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Zu hoch gegriffen

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KONSUMENT 6/2012 veröffentlicht: 24.05.2012

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"Die Zitrone": Manche Markenwerkstätten empfehlen teure Reparaturen, obwohl diese nicht notwendig wären.

Frau Koch (Name von der Redaktion geändert) hatte ein Problem mit ihrem Citroën Xsara Picasso: Das Display, das den Status von Klimaanlage und Lüftung anzeigt, blieb finster. Sie steuerte eine Citroën-Werkstatt in Wien Donaustadt an. „Da müssen wir das ganze Display austauschen“, hieß es, und das würde rund 550 Euro kosten; 450 Euro für den Ersatzteil, der Rest für den Einbau. So teuer! Frau Koch war geschockt und wollte das nicht hinnehmen. So holte sie ein Vergleichsangebot einer anderen Citroën-Werkstätte ein. Aber auch dort hieß es: Das Display ist zu tauschen, macht komplett 550 Euro.

"Das haben wir gleich" meinte die Nicht-Markenwerkstätte

Zufällig hatte Familie Koch kurz darauf im Burgenland zu tun und fragte dort in einem Autoreparaturbetrieb nach; es war wohlgemerkt keine Markenwerkstätte. „Das haben wir gleich“, erklärte der freundliche Meister. „Da sind nur drei kleine Lampen kaputt.“ Die waren mit 3,90 Euro wohlfeil, dazu kam noch der Preis für 25 Minuten Arbeitszeit. Frau Koch fragt nun sich (und uns), warum gleich zwei Citroën-Werkstätten hier einen teuren (und in diesem Fall unnötigen) Komplett-Tausch empfohlen haben. Citroën Österreich antwortete uns, dass im Teilekatalog nachgesehen und dabei festgestellt wurde, dass hier eine komplette Einheit zu tauschen sei. Der Ersatz von defekten Kleinteilen ist offensichtlich gar nicht mehr vorgesehen. Dieses Problem dürfte auch nicht auf eine Automarke beschränkt sein. Gut, dass es daneben noch freie Autowerkstätten gibt, die sich auf ihr Köpfchen verlassen und nicht stur nach der Vorgabe eines Herstellers arbeiten!

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