Lebensversicherung: Zweitmarkt

Verkauf - in jedem Fall ein Verlust

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Konsument 5/2007 veröffentlicht: 21.04.2007

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  • Verkaufen als Alternative zur Kündigung
  • Nur im Notfall sinnvoll
  • Erst andere Optionen prüfen

Lebensversicherungen sind beliebt

Kapitallebensversicherungen zählen zu den häufigsten Versicherungs- und Anlageformen der Österreicher. Dabei scheinen sie deren Besitzer gar nicht einmal so glücklich zu machen: Gut die Hälfte der Lebensversicherungspolizzen wird vor Ablauf wieder gekündigt. Die häufigsten Gründe dafür sind finanzielle Engpässe in Form von Schulden, Kreditabzahlungen und unvorhergesehenen Ausgaben oder als Folge von Arbeitslosigkeit oder einer schweren Krankheit.

Ausstieg mit Nachteilen

Da Lebensversicherungen meist auf 20 oder mehr Jahre ausgelegt sind, bringt eine vorzeitige Stornierung immer Nachteile mit sich. Vor allem bei einem Ausstieg innerhalb der ersten Jahre bleibt von den Prämienleistungen wenig übrig, weil Kapitallebensversicherungen ihre Rendite erst in der zweiten Hälfte der Laufzeit erwirtschaften. Zudem belasten am Anfang Verwaltungskosten und Provisionen die Bilanz. Wie hoch der Rückkaufswert Ihrer Lebensversicherung zu welchem Zeitpunkt des Ausstiegs ist, finden Sie im Versicherungsvertrag.

Tatsache ist, dass er in den ersten Jahren weit unter dem liegt, was Sie mit einem anderen Anlageprodukt und den entsprechenden Zinsen erzielt hätten. Meist liegt der Betrag sogar unter dem, was Sie bisher an Prämien eingezahlt haben – ein realer Kapitalverlust!

Wenn das Geld knapp wird

Einen Weg aus dieser Misere bieten nun auch in Österreich Anbieter, die einen so genannten Zweitmarkt für Lebensversicherungen aufgebaut haben. Das Prinzip ist simpel: Anstatt die Versicherung zu kündigen, verkaufen Sie sie mit allen Rechten und Pflichten an einen dieser Zweitmarktanbieter und erhalten dafür einen möglicherweise höheren Rückkaufswert als direkt bei Ihrem Versicherer. Der Vertrag bleibt dadurch aufrecht, die Prämie wird nun aber vom Käufer bezahlt, und dafür streift er am Ende auch die Ablaufleistung ein.

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Bild: VKI