Autobahnvignette: 2 Euro teurer

Körberlgeld für Trafik

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veröffentlicht: 08.01.2014

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Zahlt der Kunde mit Bankomat, verlangen manche Trafiken für die Autobahnvignette zwei Euro zusätzlich. Das ist ein unerlaubter Aufschlag.

Leser Michael B. berichtete uns: „Meine Frau wollte in einer Trafik eine Autobahnvignette kaufen, hatte nicht genug Bargeld bei sich und wollte die Bankomatkassa nutzen. Die Trafikantin wies sie darauf hin, dass bei dieser Zahlungsform die ASFINAG um zwei Euro mehr verlange.“

Geld bleibt in der Trafik

Die ASFINAG kennt diese Praktiken, kann sie aber nicht abstellen: "Oftmals und speziell in Trafiken werde mit dem Vermerk, dies werde `von der ASFINAG verlangt´, eine Mehrgebühr (z.B. zur Abdeckung der Kosten für die Installierung des Bankomatgerätes) gefordert.“ Die Wahrheit ist: Die ASFINAG fordert diese Gebühr nicht und sie erhält sie auch nicht. Das Geld bleibt der Trafik.

Ermäßigung erlaubt, Aufschlag verboten

Mag. Jennifer Wassermann aus unserer Rechtsabteilung meint zu dieser Gebühr: "Gemäß § 27 Abs. 6 des Zahlungsdienstegesetzes (ZaDiG) darf ein Zahlungsempfänger dem Zahler für die Benutzung eines bestimmten Zahlungsinstrumentes eine Ermäßigung anbieten. Er darf jedoch nicht für die Nutzung eines Instrumentes eine Gebühr verlangen."

Informieren Sie Ihr Geldinstitut

Unser Rat: Kaufen Sie die Autobahnvignette bei anderen Anbietern und informieren Sie Ihre Bank oder Kreditkartengesellschaft von dem Vorfall. Diese kann eventuell ihren Vertragspartner drängen, dass hier keine weiteren Kosten bei Bezahlung mit der Bankomat- bzw. Kreditkarte anfallen. Egal ob persönlich oder im Internet: Es darf keinen Aufschlag für eine bestimmte Bezahlart geben.

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Kommentare

  • Tankstellen
    von GTX am 10.01.2014 um 19:46
    Wie können sich dann Tankstellen die Kartenzahlungen leisten? Dort habe ich selbst beim Kauf von Motorrad-Vignetten für 10 Tage oder 2 Monate noch kein Meckern erlebt. Wieso betreiben Trafikanten überhaupt Zahlungsterminals, wenn sie eigentlich gar keine Kartenzahlungen akzeptieren wollen?
  • Körberlgeld?
    von chris1976 am 09.01.2014 um 17:29
    Ich bin Buchhalter und mache viele Trafikbuchhaltungen, dadurch weiß ich, wie gering die Provision für eine Autobahnvignette ist (Jahresvignette 2€). Bezahlt ein Kunde seine Vignette durch Kreditkarte, hat der Trafikant null verdient, da die Paylife Spesen (ca. 1,50% und 0,10 € pro Transaktion) gleich hoch wie die Provision ist (und bekommt sein Geld meist erst Wochen später auf sein Konto überwiesen, muss das Geld also vor finanzieren). Bei Bankomatzahlungen sind die Spesen zwar ein wenig geringer, dennoch bleibt unter dem Strich fast nichts übrig.. Wenn der Trafikant 2 € mehr verlangt ist das kein "Körberlgeld" sondern eine Notwendigkeit um wirtschaftlich überleben zu können.
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