Handys: Ärgernis Feuchtigkeitsschaden

Ein Kommentar von Redakteurin Veronika Kaiser

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KONSUMENT 2/2012 veröffentlicht: 24.01.2012

Inhalt

Immer wieder berichten uns KONSUMENT-Leser: Kaum bringen sie ihr defektes Handy zum Händler, ziehe sich der mit dem Argument "Feuchtigkeitsschaden" aus der Affäre. - Ein Intern von KONSUMENT-Redakteurin Veronika Kaiser.

Veronika Kaiser (Bild: Wilke) 
 E-Mail: Redakteurin
Veronika Kaiser

Ärgernis Feuchtigkeitsschaden

Als Leserbrief-Redakteurin erfahre ich brühwarm, worüber sich Österreichs Konsumentinnen und Konsumenten ärgern. So erhalten wir öfter Beschwerden, dass ein Handy sieben oder acht Monate nach dem Kauf nicht mehr funktioniert. Die Reklamation beim Händler oder (bei Vertragshandys) beim zuständigen Mobilfunkanbieter hat keinen Erfolg: „Feuchtigkeitsschaden, keine Garantie mehr.“ Doch Leserinnen und Leser schwören Stein und Bein, dass ihr Handy nie Kontakt mit dem nassen Element hatte. Seltsam, wie heikel Handys sein können!

Gewährleistung greift nicht

Interessanterweise passiert so ein Feuchtigkeitsschaden meist sieben Monate bis zwei Jahre nach Kauf oder Übergabe des Handys. Das ist vielleicht kein Zufall. Bis sechs Monate nach Kaufdatum muss die Firma, die das Gerät verkauft hat, nämlich im Rahmen der Gewährleistung auf jeden Fall das kaputte Exemplar gegen ein funktionierendes austauschen oder es reparieren. Eine Garantie hingegen kann von Rechts wegen eingeschränkt werden, so dass sie beispielsweise nicht für Wasserschäden gilt.

Ausrede entlarvt

Schon vor Jahren hat die Arbeiterkammer zum Feuchtigkeitsschaden bei Handys  einen Musterprozess geführt. Ein gerichtlich beeideter Sachverständiger untersuchte den angeblichen Wasserschaden und ermittelte einen Fehler in der Elektronik als Ursache für den Handy-Defekt. Aber: Ein Gutachten, das die meist blitzschnell gestellte Diagnose „Feuchtigkeitsschaden“ als bequeme Ausrede entlarven würde, kommt weitaus teurer als das Handy und niemand wird deswegen vor Gericht ziehen.

Schreiben Sie mir!

Wurden auch Sie schon mit der Diagnose "Feuchtigkeitsschaden“ abgewimmelt, als Ihr Handy den Dienst versagte? Wir möchten uns einen Überblick über die Dimension des Problems verschaffen und sind daher an Ihren Erfahrungen interessiert. Wir werden Hersteller und Händler mit Ihren Beschwerden konfrontieren. Übrigens wurde auch schon bei einer Digitalkamera die Gewährleistung verweigert. Wegen Feuchtigkeitsschadens.

Schreiben Sie mir, Ihr Meinung ist mir wichtig!

Veronika Kaiser, Chefin vom Dienst

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Wertung: 4 von 5 Sternen
15 Stimmen

Kommentare

  • Feuchtigkeitsschaden
    von REDAKTION am 30.01.2012 um 13:18

    Beschwerden über so genannte „Feuchtigkeitsschäden“ erhalten wir immer wieder. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier die Gewährleistung oder Garantiezusage umgangen werden sollen. Dazu hat die Arbeiterkammer einen Musterprozess geführt. Dabei stellte sich heraus, dass der „Feuchtigkeitsschaden“ keiner war, sondern ein Defekt der Elektronik.

    Hier können Sie darüber mehr lesen: http://www.konsument.at/cs/Satellite?pagename=Konsument%2FMagazinArtikel%2FDetail&cid=33868 Derzeit sammeln wir Beschwerden, um die Dimension des Problems zu erkunden. Danach werden wir Hersteller bzw. Händler damit konfrontieren und über die Ergebnisse berichten. Das wird aber naturgemäß noch etwas dauern.

    Ihr KONSUMENT-Team

  • Feuchtigkeitsschaden=Standardantwort von A1
    von erichz am 27.01.2012 um 17:25
    Bereits drei mal habe ich von A1 diese Antwort erhalten, bei drei verschiedenen Handytypen und immer etwa eineinhalb Jahre nach dem Kauf! Obwohl keines der Handys jemals mit einer Flüssigkeit in Kontakt gekommen war. Ich fühle mich betrogen!
  • Wasserschaden von Samsung Handy
    von maunzi am 27.01.2012 um 14:47
    Guten Tag! Seit Nov.2010 ärgere ich mich über 3. Jetzt im Februar wird mein Handy 2 Jahre. Vor dem Nov.2010 hatte es schon längere Zeit Fehlermeldungen,ich kann das Ladegerät abstecken, der Aku ist gelanden.Nur das Handy war gar nicht angesteckt!! Eines Tages konnte ich es nicht mehr einschalten,so ging ich zum 3 Shop und ließ es einschicken. Das Handy kam unreparierbar zurück, die Begründung war ein Wasserschaden. Den Kostenvoranschlag von € 29,- mußte ich natürlich bezahlen. Dum wie ich bin habe ich das unreparierbare Handy dann doch versucht einzuschalten, und siehe da es funktionierte, bis heute ohne einen einzigen Fehler! Einige Wochen später war ich im 3 Shop und wollte wissen,ob sie das Geld einfach nur von mir wollten, damit es für sie billiger ist.Die Antwort war: Das Handy hat einen Wasserschaden, darauf giebt es keine Garantie. Ich wollte schon längere Zeit bei 3 direkt anrufen, ob ich da mehr Erfolg hätte, heute habe ich es getan. Ergebnis war das hat mit 3 nichts zu tun,ich soll mich an die Service Firma wenden. Zur Zeit überlege ich ob ich den Vertrag verlängere, den das kann ja nicht mit rechten Dingen zu gehen, ich bin mir sicher, dass das Handy nicht nass geworden ist. Was mir auffällt ist, das die Anschlüße und der Deckel vom Akku nicht dicht sind, da ist immer Staub drinnen. Mit freundlichen Grüßen Hermina Primetshofer
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