Laptop-Versicherung der Allianz

Stolzer Preis, bescheidene Leistung

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KONSUMENT 3/2012 veröffentlicht: 15.02.2012

Inhalt

Die Allianz versichert Notebooks, Laptops und Tablets – mit vielen Wenn und Aber.

 

„So sind Ihre Netbooks, Laptops, Tablet PCs sowie alle Peripheriegeräte (Drucker, Router, Maus, etc.) optimal versichert – ob im Urlaub oder in der Straßenbahn!“ So wirbt die Allianz für ihr neues Versicherungsprodukt. Groß hinausposaunt werden die Vorteile wie weltweite Deckung,  Deckung für Schäden durch Ungeschicklichkeit, Flüssigkeitsschäden und Diebstahl sowie Rückerstattung zu 100 Prozent der Wiederbeschaffungskosten. Versichert sind alle Laptops eines Haushalts. 

Mindestens ein Jahr gebunden

Anders als andere Geräteversicherungen wird die Allianz Laptop-Versicherung nicht  über den Elektrohandel abgeschlossen, sondern direkt beim Versicherer oder einem Versicherungsvermittler. Die Versicherung gilt ein Jahr und verlängert sich automatisch, wenn sie nicht 3 Monate vor Ablauf gekündigt wird. Die jährliche Prämie beläuft sich auf immerhin 59,88 Euro.

Bescheidene Leistungen

„Gabriel kauft ein iPad um 850 Euro. 1 Monat später fällt es ihm herunter: Totalschaden! Die Allianz-Laptopversicherung deckt 100 % des Wiederbeschaffungswertes, abzüglich 50 Euro Selbstbehalt“, heißt es auf der Allianz-Homepage. So weit, so gut. Bei näherer Betrachtung schauen die Leistungen jedoch nicht so beeindruckend aus. Bei reparablen Schäden sind nur die Reparaturkosten gedeckt, nicht jedoch ein neues Gerät. Bei Diebstahl, Verlust oder Totalschaden  erfolgt die Leistung nach Jahren gestaffelt: Die volle Leistung (100 Prozent minus Selbstbehalt) gibt’s nur im ersten Jahr, im zweiten Jahr dann nur noch 80 Prozent, dann 60, 40, und im fünften Jahr und später nur noch 20 Prozent der Wiederbeschaffungskosten. Die maximale Versicherungssumme beträgt 2500 Euro. Das kann unter Umständen nicht ausreichen, wenn mehrere Geräte  im Haushalt betroffen sind.

Strenge Bedingungen

Nicht versichert sind Batterien, Akkus, Verschleißteile, externe Datenträger sowie Software und Daten. Gerade die Stromspeicher sind es jedoch, die häufig aufgeben. Können diese bei einem Defekt nicht ausgetauscht werden, ist das Gerät unbrauchbar, ohne dass die Versicherung zahlt.  Auch die Sorgfaltspflichten sind streng. Im geparkten Auto darf das versicherte Gerät nur so aufbewahrt werden, dass es nicht zu sehen ist. Lässt man den Laptop über Nacht im Wagen, muss dieser in einer Garage oder auf einem bewachten Parkplatz abgestellt sein.

Vieles nicht versicherbar

Schäden durch Naturgefahren wie Überschwemmungen, Muren, Lawinen oder Sturm sind ebenso wenig versichert wie Kratzer oder Dellen, wenn sie die Funktionstauglichkeit nicht beeinträchtigen. Versichert werden können auch nur solche Geräte, die vom Hersteller für mobilen Gebrauch gedacht sind (also keine Standgeräte). Gewerblich genutzte Computer sind nicht versicherbar, ebenso wenig PDAs oder Smartphones.
Schadenfälle sind dem Versicherer unverzüglich zu melden, bei Diebstahl, Einbruchsdiebstahl, Raub und böswilliger Beschädigung sowie Brand- und Explosionsschäden ist zusätzlich eine polizeiliche Anzeige nötig.

Nicht wirklich nötig

Unser Fazit: Wieder eine Versicherung, die Sie sich sparen können. Versicherungen sollen Risiken abdecken, die die wirtschaftliche Existenz gefährden können. Verlust oder Defekt eines Laptops fallen wohl eher nicht darunter. Die jährliche Prämie ist mit 60 Euro hoch, im 5. Jahr nach Anschaffung des Geräts erhält man nur noch 20 Prozent des Wiederbeschaffungswertes. Auch der Selbstbehalt von 50 Euro macht die Allianz-Laptop-Versicherung unattraktiv.

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Bild: VKI