E-Bike-Versicherungen

Teurer Schutz

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KONSUMENT 9/2012 veröffentlicht: 30.08.2012

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E-Bikes, auch Pedelecs genannt, erobern Straßen und Radwege. Ihr Elektromotor läuft nur, wenn man in die Pedale tritt.

Die Nennleistung ist mit 250, die Spitzenleistung mit 600 Watt begrenzt. Und sie dürfen nicht schneller als 25 Kilometer pro Stunde unterwegs sein, sonst schaltet sich der Elektroantrieb ab. Rechtlich sind diese Elektroräder herkömmlichen Fahrrädern gleichgestellt. Weder Nummerntafel noch Haftpflichtversicherung oder Helm sind vorgeschrieben.

Haftpflichtversicherung empfohlen

Dennoch sollten E-Biker ebenso wie Radler eine Haftpflichtversicherung abschließen. Denn wer Personen auch unabsichtlich verletzt oder Gegenstände beschädigt, muss für die finanziellen Folgen aufkommen. Eine Haftpflichtversicherung ist üblicherweise in einer Haushaltspolizze enthalten. Zu überlegen ist auch eine Unfallversicherung. Zwar übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Behandlungkosten nach einem Unfall. Finanzielle Folgen bleibender Schäden (Dauerinvalidität) und den dadurch verursachten Einkommensverlust muss man (außer bei Arbeitsunfällen) jedoch selbst tragen.

Verkehrsunfälle mit Radfahrern sind nicht selten

Im Jahre 2010 wurden 4.835 Radfahrer bei Verkehrsunfällen verletzt und 32 getötet. Darüber hinaus haben Versicherer weitere, weniger sinnvolle Angebote: Die Helvetia offeriert ein Produkt mit Kasko und Haftpflicht, ein Modul Rechtsschutz kann zusätzlich abgeschlossen werden. Die Prämien werden monatlich bezahlt, die Höhe reicht bei einem 2.000 Euro teuren Bike von 10,13 (Variante Klassisch) bis 28,67 Euro (Variante Exklusiv). Je teurer, desto mehr ist versichert. Die Oberösterreichische offeriert eine Haftpflicht- und Kaskoversicherung für E-Bikes. Die Jahresprämien für ein 2.000 Euro teures Elektrofahrrad kosten 155,60 (Kasko) und 22,20 (Haftpflicht) Euro.

Teure E-Bike-Polizzen

Die Zurich Connect E-Bike- Fahrradversicherung beläuft sich für ein E-Bike mit 2.000 Euro Neuwert je nach Schutz zwischen 132,87 und 222 Euro pro Jahr. Diese neuen E-Bike-Polizzen kommen also relativ teuer, der Nutzen ist umstritten. Versicherungen sollen Risiken abdecken, die die wirtschaftliche Existenz gefährden können, also unversorgte Hinterbliebene, Schadenswiedergutmachung nach einem schweren Unfall oder Wegfall des Einkommens durch Invalidität. Dagegen kann und soll man sich versichern. Verlust oder Beschädigung eines auch teuren E-Bikes sind dagegen leicht zu verschmerzen.

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Bild: VKI