microsoft ist zwar nicht möglich, aber eine Reduktion auf das Wesentliche. Folglich kommt unter "Diagnose und Feedback" nur die Option Standard infrage. Das verhindert zugleich, dass Sie irrtümlich die Freihand- und Eingabedaten an Microsoft senden, weil diese Möglichkeit in der Standardeinstellung gar nicht vor­gesehen ist. Betroffen sind neben den schriftlichen auch die mündlichen Eingaben bei Nutzung der Spracherkennung.

Die Option Individuelle Benutzer­erfahrung ist eine Umschreibung für personalisierte Vorschläge, Tipps und Emp­fehlungen auf Basis Ihrer Nutzungsgewohnheiten und kann ruhig ausgeschaltet werden.

Wenn Sie Diagnosedaten anzeigen ­aktivieren, können Sie jene Informationen einsehen, die auch an Microsoft über­mittelt werden (Sie müssen dazu einmalig über den angezeigten Link die Diagnose­daten-App "Diagnostic Data Viewer" aus dem Microsoft-Store herunterladen). Allerdings werden Sie ohne tiefer gehendes Computerwissen wenig damit anfangen können. Und es handelt sich nur um die aktuell verfüg­baren Daten, nicht um einen weiter zurückreichenden Verlauf.

Auch die Option Diagnosedaten löschen verspricht mehr, als sie halten kann. Microsoft entfernt von den Unternehmensservern ausschließlich Daten, die dem Gerät zugeordnet sind. Nicht gelöscht werden zusätzliche Diagnosedaten, die mit Ihrem Benutzerkonto verknüpft sind. Diese können Sie in Ihrem Datenschutz-Dashboard verwalten, das Sie im Browser aufrufen müssen (Anmeldung mit Ihren Benutzerdaten unter https://account.microsoft.com).

Mit dem Feedback-Hub hat Microsoft für die Nutzer eine Möglichkeit geschaffen, ­direkte Rückmeldungen zu ihren Erfah­rungen mit dem Betriebssystem zu geben. Windows 10 ist so konfiguriert, dass es ­regelmäßig nachfragt. Unter Feedbackhäufigkeit können Sie größere Intervalle auswählen bzw. die Funktion deaktivieren. 

Bleibt noch die Option Empfohlene Prob­lembehandlung. Aufgrund der ­Diagnosedaten erkennt Microsoft, ob auf einem Gerät Probleme auftreten, und versucht, diese zu beheben. Sie können diese Funktion nicht abschalten, sondern lediglich den Ablauf beeinflussen bzw. in welcher Form Sie darüber informiert werden.

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Kommentare

  • Spionageabwehr unter Windows 10
    von ling am 19.01.2020 um 11:40
    Die im Artikel sehr gut beschriebenen Mittel stellen jedoch nur rudimentäre Möglichkeiten dar. Ohne Eingriffe in die Registrierungsdatenbank (Registry) und Fremdsoftware kommt man allerdings nicht aus. Da in den normalen Versionen von Windows 10 die Gruppenrichtlinien beschnitten sind, ist es auch gar nicht möglich hier gezielt Einstellungen vorzunehmen. Microsoft hat schon gewusst was es auf den Markt bringt. In der Enterprise-Version (gibt es als "normale", LTSB und LTSC-Version) wäre zwar so gut wie alles abzustellen, doch "wirklich alles" ist ein sehr dehnbarer Begriff. Außerdem muss man zu dieser Version als Einzelanwender erst einmal (legal) Zugang haben. Selbst die Bearbeitung der hosts-Datei nützt wenig, wenn sie das System nicht benutzt oder sich einer White-List bedient. Lediglich über den Router könnte man bestimmte IP-Adressen blocken, doch das ist wohl nur etwas für Insider und Tüftler.

    Beispielhaft sind einige Programme im Umlauf, welche zumindest für interessierte Anwender viele Funktionen abschalten, sodass das System doch mehr Privatsphäre bietet. Ich führe hier nur die Namen an, mit einer Suchmaschine des Vertrauens findet man meistens sofort den Anbieter:

    Spybot Anti-Beacon
    O&O ShutUp10
    Disconnect
    Disable WinTracking
    DoNotSpy10
    Remove Windows 10 Spying Features
    W10Privacy

    Hinweis: Es sind viele Möglichkeiten bereits vorausgewählt, doch man sollte sehr genau wissen, was der Eintrag (und in der Folge die Aktivierung oder Deaktivierung) auch bewirkt, denn sonst kann man sein System ganz schnell unbrauchbar machen. Nicht alles was abzuschalten ist, soll auch deaktiviert werden.
    Weiters ist auch die persönliche Vorliebe zu beachten: Cortana zu benutzen, setzt natürlich die Übertragung von Telemetriedaten voraus, also wäre die Abschaltung etlicher Funktionen/Dienste kontraproduktiv.

    Noch ein Hinweis für Benutzer, die mit den umfangreichen Apps nichts am Hut haben und diese loswerden möchten: CCleaner ist ein bekanntes Programm und nicht nur für "Systemoptimierungen" brauchbar. Es gibt auch eine Funktion zur Entfernung von unerwünschten Apps in Windows 10: Im Menü "Extras" - "Deinstallieren" werden sämtliche Apps aufgelistet und können entfernt werden. Einziger Nachteil: Jede App muss einzeln aufgerufen und bearbeitet werden und das kostet doch etwas Zeit. Der Aufwand lohnt sich allemal, denn nur so können auch hartnäckige Apps entfernt werden, bei denen dies mit Bordmitteln nicht möglich wäre.

    Fazit: Windows 10 geizt nicht mit Datenübertragung. Insbesondere bei diesem System bewahrheiet sich der Spruch: Im Internet ist vieles gratis, jedoch nichts umsonst - selbst wenn es "nur" Daten sind. Doch das steht ja bereits im ersten Satz des Artikels...