Feinkost: Handschuhe

Nur scheinbar sauber

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KONSUMENT 3/2014 veröffentlicht: 27.02.2014

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Wir haben uns daran gewöhnt und es ist ein beruhigendes Gefühl: Das Verkaufspersonal in den Frischeabteilungen – vor allem bei Fleisch, Wurst, Käse oder Fisch – trägt aus Hygienegründen ständig Handschuhe.

Doch Arbeitsmediziner warnen: Das Tragen von Handschuhen hat nichts mit erhöhter Sauberkeit zu tun. Im Gegenteil, Schmutz oder Keime werden über die Handschuhe teilweise sogar leichter übertragen als mit bloßer Haut.

Untersuchungsergebnis: Kein Unterschied ob mit oder ohne Handschuhe

Eine Untersuchung des IFA (Institut für Arbeitsschutz der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung) kam zum Ergebnis: Bereits nach fünf Minuten Umgang mit Lebensmitteln kommt es zu einer starken Anreicherung von Bakterien. Dabei konnte kein Unterschied zwischen der Arbeit mit Handschuhen und jener mit bloßen Händen festgestellt werden. Kernaussage: Hygienische Defizite werden durch das Tragen von Handschuhen nicht beseitigt. Das hätte nur dann Sinn, wenn die Handschuhe nach jedem Bedienvorgang gewechselt würden. Was in der Praxis nicht der Fall ist.

"Reine Hände für feine Kost"

Nicht selten leiden die Verkäufer unter Hauterkrankungen bis hin zu chronischen Ekzemen als Folge davon, dass die natürliche Hautfeuchtigkeit im Handschuh eingeschlossen bleibt und die Haut dadurch aufgeweicht wird. Die AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) hat daher eine Kampagne unter dem Titel „Reine Hände für feine Kost“ gestartet. Handschuhe können Hygienemaßnahmen nicht ersetzen. Regelmäßiges Händewaschen gehört ebenso dazu wie das Verwenden von Gabeln oder Zangen, Folien oder Papier, um den direkten Kontakt mit der Ware zu reduzieren.

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