Zusatzkrankenversicherungen

Verkürzte Wahrheit

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KONSUMENT 2/2012 veröffentlicht: 19.01.2012

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Eine Zusatzkrankenversicherung bietet erhöhten Komfort bei der Unterbringung im Spital und bringt Vorteile bei der Arztwahl. Doch manche Versicherer versprechen mehr, als sie eigentlich dürften.

Unser Test zu Wartezeiten auf einen Opera­tionstermin (KONSUMENT 9/2011) wirbelte mächtig Staub auf. Die Tatsache, dass Patientinnen und Patienten mit einer Zusatzversicherung deutlich rascher einen notwendigen Operationstermin erhielten als Kassenpatienten, sorgte für Aufregung unter Spitalsbetreibern, Ärztevertretern und Politikern.

Ein Primar drohte uns gar mit einem gerichtlichen Nachspiel. Auch von unseren Leserinnen und Lesern gingen zahlreiche Zuschriften ein. Viele ergänzten die Ergebnisse unserer Erhebung durch eigene leidvolle Erfahrungen.

Bessere medizinische Versorgung

Doch es setzte auch Kritik: "Wenn ich schon mehr für meine Krankenversicherung bezahle, habe ich auch Anspruch auf eine bessere Versorgung", hörten wir nicht selten. Unser Einwand, dass sich die Vorteile lediglich auf Unterbringung und Arztwahl beziehen dürften, nützte wenig. Offenbar schließen viele Privatversicherte ihre Polizzen in der festen Meinung ab, sich damit auch Vorteile im ­medizinischen Bereich zu erkaufen. Dies lässt vermuten, dass die Anbieter von Zusatzver­sicherungen mit einer besseren medizinischen Versorgung werben, um ihre Produkte besser an die Kunden zu bringen.

Sieben Anbieter in Österreich

Das wäre allerdings nicht zulässig. Der Unterschied zwischen Sonderklasse und allgemeiner Gebührenklasse darf sich alleine auf die Unterbringung im Krankenhaus und die Möglichkeit, sich vom Arzt der Wahl behandeln zu lassen, beschränken. So sieht es zumindest das Gesetz vor. Wir wollten wissen, ob sich die sieben Anbieter von Krankenzusatzversicherungen in Österreich (Allianz, ­Donau, Generali, Merkur, Muki, Uniqa und Wiener Städtische) an diesen Grundsatz halten oder ob Interessenten für ein derartiges Produkt etwa mit falschen Versprechungen geködert werden.

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Kommentare

  • „Zusatzkrankenversicherungen“ Konsument 2/2012
    von zeppenfeld am 27.01.2012 um 20:25
    Leider ist die Realität im österreichischen Krankenhaus-System noch etwas komplizierter, als bei ihnen geschildert. So war meine Frau im LKH „Stolzalpe“ stationär für 24 Stunden aufgenommen worden und hatte bei der Aufnahme angegeben, dass sie eine Zusatzversicherung für Zweibettzimmer und freie Arztwahl habe. Bei der Entlassung wurde ihr ein Schriftstück zur Unterschrift vorgelegt, dass sie „Sonderklasse“ belegt habe und dass sie über die entstehenden Kosten aufgeklärt worden sei (was allerdings nicht explizit geschehen war). Leider hat sie diesen Zettel unterschrieben, denn letztlich sind wir dadurch um über 750€ Zusatzkosten umgefallen: die Zusatzversicherung erstattete nur die „Hotelkomponente“, das Krankenhaus berechnete aber zusätzlich alle Untersuchungen, die auch sonst gemacht worden wären, wie Labor und Ultraschall. Dabei beriefen sich die Träger des Krankenhauses auf das Steirische Krankenhaus-Gesetz, das tatsächlich in der Sonderklasse auch die Untersuchungen und technischen Kosten dem Patienten aufbürdet, also von wegen: Die medizinische Versorgung muss für alle Patienten gleich sein! Mag ja grundsätzlich stimmen, aber in der Steiermark zahlt dafür der Sonderklasse-Patient selbst und nicht die Krankenkasse (in diesem Fall WGKK) und auch nicht die Zusatzversicherung.
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo