Schiffsfonds: 21 Prozent Spesen

Kommentar von KONSUMENT-Redakteur Manfred Tacha

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KONSUMENT 11/2013 veröffentlicht: 24.10.2013

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Wenn Ihre Hausbank zu Ihnen sagt: "Sie als besonderer Kunde …", sollten Sie blitzartig die Filiale verlassen; sonst könnte es teuer werden. - Ein "Aufgespießt" von KONSUMENT-Redakteur Manfred Tacha.

KONSUMENT-Redakteur Dr. Manfred Tacha (Bild: Wilke) 
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Manfred Tacha

Zumindest ist das der Eindruck, den meine Kolleginnen und Kollegen in unserem Wiener Beratungszentrum haben. Viele Banken und andere Institute hatten ihren "besonderen Kunden" Schiffs- und Immobilienfonds aber auch Lebensversicherungsfonds angeboten. - Zahlen, Daten, Fakten lesen Sie in unserem Bericht Schiffs- und Immobilienfonds: Anleger geschädigt 11/2013

Deutsche Anwälte für deutsche Steuererklärung

Rendite hoch, Sicherheit gut, und sogar das Service schien zu stimmen. Schließlich boten die Banken ihren Kunden an, dass deutsche Rechtsanwälte für diese Geldanlage um elf Euro eine Steuererklärung bei einem deutschen Finanzamt vorlegen würden.

Freiberufler, Bankangestellte, Ärzte

Die besonderen Kunden stehen jetzt vor einem finanziellen Scherbenhaufen. Es waren nicht nur kleine Leute, sondern auch Freiberufler, Bankangestellte und Ärzte – Tausende hatten geschlossene Fonds gekauft.

Hohe Rendite? Hohes Risiko!

Je höher die mögliche Rendite, desto höher das Risiko. Das ist die eiserne Regel im Finanzgewerbe. Wenn Ihnen hohe und sichere Renditen versprochen werden, dann sollten Sie logisch denken und intensiv nachfragen. So attraktive Gelegenheiten sind selten. Denn die Finanzinstitute sind nicht dazu da, um Ihnen hohe Erträge zu ermöglichen. Es ist umgekehrt. Sie als Kunde liefern die Erträge von Geldinstituten und Finanzberatern.

Busse für die Geldgeber

Ein für den VKI tätiger Anwalt geht davon aus, dass Geldinstitute vom Fondsbetreiber Provisionen dafür erhalten haben, dass sie solche Anlagen an ihre Kunden verscherbeln. Daher die Autobusse, mit denen man die besonderen Kunden zur "Informationsveranstaltung“ transportierte, daher die freundliche Anrede. Im Gegenzug zahlten Kunden bis zu 21 Prozent an offenen und verdeckten Spesen.

Ansprüche von Geschädigten abwehren

Auch die Geldinstitute werden viel Geld ausgeben: für Anwälte und Gerichte, für Gutachten und Vergleichzahlungen, für Pressearbeit und Inserate und was man halt so braucht, um gut Wetter zu machen und die Ansprüche von Geschädigten abzuwehren.

Nachtrag: Unser Druck bewirkt etwas; lesen Sie mehr unter Schiffsfonds: Raiffeisen NÖ-Wien lenkt ein 4/2014

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Bild: VKI