Heizkosten: Anstieg bei Pellets

Scheitholz billiger

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KONSUMENT 10/2013 veröffentlicht: 03.10.2013

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KONSUMENT-Heizkostenvergleich: Im Jahresabstand haben sich die Heizkosten relativ wenig bewegt. Nur die Pellets sind um fast 15 Prozent gestiegen. Pelletsheizungen bleiben aber nach wie vor günstiger als Erdgas- oder Heizölanlagen. - Dieser Preisvergleich ist nur online erschienen und nicht im Heft abgedruckt.

Test ist es keiner, wie sollte man auch ein Testurteil formulieren? Doch auch ein Preisvergleich bei den wichtigsten Heizmaterialien bzw. -mitteln hilft Geld zu sparen; das wissen wir aus Reaktionen unserer Abonnenten. Die Preise sind vom September 2013.

Pellets im Preis gestiegen ...

Ein wichtiges Ergebnis unserer Erhebung ist: Die Preise für Pellets sind gegenüber September 2012 um 14,4 Prozent gestiegen. Der Pellets-Verband macht dafür steigende Holzpreise und die hohe Nachfrage verantwortlich. Allerdings sind die Preise für andere Holz-Brennstoffe gleichgeblieben oder weisen sogar eine rückläufige Tendenz auf: So hat sich Scheitholz für Holzvergaserkessel von 3,64 Cent pro Kilowattstunde (kWh) auf 3,46 verbilligt.

... aber immer noch günstiger

Im Vergleich zu Erdgas und Heizöl sind Pellets immer noch günstiger: Im Brennwertkessel kostet Erdgas 7,64 Cent, Heizöl 9,94 Cent. Der Gaspreis ist gleichgeblieben, bei Heizöl gab es einen leichten Rückgang.

Holzvergaserkessel und Erdwärmepumpe am billigsten

Die punkto Energieträger billigsten Heizsysteme sind einerseits Holzheizungen (z. B. Holzvergaserkessel: 3,46 Cent für Scheitholz), aber auch die Erdwärmepumpe (3,91 Cent im Mischtarif bei WienEnergie). Wobei Erdwärme gratis zur Verfügung steht, zu bezahlen ist nur der – teure – Strom zum Betrieb der Wärmepumpe, die die Erdwärme komprimiert und in die Innenräume transportiert. Wer Strom tatsächlich zum Heizen benötigt, zahlt einen extrem hohen Preis dafür: Der Tagstromtarif beträgt 19,15 Cent/kWh.

Erdgas und Fernwärme am gebräuchlichsten

Nach Angaben der Statistik Austria sind Erdgas und Fernwärme die gebräuchlichsten Energieträger in Österreichs Haushalten. Sie kommen auf einen Anteil von jeweils ca. 25 Prozent (2011/2012). Holz (inkl. Pellets) liegt bei 20 Prozent, Heizöl/Flüssiggas bei 19%.

Fernwärme verdrängt Heizöl

Wobei vor allem Fernwärme seit 2003/2004 einen rasanten Aufholprozess hinter sich hat (+7 Prozentpunkte). In etwa gleichem Ausmaß sind Heizöl- bzw. Flüssiggasanlagen zurückgegangen.
Über die Preise folgender Heizmaterialien und –techniken informieren wir in der Tabelle:

  • Kaminholz im Karton
  • Scheitholz (1 m)
  • Kaminholz (0,33 m)
  • Hackgut
  • Holz-Briketts
  • Pellets
  • Erdgas
  • Flüssiggas
  • Heizöl EL
  • Brikett (Rekord)
  • Steinkohle (Polen)
  • Hüttenkoks (Brech 3)
  • Tagstrom
  • Nachtstrom
  • Fernwärme

Mehr zum Thema Heizkosten finden Sie unter www.konsument.at/heizkosten

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Kommentare

  • Es gibt durchaus seriöse Zahlen.
    von Reitbauer2 am 15.10.2013 um 16:30
    Die WHO kommt in ihren 2006 publizierten "Air Quality Guidlines" (S.272) zu dem Schluss, dass Feinstaub aus Biomasse genau so schädlich ist wie sonstiger Feinstaub in der Stadtluft. Es geht im Vergleich der Brennstoffe also hauptsächlich um die ausgestoßene Menge. Ich bin nicht vom Fach, aber ich habe hier z.B. einen Vortrag von Dr. Thomas Brunner von der TU Graz, der folgende Werte nennt - Stückholzkessel: 20 mg/MJ - Pelletkessel: 20 mg/MJ - Hackgutkessel: 20-30 mg/MJ - Kaminofen: 25-50 mg/MJ Gas, Öl und Fernwärme kommen da nicht vor, das müsste aber zu ermitteln sein. Das ist sicher irgendwo ordentlich publiziert, aber hier ist der Vortrag: http://bit.ly/193iDr5 Mir sind auch andere Arbeiten zu dem Thema untergekommen. Vielleicht können sie sich mit Dr. Brunner in Verbindung setzen, er scheint in Österreich der "go-to guy" bei dem Thema zu sein. Der Kaminöfen-Boom ist vor allem in den Städten ein echter Rückschritt, und der sehr günstige kWh-Preis für Stückholz, den die Konsument-Tabelle jedes Jahr ausweist, befeuert den Trend noch mehr. Ich denke, den Feinstaub-Aspekt bei Holzfeuerungen sollte man gerade hier nicht unter den Tisch kehren - damit die Konsumenten Kosten und Nutzen für sich und die Umwelt richtig abwägen können.
  • Feinstaub
    von REDAKTION am 14.10.2013 um 15:17
    Derzeit gibt es leider keine Daten, die einen seriösen Vergleich der gesundheitsgefährdenden Wirkungen von Kleinfeuerungsanlagen unterschiedlicher Energieträger erlauben. Jedenfalls stoßen zeitgemäße Holzheizungen ungleich weniger Feinstaub aus als ältere Modelle. Pelletkessel, die mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet wurden, dürfen maximal 20 mg Staub je Megajoule ausstoßen. Ihr Konsument-Team
  • Bitte Feinstaubausstoß anführen!
    von Reitbauer2 am 14.10.2013 um 14:15
    Es wäre toll, wenn die Heizkosten-Tabelle neben dem CO2-Wert auch den Feinstaubausstoß pro kWh anführen würde. Ein durchschnittlicher Kaminofen stößt (bei optimalem Betrieb!) pro Füllung etwa so viel Feinstaub aus wie ein Euro5-Pkw auf 400km. Bei unsachgemäßem Betrieb schnell auch das 10-fache. Pelletöfen und Holzvergaser sind zwar deutlich besser, emittieren aber immer noch beträchtliche Mengen Feinstaub. Holzfeuerungen in der Stadt belasten die Atemluft. Und der erhöhte Rußausstoß wirkt sich auch sehr negativ auf den Klimawandel aus, wie neuere Forschungsarbeiten zeigen: http://bit.ly/GUK7Wh
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo