Rasenroboter machen Lärm

Surren und quietschen in der Nacht

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KONSUMENT 7/2014 veröffentlicht: 20.06.2014

Inhalt

"Mein Nachbar hat sich einen Rasenroboter zugelegt, der praktisch ununterbrochen mäht. Vor allem in der Nacht stört mich dieses beständige Surren und Quietschen. Kann ich mich dagegen wehren?" - In unserer Rubrik "Tipps nonstop" stellen Leser Fragen und unsere Experten geben Antwort - hier Elisabeth Spanlang.

 KONSUMENT-Redakteurin Elisabeth Spanlang (Foto: VKI/Wilke)
Dr. Elisabeth
Spanlang

Wir haben unseren Experten für Nachbarschaftsrecht gefragt; hier die Antwort:

"In Österreich gibt es zur Frage, inwieweit der von Rasenrobotern verursachte Lärm durch Nachbarn zu dulden ist, keine Rechtsprechung. In Deutschland läuft dagegen bereits eine Unterlassungsklage. Die Kläger fordern, dass der Rasenmäher maximal fünf Stunden am Tag laufen darf.

Wie die Sache die ausgeht, ist nicht vorhersehbar

Das Amtsgericht schmetterte die Klage ab, doch das Landgericht war anderer Meinung und wies den Fall ans Amtsgericht zurück. Wie die Sache ausgeht, ist nicht vorhersehbar. Ob man sich gegen einen unermüdlichen Mähroboter wehren kann, ist auch eine Frage der Ortsüblichkeit. Wird bereits eine größere Anzahl von Grundstücken von Rasenrobotern gemäht? Wie lange sind diese unterwegs?

Mähroboter werden bei uns derzeit noch nicht flächendeckend eingesetzt. Deshalb könnte das mehrjährige Hinnehmen einer Lärmbeeinträchtigung (Immission) durch den betroffenen Anrainer die nicht rechtzeitig abgewehrten Einwirkungen ortsüblich machen.“

Rechtzeitig auf die Hinterbeine stellen

Fazit: Man muss sich als Nachbar rechtzeitig auf die Hinterbeine stellen, damit etwas, was einen stört und eine wesentliche Beeinträchtigung ist, nicht ortsüblich wird.


Mehr zum Thema Rasenroboter finden Sie hier: Test: Rasenroboter 6/2014. Mehr zum Thema Wohn- und Nachbarschaftsrecht hier: Wohnrecht

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Kommentare

  • Abhilfe beim Thema Rasenroboter-Lärm
    von taubi am 13.09.2015 um 18:45
    Ich habe mir heuer einen Husqvarna Automower 310 zugelegt und dachte, ich käme damit auf meinen 330 m² Rasen gut zurecht - weil der 310-er für Grundstücke bis zu einer Größe von 1000 m² geeignet ist. Was ich nicht bedacht habe (es steht zwar in der Beschreibung,aber wirklich verstanden habe ich es erst, als ich in der Praxis erlebt habe, was das heißt): Der 310 schafft 1000 m², wenn er an 7 Tage pro Woche jeweils 24 Stunden in Betrieb ist (!!!!!) Das heißt: Für meine 330 m² - das ist etwa 1/3-tel dieser FLäche, braucht er 1/3 der Zeit, somit an 7 Tagen pro Woche 8 Stunden Betriebszeit. Auf der homepage der Firma Husqvarna steht, dass der 310-er so leise ist (garantiert 60 dBA - das entspricht normaler Sprache in 1m Abstand), dass er auch in der Nacht mähen kann. Da dachte ich, es wäre optimal, den 310 während der Nachtstunden laufen zu lassen, das ginge sich doch genau aus: wenn ich den 310 in der Nacht arbeiten lasse, habe ich tagsüber meinen gemähten Rasen für mich zur Benützung. Tja, es kam anders: Leider ist das Geräusch, das der 310 macht, bei Nacht, wenn die Straßen ruhig sind, ziemlich nervig. Es geht da nicht um die Lautstärke (wie schon erwähnt, entsprechen 60 dBA einem Gespräch in etwa 1m Entfernung), sondern das Gerät gibt ein nerviges Quietschen und Surren von sich, das auch nicht gleichmässig ist, sondern immer dann, wenn der 310 nach einem seiner zahlreichen Stopps losfährt lauter wird, und dann wieder leiser wird. Ich bekam Beschwerden von den Nachbarn, die im Sommer bei offenem Fenster schlafen wollten, und sich durch das stundenlange Surren und Quietschen gestört fühlten. - Also konnte ich den 310 während der Nachtruhe (22:00 Uhr - 06:00 Uhr) nicht mehr laufen lassen. Das heißt, ich muss den 310 zwischen 06:00 Uhr und 22:00 Uhr 8 Stunden lang laufen lassen - und wenn ich Samstag und Sonntag Ruhe haben will, muss ich die notwendigen 56 Wochenbetriebsstunden (7 Tage x 8 Stunden) auf 5 Tage aufteilen, das ergibt 11 Stunden Betriebszeit täglich. So viel Tageszeit wollte ich meinen Rasenroboter nicht laufen lassen. Ich bin daher auf ein größeres Modell umgestiegen: Der Husqvarna 330X schafft die dreifache Menge, er ist nämlich für 3000 m² ausgelegt - Also schafft er meinen Rasen in ungefähr 2,5 Stunden täglich. - Ich glaube, diese Mähzeit ist auch den Nachbarn zumutbar - insbesondere dann, wenn sie sich dafür aus meinem Garten den Lärm eines Benzinrasenmähers ersparen. Ich glaube, dass viele Leute - genau wie ich - zunächst die Befürchtung haben, die Anschaffung eines stärkeren Gerätes sei übertrieben, das Gerät sei überdimensioniert. Ich möchte mit diesem Beitrag allen Mut machen, sich nicht nur über die Marker des Rasenroboters den Kopf zu zerbrechen, sondern auch zu überlegen, wie viel Zeit sie den Roboter mähen lassen wollen, damit sie die richtige Größe/das richtige Modell finden.
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