Fondssparen und Fondspolizzen

Sparplan oder Lebensversicherung?

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KONSUMENT 4/2015 veröffentlicht: 25.03.2015

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Geldanlage: Wer auf der Suche nach Ansparprodukten mit höheren Ertragschancen ist, für den kommen Fondssparpläne oder fondsgebundene Lebensversicherungen infrage – Letztere möglichst "ungezillmert", wie es im Fachjargon so unschön heißt.

Zum Ansparen – sei es zum Vermögens­aufbau oder zur Altersvorsorge – greift man gerne zum Sparbuch, zum Bausparen oder Ähnlichem. Doch bei dem anhaltend extrem niedrigen Zinsniveau, wo sogar schon von Negativzinsen auf Einlagen die Rede ist, steigt die Bereitschaft, sein Geld mit höherem Risiko anzulegen, um wenigstens einiger­maßen namhafte Erträge zu lukrieren.

Fondssparplan oder fondsgebun­dene Lebensversicherung?

Dabei bieten sich vor allem Investmentfonds an, weil hier das Risiko gestreut wird – man inves­tiert in viele einzelne Titel und der Anteil riskanterer Titel (Aktien) ist variierbar. Investmentfonds eigen sich auch zum Ansparen.

Banken und Kapitalanlage­gesellschaften bieten Fondssparpläne an, Ver­sicherungen kontern mit fondsgebun­denen Lebensversicherungen. Was unterscheidet die beiden Produkte und welches eignet sich besser für die Bedürfnisse von Kleinanlegern?

Fondssparplan = Sparvertag

Der Fondssparplan ist ein Sparvertrag mit regelmäßiger Einzahlung in einen Investmentfonds. Man kann dies von seiner Bank besorgen lassen, man kann aber auch Anteilsscheine bei einer Fondsgesellschaft oder einer Börse erwerben, häufig durch Vermittlung einer Bank oder eines Vermögensberaters.

Die erworbenen Anteilscheine werden in einem Wertpapierdepot aufbewahrt, für das Depotgebühren anfallen. Bindet man sich vertraglich zur regelmäßigen Einzahlung bei einem Vertragspartner, kommt man meist in den Genuss von Kostenvorteilen.

Sicherheit, Verfügbarkeit, Rendite

Fondssparpläne sind bei fast allen Banken ab 25 Euro monatlich möglich. Die Gewichtung der Fonds hinsichtlich Sicherheit, Verfügbarkeit, Rendite usw. ist in der Regel frei wählbar und kann auch während der Laufzeit geändert werden.

Eine interessante Version ist der Lebenszyklusfonds: Am Beginn wird vor­rangig in Aktien investiert, die höheren Ertrag mit höherem Risiko verbinden. Gegen Ende der Laufzeit steht dagegen die Sicherung des ersparten Kapitals mithilfe von festverzinslichen Wertpapieren im Vordergrund.

Beispiel: Kosten und Rendite im Vergleich

In unserem Kosten-/Rendite-Check haben wir die Depotwerte/Rückkaufswerte/Ablaufleistungen von einem günstigen und einem teuren Fondssparplan sowie einer herkömmlichen und einer ungezillmerten Fondspolizze für 5, 10, 15, 20, 25 und 30 Jahre verglichen. Das Anlagebeispiel sah dabei folgendermaßen aus:

  • Einzahlungen: 100 €/Monat
  • Laufzeit gesamt: 30 Jahre
  • Fondsperformance/Wertsteigerung pro Jahr:  3 % (Fondskosten berücksichtigt)
  • Steuern berücksichtigt (Versicherungssteuer, KESt)

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Wertung: 3 von 5 Sternen
14 Stimmen

Kommentare

  • Ausgabeaufschlag
    von REDAKTION am 15.11.2016 um 12:00
    Der Ausgabeaufschlag bei Fonds-Kauf entfällt bei der ING-Diba aktuell bis 28.02.2017 im Rahmen einer Aktion. Solche Aktionen sind natürlich positiv zu sehen, ändern aber nichts an den grundsätzlichen Aussagen zum Thema. Ihr Konsument-Team
  • Ausgabeaufschlag
    von helmutmayr am 14.11.2016 um 22:25
    Hallo, es gibt doch momentan bei der Ing-Diba KEINEN Ausgabeaufschlag?!
  • Ausgabeaufschlag
    von REDAKTION am 02.04.2015 um 10:32
    Der Ausgabeaufschlag ist bei einem Fondssparplan, so wie er in diesen Beispielen (billige und teure Variante) gewählt wurde, in den monatlichen Kaufspesen berücksichtigt. Die Spesen wurden beim Kauf der Fondsanteile sehr wohl berücksichtigt, wodurch von den eingezahlten € 100 pro Monat nur ein um die Kaufspesen (Ausgabeaufschlag + Depotgebühren) verringerter Anteil am Fondswert erworben wurde. Zum Unterschied zu Einmalkäufen von Investmentfondsanteilen wird der Ausgabeaufschlag bei Fondssparplänen bei jedem Zukauf verrechnet. Konkrete Empfehlungen können wir nicht geben. Fonds ohne Ausgabeaufschlag gibt es nicht. Je geringer der Ausgabeaufschlag desto geringer sind auch die Ertragsaussichten. Wie immer muss jeder selbst entscheiden, wie risikoreich er anlegen will. Direktbanken bieten häufig einen Rabatt zum Ausgabeaufschlag, und generell gilt: Ausgabeaufschläge sind verhandelbar. Ihr Konsument-Team
  • von RSF am 31.03.2015 um 17:47
    von QundS am 01.04.2015 um 14:09
    Ein interessanter Ansatz bei mir stellt sich nur die Frage wo ich eine Anlage finde bei der keine Ausgabeaufschlag zu bezahlen ist, den diese Kosten scheinen bei Ihrer Rechnung zu fehlen. Vielleicht haben Sie eine Tipp für mich
  • Versicherung vs. Veranlagung im Niedrigzinsumfeld
    von RSF am 31.03.2015 um 17:47
    Das Problem ist, dass die Versicherungssteuer unverändert 4 % (wohlgemerkt: von der Einzahlung, nicht von den Erträgen) beträgt - während die KESt. von 25 % mit den immer niedriger werdenden Zinsen quasi "mitschrumpft". Eine Lebensversicherung kann deshalb bei der derzeitigen Zinslandschaft bei kurzen bis mittleren Luafzeiten mit klassischen Veranlagungen kaum mithalten. Beispiel gefällig: 10.000 Euro Einmalerlag, 5 Jahre, 2 % Verzinsung. Als Versicherung (ohne Provision) gehen sofort 400 Euro an den Staat, die 9.600 Euro bringen pro Jahr 192 Euro (5 mal = 960). Am Schluss bekommt man 10.560. Als Veranlagung erhält man 200 Euro Zinsen pro Jahr, in 5 Jahren also 1000 Euro und davon 25 % = 250 Euro KESt - Auszahlung 10.750. (Spesen und Zinseszinseffekt vernachlässigt).
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