Magnetresonanz-Tomografie: nicht zur Vorsorge

Teure Verunsicherung

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Konsument 6/2006 veröffentlicht: 17.05.2006, aktualisiert: 24.05.2006

Inhalt

Die Firma Prescan bietet eine teure Vorsorgeuntersuchung mit Magnetresonanz-Tomografie an, die mehr Verunsicherung sät als Vorteile bringt.

Ganzkörper-MRT

„Das Leben möglichst lange unbeschwert genießen“, mit diesem verführerischen Slogan wirbt die niederländische Firma Prescan in österreichischen Medien für ihren „Total Body Scan“, eine Magnetresonanztomographie (MRT) des gesamten Körpers. Diese diagnostische Technik nutzt Magnetfelder und Radiowellen zur genauen und differenzierten Darstellung nicht-knöcherner Körpergewebe, zum Beispiel Organe, Gelenkknorpel, Meniskus und Gehirn. Bereits geringfügige Veränderungen, etwa kleine Entzündungsherde, können entdeckt werden.

Fast immer wird etwas gefunden

Als Instrument zur Vorsorgeuntersuchung begegnen unsere Experten der MRT allerdings mit Skepsis. In der Exaktheit der Darstellung liegt nämlich gleichzeitig ein Problem. Da bereits winzige Veränderungen sichtbar gemacht werden, lässt sich bei einem Ganzkörperscan fast immer eine Unstimmigkeit entdecken. So treten beispielsweise im Darm häufig kleinere, gutartige Gewächse auf. Ein positiver MRT-Befund führt dann zu Stress und Beunruhigung beim Patienten und kann belastende und kostspielige Folgeuntersuchungen nach sich ziehen.

Jährliche Untersuchung notwendig

Außerdem liefert die MRT nur eine Momentaufnahme. Konsequenterweise müsste der Proband die Untersuchung einmal jährlich vornehmen lassen – bei Kosten von 1590 Euro pro Ganzkörperscan eine nicht unerhebliche finanzielle Belastung.

Für Vorsorge nicht geeignet

So aussagekräftig die Magnetresonanztomographie bei einer gezielten Indikation ist, so klar lehnen wir sie als Mittel zur Vorsorge ab. Wir raten vielmehr dazu, einmal im Jahr die von den Krankenkassen finanzierte Vorsorgeuntersuchung wahrzunehmen und das Geld für sinnvollere Dinge auszugeben.


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