Fotografieren: Blitzaufnahmen

Einfach erhellend

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KONSUMENT 11/2012 veröffentlicht: 25.10.2012

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Der Blitz bringt nicht nur Licht ins Dunkel. Er kann auch als wirkungsvolles Gestaltungs- mittel eingesetzt werden.

Ältere Leser werden sich vielleicht erinnern: Früher gab es den sogenannten Blitzwürfel, den man einfach auf die Kamera steckte. Er reichte für vier Mal blitzen, dann landete er im Müll.

Heute sind die Blitzgeräte sehr viel lang­lebiger, zum Teil auch bereits in die Kamera integriert. Manche dieser integrierten Blitze zünden automatisch, wenn die Belichtungsautomatik schwaches Umgebungslicht anzeigt. Das ist praktisch, aber oft auch ärgerlich – dann nämlich, wenn die Kamera ein Bild liefert, das kaum zufriedenstellen kann. Weil die aufgenommene Person harte Schatten wirft. Oder weil der Vordergrund hell und der Hintergrund dunkel ist. Oder weil die zarte Bildstimmung durch die gleichmäßige Ausleuchtung zerstört wurde.

Automatisch hartes Licht

Der eingebaute Blitz kam zuerst in den billigeren Kompaktkameras auf. Er sendet das Licht frontal aus, was in der Regel zu einer kont­rastreichen Aufteilung in helle und dunkle Partien führt. Dieses sogenannte harte Licht kann ein willkommener Effekt sein, gerade manche Kunstfotografen setzen ihn bewusst ein. Nach herkömmlichen Kriterien gelten ­solche unausgewogenen Fotos allerdings als weniger schön. Bei den besseren Kompakt­kameras lässt sich denn auch die automatische Blitzzündung deaktivieren.

Integrierter, ausklappbarer Blitz heutzutage eher Sonderfall

Der integrierte, fallweise auch ausklappbare Blitz ist eher etwas für den Not- oder bestenfalls Sonderfall. Das zeigt nicht zuletzt der Umstand, dass ihn nur jene digitalen Spiegel­reflexkameras eingebaut haben, die sich speziell an die Zielgruppe der Amateure richten. Bei den Profi-Modellen ist der eingebaute Blitz tabu. Wer Blitzfotografie ernsthaft ­betreiben möchte, kommt nicht um die ­Anschaffung eines externen Geräts herum, genauer: eines Elektronenblitzgeräts, das heute Standard ist. (Die Studio-Blitzfoto­grafie möchten wir hier ausklammern.)

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Kommentare

  • Blitzaufnahmen
    von ling am 05.05.2015 um 15:01
    Einen ganz wichtigen Punkt hat der Autor wohl vergessen - den Diffusor. Im Internet findet man zahllose Fotos mit der berühmt-berüchtigten Blitzreflektion auf der Aufnahme. Nahaufnahmen von Gegenständen sind häufig davon betroffen und völlig "verblitzt". Dabei könnte man diesen Effekt oftmals mit einem ganz einfachen Mittel verhindern. Vor der Aufnahme wird ein Stück von einem Papiertaschentuch über den Blitz gehalten und zwar so, dass nur der Blitz verdeckt wird. Da die Belichtung davon unabhängig trotzdem richtig erfolgt, wirkt sich dies auf das Ergebnis meistens positiv aus. Eine Aufnahme von einem Bildschirm oder vor einem Fenster wird natürlich genauso verblitzt sein wie immer, doch auch mit einem Profigerät kann man dies nicht verhindern. Einen Versuch ist es allemal wert und ich habe mit dieser Methode bereits Fotos machen können, die ich unter normalen Bedingungen löschen musste. Nicht umsonst verwenden sogar Profis diese Methode (Taschentuch mit einem Gummiring am Blitzgerät befestigt). Das Licht wird wesentlich weicher und die Lichtausbeute ist größer als beim indirekten Blitz.
Bild: VKI