KONSUMENT.AT - Windows 10: Spionageabwehr - Aktivitätsverlauf, App-Berechtigungen

Windows 10: Spionageabwehr

Einstellungen für mehr Datenschutz

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KONSUMENT 1/2020 veröffentlicht: 19.12.2019

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Aktivitätsverlauf

Beim Aktivitätsverlauf (auch: Timeline, Zeitachse) handelt es sich im Grunde um eine praktische Funktion, die einem dabei hilft, Aktivitäten zu einem späteren Zeitpunkt (eventuell auch auf einem anderen Gerät) wieder aufzunehmen. Klicken Sie in der Taskleiste am unteren Bildrand auf das Symbol namens Aktive Anwendungen (auch: Taskansicht): Nun sehen Sie in einer Übersicht die verwendeten Desktops (Windows 10 erlaubt ja die parallele Nutzung mehrerer davon) und die im aktuell markierten Desktop geöffneten Programmfenster.

Unterhalb befindet sich der Aktivitätsverlauf, der bis zu 30 Tage zurückreicht, sofern Sie Microsoft Zugriff auf die Daten erlauben. Möchten Sie den Datenfluss lieber reduzieren, so klicken Sie auf "(Windows-Symbol)/Einstellungen/Datenschutz/Aktivitätsverlauf". Stellen Sie sicher, dass das Feld vor "Meinen Aktivitätsverlauf an Microsoft senden" leer ist.

Wenn Sie zusätzlich oberhalb ("Meinen Aktivitätsverlauf auf diesem Gerät speichern") das Häkchen entfernen, werden Ihre Aktivitäten auch lokal nicht gespeichert. Der Schalter bei "Aktivitäten aus diesen Konten anzeigen" blendet die Aktivitäten lediglich ein oder aus, hat aber keinen Einfluss auf deren Speicherung. Unterhalb haben Sie die Möglichkeit, den bereits vorhandenen Aktivitätsverlauf zu löschen. 

App-Berechtigungen

So wie auf dem Smartphone gibt es auch auf Geräten mit Windows 10 die sogenannten App-Berechtigungen, die installierten Apps/Programmen Zugriff auf bestimmte Informationen bzw. Funktionen geben. Und wie auf dem Smartphone gibt es Berechtigungen, die für das wunschgemäße Funktionieren einer App notwendig sind (z.B. Zugriff auf Kamera und Mikrofon beim Videotelefonat), solche, die als Komfortfunktionen einzustufen sind (Zugriff auf Ihre Kontakte bei Navigations-Apps), und solche, deren Vorhandensein man in fast allen Fällen hinterfragen darf (etwa den ­Zugriff auf Ihre Kontoinformationen).

In der Regel ist es trotzdem nicht sinnvoll, einzelne Berechtigungen komplett abzudrehen. Die üblichere Vorgangsweise ist, die generelle Berechtigung aktiviert zu ­lassen und dann den unter dieser Berech­tigung aufgelisteten Apps individuell die Zugriffsmöglichkeit zu belassen oder zu entziehen.

Versuch-und-Irrtum-Methode

Microsoft liefert zu jedem Punkt kurze Informationen, die im Großen und Ganzen hilfreich sind; zudem finden Sie im Internet mehr zum Thema, wenn Sie rechts auf den Link "Weitere Informationen" klicken. Es kann auch sein, dass unter einer oder mehreren Berechtigungen (noch) keine App aufscheint. Das passiert dann, wenn Sie bisher keine App in Verwendung haben, welche diese Berechtigungen benötigt bzw. eingefordert hat.

Im Übrigen hat sich die Versuch-und-Irrtum-Methode bewährt. Entziehen Sie einer App der Reihe nach die Berechtigungen, bis sie nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert. Wenn Sie damit leben können, dass Sie eine bestimmte Berechtigung wieder erteilen müssen, um die App zu verwenden, dann tun Sie es. Andernfalls müssen Sie auf die App verzichten.

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Kommentare

  • Spionageabwehr unter Windows 10
    von ling am 19.01.2020 um 11:40
    Die im Artikel sehr gut beschriebenen Mittel stellen jedoch nur rudimentäre Möglichkeiten dar. Ohne Eingriffe in die Registrierungsdatenbank (Registry) und Fremdsoftware kommt man allerdings nicht aus. Da in den normalen Versionen von Windows 10 die Gruppenrichtlinien beschnitten sind, ist es auch gar nicht möglich hier gezielt Einstellungen vorzunehmen. Microsoft hat schon gewusst was es auf den Markt bringt. In der Enterprise-Version (gibt es als "normale", LTSB und LTSC-Version) wäre zwar so gut wie alles abzustellen, doch "wirklich alles" ist ein sehr dehnbarer Begriff. Außerdem muss man zu dieser Version als Einzelanwender erst einmal (legal) Zugang haben. Selbst die Bearbeitung der hosts-Datei nützt wenig, wenn sie das System nicht benutzt oder sich einer White-List bedient. Lediglich über den Router könnte man bestimmte IP-Adressen blocken, doch das ist wohl nur etwas für Insider und Tüftler.

    Beispielhaft sind einige Programme im Umlauf, welche zumindest für interessierte Anwender viele Funktionen abschalten, sodass das System doch mehr Privatsphäre bietet. Ich führe hier nur die Namen an, mit einer Suchmaschine des Vertrauens findet man meistens sofort den Anbieter:

    Spybot Anti-Beacon
    O&O ShutUp10
    Disconnect
    Disable WinTracking
    DoNotSpy10
    Remove Windows 10 Spying Features
    W10Privacy

    Hinweis: Es sind viele Möglichkeiten bereits vorausgewählt, doch man sollte sehr genau wissen, was der Eintrag (und in der Folge die Aktivierung oder Deaktivierung) auch bewirkt, denn sonst kann man sein System ganz schnell unbrauchbar machen. Nicht alles was abzuschalten ist, soll auch deaktiviert werden.
    Weiters ist auch die persönliche Vorliebe zu beachten: Cortana zu benutzen, setzt natürlich die Übertragung von Telemetriedaten voraus, also wäre die Abschaltung etlicher Funktionen/Dienste kontraproduktiv.

    Noch ein Hinweis für Benutzer, die mit den umfangreichen Apps nichts am Hut haben und diese loswerden möchten: CCleaner ist ein bekanntes Programm und nicht nur für "Systemoptimierungen" brauchbar. Es gibt auch eine Funktion zur Entfernung von unerwünschten Apps in Windows 10: Im Menü "Extras" - "Deinstallieren" werden sämtliche Apps aufgelistet und können entfernt werden. Einziger Nachteil: Jede App muss einzeln aufgerufen und bearbeitet werden und das kostet doch etwas Zeit. Der Aufwand lohnt sich allemal, denn nur so können auch hartnäckige Apps entfernt werden, bei denen dies mit Bordmitteln nicht möglich wäre.

    Fazit: Windows 10 geizt nicht mit Datenübertragung. Insbesondere bei diesem System bewahrheiet sich der Spruch: Im Internet ist vieles gratis, jedoch nichts umsonst - selbst wenn es "nur" Daten sind. Doch das steht ja bereits im ersten Satz des Artikels...