Tinnitus: Klingen im Ohr

Zu viel um die Ohren

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Konsument 1/2006 veröffentlicht: 13.12.2005, aktualisiert: 12.01.2006

Inhalt

  • Gute Heilungschancen in der Akutphase
  • Mit chronischem Ohrgeräusch leben lernen

Ein penetranter Störenfried

Sie sitzen mit Freunden in einem Restaurant. Das Essen war herrlich und die Unterhaltung ist in vollem Gang. Eigentlich müssten Sie die Situation genießen, doch Sie können das nicht, weil ein Essensrest zwischen den Zähnen Ihre ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Erst als Sie sich mit einem Zahnstocher des penetranten Störenfrieds entledigt haben, fühlen Sie sich im wahrsten Sinne wieder frei.

Klingeln, Pfeifen, Brummen

Wer diese Situation kennt – und viele kennen sie –, kann gut nachvollziehen, wie es Menschen ergeht, die unter Tinnitus (tinnire = lat.: klingeln) leiden, also ein ständiges Klingeln, Brummen, Pfeifen oder Brummen im Ohr haben, für das es kein äußeres Schallsignal gibt und das gewissermaßen selbst produziert wird. „Ich wage nicht, eine Stunde ununterbrochen zu lesen, auch nicht, etwas klar zu durchdenken oder zu betrachten; sogleich ist nämlich das Klingen, und ich sinke der Länge nach hin“, so klagte schon Martin Luther (1483–1546) über sein Leiden.

In den letzten Jahren häufiger

Tinnitus ist kein neues Phänomen, doch in den letzten Jahren ist eine geradezu sprunghafte Zunahme zu verzeichnen. Eine Folge des stetig steigenden Lärmpegels und der erhöhten Stressbelastung – die Menschen haben buchstäblich zu viel um die Ohren. So jedenfalls eine Erklärung. Wie und warum Tinnitus entsteht, ist noch nicht endgültig geklärt. Es steht aber außer Frage, dass er viele Ursachen haben kann. Vom seelischen Konflikt über das Lärmtrauma bis zu einer Anomalie des Kiefergelenks.

Chronisch dekompensierter Tinnitus

Bis jetzt war immer vom chronischen dekompensierten Tinnitus die Rede, so der Fachausdruck. Chronisch bedeutet, dass er schon mindestens ein halbes Jahr andauert, und dekompensiert, dass für den Betroffenen das ständige Geräusch im Ohr (manchmal in beiden, manchmal auch im Kopf) eine Last, wenn nicht sogar eine Qual ist, die Depressionen, Schlaf- und Konzentrationsprobleme, ja unter Umständen Erwerbsunfähigkeit zur Folge haben kann.

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