Lebensversicherung: Trickreiche Angebote

Auf Kosten der Kunden

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KONSUMENT 11/2017 veröffentlicht: 25.10.2017

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Mit kleinen Tricks bei der Angebotserstellung und Modellberechnung schönen Versicherer die vorgelegten Produkt­angebote. Die Diskrepanz zu All-in-Berechnungen kann mehrere Tausend Euro betragen.

Auf über 600 Milliarden Euro beläuft sich das Finanzvermögen privater Haushalte in Österreich. Mehr als 240 Milliarden davon sind in kaum oder nicht verzinsten Einlagen und in Bargeld geparkt, weitere rund 150 Milliarden Euro stecken in überwiegend gering verzinsten Wertpapieren, Investmentzertifikaten und Lebensversicherungen. Damit sind in etwa zwei Drittel des heimischen Finanzvermögens so veranlagt, dass damit der Inflationsverlust kaum ausge­glichen wird.

Wenig flexibel, hohe Kosten

Und obwohl die Zinsveränderungen der letzten Jahre und Jahrzehnte den Markt extrem verändert haben, sind viele Produkte von ihrer Struktur her mehr oder weniger gleich geblieben und wurden nicht entsprechend angepasst. Das gilt nicht zuletzt oder vor allem für klassische wie fondsgebundene Lebensversicher­un­gen, die mit bekannt hohen Kosten und mangelnder Flexibilität in Niedrigzins­zeiten wenig punkten.

Schwache Rendite mit Garantieprodukten

Nach inoffiziellen Aussagen der Produkt­anbieter wird jede zweite Lebensversicherungspolizze innerhalb der ersten zehn Jahre gekündigt. Das liegt wohl einerseits an zu teuren, intransparenten Produkten und andererseits an zu konservativen Veranlagungen. Mit Garantieprodukten sind derzeit kaum Renditen zu erwirtschaften. Das führt in Kombination mit den hohen Kosten zu enttäuschenden Ergebnissen und letztlich zu zahlreichen vorzeitigen Ausstiegen.

Wie die Anfragen bei unseren Experten zeigen, wissen viele Versicherte trotz Beratung vor dem Abschluss nicht wirklich, worauf sie sich finanziell mit der Lebens­versicherungspolizze einlassen und ob das Produkt, das ihnen angeboten wird, zu­mindest im Schnitt dem aktuell zu erwar­tenden Renditeniveau entspricht.

Kaum vergleichbare Angebote

Dahinter steckt bis zu einem gewissen Grad Methode: Die Produktanbieter konstruieren mit viel Kreativität bei der Kostengestaltung und ­Gewinnbeteiligung Produkte, die selbst bei identischen Ausgangsbedingungen kaum mit einem anderen Angebot vergleichbar sind. Dadurch werden zum einen immer wieder Produkt-Veranlagungs-Kombinationen angeboten und erfolgreich verkauft, die von vornherein zum Scheitern verurteilt sind.

So besteht eine hohe Fluktuation an Produkten. Häufig werden nicht funktionierende Ver­anlagungen wieder eingestampft und neue ­aufgelegt. Nur wenige bestehen seit über 20 Jahren. Zum anderen ist die für alle ­Lebensbereiche geltende Empfehlung, mehrere Angebote zu vergleichen, hier für den Laien einfach nicht umsetzbar.

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