Eskimo

Kommentar von KONSUMENT-Redakteurin E. Spanlang

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KONSUMENT 8/2012 veröffentlicht: 26.07.2012

Inhalt

Eskimo wirbt mit dem Slogan "Seit über 30 Jahren Österreichs beliebtestes Eis.“ Doch leider wird das Eis nicht in der Heimat produziert. - Ein "Aufgespießt" zu unserem Test Vanilleeis von KONSUMENT-Redakteurin Elisabeth Spanlang.

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Redakteurin
Elisabeth Spanlang

Eskimo ist hierzulande der Inbegriff für Eis – für Sommer, Sonne, Spaß und lange Nachmittage im Freibad. Ganze Generationen sind mit Twinni, Jolly und Paiper aufgewachsen. 95 Prozent der Österreicher kennen die Marke mit dem Herz-Logo. Mehr geht nicht! Und der Konzern Unilever, seit 1960 Markeneigentümer von Eskimo, tut alles, damit das auch so bleibt.

"Österreichs beliebtestes Eis"

Die Marketingstrategen des weltweit agierenden Unternehmens lassen keine Gelegenheit aus, den Kunden zu vermitteln, dass dieses Eis aus Österreich kommt. Auf der zugehörigen Homepage endet die Firmengeschichte von Eskimo mit der Eröffnung der Speiseeisfabrik im niederösterreichischen Groß-Enzersdorf. Der Werbespruch für Cremissimo-Eis (das wir auch im Test hatten) lautet: „Seit über 30 Jahren Österreichs beliebtestes Eis.“ Und Testimonial für diese Produktlinie ist seit Kurzem Kati Bellowitsch, eine bekannte heimische Fernseh- und Radiomoderatorin.

Produktion in EU-Ländern und Zutaten aus aller Welt

In Wahrheit wird Eskimo-Eis längst nicht mehr in Österreich, sondern in riesigen Eisfabriken irgendwo in Deutschland und anderen EU-Staaten produziert. Kommen wenigstens die Rohstoffe, z.B. fürs Cremissimo, von hier? Erstklassige Milch gibt es im Inland schließlich genug und auch an Zuckerrüben herrscht kein Mangel. Fehlanzeige! Die Zutaten fürs Eis werden in aller Welt zusammengekauft. Dazu gehört auch Kokosfett, das man in Milcheis nicht unbedingt vermuten würde. Österreichisch ist an Eskimo nur eines: die Werbung, und sonst nichts.

Eskimo Cremissimo Vanilleeis - Unter falscher Flagge (Bild: K.Schreiner/VKI) 

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Kommentare

  • Eskimo
    von sidestep am 26.07.2012 um 12:48
    Ein Grund mehr, warum viele solcher Produkte bei mir nicht mehr in den Einkaufskorb kommen - ich möchte keine Produkte, die mit zeimlicher Wahrscheinlichkeit irgendwo im Ausland aus billigst zusmmengekauften Rohstoffen von wer-weiß-woher produziert und dann als heimisch deklariert werden. Für Konsumenten ist es jedoch fast nicht mehr möglich, nachzuvollziehen, woher ein Produkt wirklich stammt, die erste Zahl des Barcodes gibt- wie uns ja immer wieder gebetsmühlenartig versichert wird - seltsamerweise auch nicht darüber Aufschluß, genauso ist das AMA-Gütesiegel eine Augenauswischerei. Bin dazu übergegangen, Vieles ausschließlich in einer heimischen Gemüsegärtnerei und beim Bauern (zum Glück nicht weit) zu kaufen, da sehe ich wenigstens, wo die Lebensmittel herstammen und preislich ist es auch fast immer unter dem Niveau der Supermärkte, vom Geschmack her ganz zu schweigen!
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