Insulin: Mittel bei Diabetes (Teil 2)

Keine Angst vor der Insulinspritze

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Konsument 4/2005 veröffentlicht: 17.03.2005

Inhalt

  • Lebensstil bestimmt die Behandlung
  • Neuartige Injektionssysteme
  • 55 Präparate im Test

Behandlung dem Lebensstil anpassbar

Früher wurde das Hormon Insulin noch aus der Bauchspeicheldrüse geschlachteter Schweine gewonnen. An Diabetes erkrankte Patienten mussten alle vier Stunden spritzen – auch nachts! Erst seit 1936 gibt es Insuline, die für mindestens acht Stunden wirken. Inzwischen wird das Hormon, nicht zuletzt aufgrund des weltweit steigenden Bedarfs, gentechnisch hergestellt. Neue Injektionssysteme und handliche Blutzucker-Messgeräte ermöglichen einem Diabetiker ein halbwegs normales, mobiles Leben.

Die Zeiten, in denen sich Zuckerkranke der Therapie beugen mussten, sind damit glücklicherweise vorbei. Heute versucht man, die Behandlung dem Lebensstil des Patienten anzupassen. Es gibt zwei Formen der reinen Insulintherapie: die konventionelle und die intensivierte.

Konventionelle Therapie. Hier wird zumeist zweimal täglich ein Mischinsulin gespritzt. Ein festes Mahlzeitenschema und fixe Injektionszeiten charakterisieren diese Art der Behandlung. Die Methode ist einfach anzuwenden, führt aber zu einer strengen Reglementierung des Tagesablaufs.

Intensivierte Therapie. Bei dieser Therapiemethode, auch Basis-Bolus-Therapie genannt, wird zwei- bis dreimal täglich ein Verzögerungsinsulin als Basis gespritzt. Zusätzlich kommt zu den Mahlzeiten ein schnell wirkendes Insulin zur Anwendung. Die Menge des Insulins und die Zeitpunkte der Injektionen können individuell angepasst werden. Dadurch hat ein Diabetiker die Möglichkeit, seinen Tagesablauf sehr flexibel zu gestalten. Durch Injektionen mehrmals täglich und Blutzuckerkontrollen verursacht diese Therapiemethode aber einen höheren Zeitaufwand.

Besonders wichtig, weil oft vergessen: Wer sich dafür entscheidet, muss das in der Diabetikerschulung Gelernte konsequent umsetzen, denn nur so lassen sich mögliche schwere Komplikationen vermeiden.

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Bild: VKI