Brot aus dem Supermarkt

Oft nicht abgewogen

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veröffentlicht: 26.03.2013

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  Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Brot, das nicht nach seinem Gewicht, sondern pro Stück verrechnet wird.

Das ist das Problem

Bei uns häufen sich Meldungen verärgerter Kunden: In einer Reihe von Supermärkten wird Brot nicht nach Gewicht, sondern auf Basis des Stückpreises verrechnet und verkauft. Wiegt das Brot weniger, als auf dem Regal oder Etikett steht, hat man Pech gehabt. Und will man nur einen halben Laib Brot oder ein Viertel erstehen, kommt der Kauf bei diesem System überhaupt einem Roulettespiel gleich: Da es kaum möglich ist, Wecken in genau gleich große bzw. schwere Teile zu schneiden, zahlt zumindest ein Kunde drauf.

Wir fragten exemplarisch bei zwei Supermarktketten (Spar, Zielpunkt) und einer großen Bäckerei (Honeder Naturbackstube GmbH) nach, ob Brot vor dem Verkauf abgewogen wird. Teils, teils erfahren wir.

Halbe Laibe: nicht immer extra abgewogen

In den Filialen von Honeder Naturbackstube wird geteiltes Brot beispielsweise grundsätzlich gewogen. Bei Spar hingegen kommt halbiertes Brot nicht auf die Waage. Die Begründung: Das Brot wird von Bäckern geliefert, die es zum Stückpreis verrechnen. Zielpunkt wiederum wiegt geteiltes Brot in Filialen mit eigener Feinkost ab und verkauft ganze Laibe dort zum Stückpreis. In Filialen mit Schirnhofer Feinkosttheke wiederum wird Brot ausschließlich zum Stückpreis verkauft. Schirnhofers Begründung: Teiglinge und Teilbackbrot werden von Lieferanten bezogen und in der Feinkost frisch aufgebacken. Da das Gewicht nach dem Aufbacken nicht immer gleich ist, werden Teiglinge und Teilbackbrot als Stückartikel ein- und verkauft.

Stückpreis statt Preis pro Gramm

Auch die Wirtschaftskammer, Bundesgremium des Lebensmittelhandels, argumentiert, dass Brot im Lebensmittelhandel deshalb zum Stückpreis verkauft wird, weil es von Bäckern zugekauft und dabei nach Stück verrechnet wird. In die EDV-Systeme seien Stückpreise eingespeist, eine Verrechnung von Preisen auf Gramm sei daher nicht möglich.

Deklariertes und tatsächliches Gewicht sollten übereinstimmen

Wir sehen das anders. Wir meinen, dass der Lebensmittelhandel dafür zu sorgen hat, dass Brot gewogen wird und tatsächliches und deklariertes Gewicht übereinstimmen.

Wir haben übrigens noch die Probe aufs Exempel gemacht und stichprobenartig Brot eingekauft und abgewogen. Das Ergebnis: Kein Brot wog zu wenig. Von unseren Lesern wissen wir aber: Es kann auch anders sein.

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